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Krawalle in der Domstadt

Nach massiven Ausschreitungen: Stadt Münster sperrt Aasee-Wiesen

Münster

Am Aasee in Münster kam es jüngst immer wieder zu Alkoholexzessen und gewalttätigen Übergriffen. Mit einem Verweilverbot will die Stadt nun die Ausschreitungen verhindern.

Von Lea Wolfram

Am Aasee in Münster kam es am Wochenende zu schweren Ausschreitungen. Foto: Timo Gemmeke/dpa

Ausufernde Partys, Randale, Vermüllung, Flaschenwürfe und Pyrotechnik-Angriffe auf Polizisten – am Aasee in Münster ist es in den vergangenen Wochen wiederholt zu teils massiven Ausschreitungen im Bereich der Kunstinstallation „Giant Pool Balls“ gekommen. Erste Konsequenzen zog die Stadt bereits vergangene Woche, als sie für den Bereich am Aasee in Münster ein Glasverbot erließ.

Nachdem es am darauffolgenden Wochenende erneut zu teils massiven Ausschreitungen am Aasee Münster gekommen war, bei denen ein Polizeibeamter verletzt wurde, greift die Stadt nun härter durch und erlässt ein „Verweilverbot“ an der sonst gut besuchten Wiese. Kurz gesagt: Der Bereich um die Giant Pool Balls wird an den Wochenenden ab 21 Uhr gesperrt.

Stadt Münster

Verweilverbot: Wiesen am Aasee Münster gesperrt – diese Regeln gelten nun

„Es braucht wirksame Maßnahmen und klare Botschaften in Richtung der gewaltbereiten Personengruppen“, sagte Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer und kündigte an, dass die Stadt Münster weitere „verkehrliche Anordnungen“ im Umfeld des Aasees anordnen werde. „Die eingetretene Lage muss möglichst schnell bereinigt werden. Hierzu steht die Stadt im engen Austausch mit der Polizei.“ Mit der neusten Maßnahme gelten nun folgende Regeln:

  • „Das Verweilen auf den freien Flächen am alten Aasee – also im Bereich der Bastion, der Aaseeterrassen sowie bis zum Bereich an den Aasee-Kugeln – ist freitags und samstags bis zum 18. Juli untersagt.“ Die Bereiche sind entsprechend markiert. Die Sperrung der Wiesen wird auch die Sperrung einiger Fußwegverbindungen zum Aasee zur Folge haben.
  • Zeitfenster für das Verweilverbot: zwischen 21 und 6 Uhr des Folgetages.
  • Polizei und Ordnungsamt kontrollieren die Einhaltung des Verbotes und „sanktionieren Fehlverhalten“.
  • Ausgenommen von dem Verbot ist das Verweilen in gastronomischen Betrieben und den dortigen Außenschankflächen.

Null-Toleranz-Strategie für Randale am Aasee Münster

Die neusten Maßnahmen der Stadt sind „Ausdruck einer Null-Toleranz-Strategie“, wie die Stadt in einer Pressemeldung schreibt. „Der Ablauf des letzten Wochenendes erzwingt weitere Maßnahmen, mit deren Hilfe Menschenansammlungen in diesem Bereich und ein erneuter Gewaltausbruch verhindert werden sollen“, begründet Wolfgang Heuer die gemeinsam mit der Polizei abgestimmten Maßnahmen. Das nun eingeführte Verweilverbot fußt auf der Coronaschutzverordnung, die Stadt erließ zudem eine entsprechende Allgemeinverordnung.

Neben der Sperrung der Aasee-Wiesen und dem weiterhin geltenden Glasverbot ist zudem das Grillen dort nur eingeschränkt erlaubt – es kann gegebenenfalls sogar ganz verboten werden, kündigt die Stadt außerdem an. Einerseits sollen damit Anwohner am Aasee Münster sowie die Parkanlage selbst geschützt werden, andererseits soll dadurch weniger Müll anfallen. Auch laute Musik werde nicht geduldet und es sei die Nachtruhe zu beachten, mahnte die Stadt an.

Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kritisierte die Randale am Aasee Münster und in weiteren NRW-Städten. Der CDU-Politiker bezeichnete das Verhalten der Personen als „hochgradig kriminell“ und verurteilte die Ausschreitungen: „Wir werden diesen gewaltbereiten Krawallmachern in jeder Form klarmachen: In Nordrhein-Westfalen gilt Null-Toleranz für Kriminelle auch in diesen Fällen.“ Es waren am vergangenen Wochenende vermehrt Personen aus dem Umland und dem Ruhrgebiet an den beliebten Ausflugsort in der Domstadt angereist und hatten für teils brutale Zwischenfälle gesorgt.

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