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Verwaltungsgericht entscheidet

Nach Schuss in Wohngebiet: Darf Taubentöter seine Waffen wiederhaben?

Im September 2016 wurde es einem Rentner zu bunt: Er schoss mit seinem Kleinkalibergewehr auf eine Taube an seinem Schwimmteich. Nun wurde ein Urteil über seine Zuverlässigkeit im Umgang mit Waffen gefällt.

Von Stefanie Masuch

Münster – Er schoss auf den Vogel, als er an seinem Schwimmteich saß – in einem Wohngebiet. Der erfahrene Jäger traf die Taube jedoch nicht tödlich. Sie flog auf das Dach des Nachbarn. Dann fiel sie tot in dessen Garageneinfahrt. Der Nachbar alarmierte die Polizei und erstattet Anzeige.

Die Folge: Eine Hausdurchsuchung bei dem Jäger inklusive Sicherstellung aller Waffen und Munition sowie den Entzug seiner Waffenbesitzkarten. Außerdem musste er sich einem Verfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz stellen. Dieses wurde allerdings einige Zeit später nach einer Zahlung von 1500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung wegen geringer Schuld eingestellt.

Nach Schuss auf Taube: Jäger will Waffen wiederhaben

Seine Waffen bekam der Münsteraner allerdings trotzdem nicht wieder. Der Jäger, der bereits seit 40 Jahren im Besitz des Jagdscheins war, klagte gegen die Entscheidung des Polizeipräsidiums Münster – die Sache ging vor das Verwaltungsgericht. Das Argument des Anwalts: Da die Tauben den Schwimmteich verkoten, werde der Schuss als Maßnahme der Schädlingsbekämpfung gesehen.

Doch das Gericht konnte diese Ansicht nicht teilen. Vielmehr war es der Meinung, der Mann sei unzuverlässig im Umgang mit Waffen: Er hatte bereits 2010 ein Gewehr verloren und die Tatwaffe konnte 2016 auch nicht aufgefunden werden. Zudem hatte er keine gültige Erlaubnis für den Schuss auf den Vogel innerhalb eines Wohngebiets.

Gericht entscheidet: Schuss im Wohngebiet war gefährlich

Bis zuletzt habe der Jäger sein Fehlverhalten nicht einsehen wollen, heißt es im Wochenblatt. Das warf der Richter dem Mann vor. "Als langjähriger Jäger hätten Sie wissen müssen, dass das Schießen von Tauben in einem Wohngebiet den waffenrechtlichen Bestimmungen widerspricht und die Grenzen des Jagdausübungsrechts überschreitet". Sein Geschoss hätte Dritte außerhalb des Grundstücks verletzen können. Von dem Argument, dass der Schuss aufgrund einer Mauer das Grundstück nicht habe verlassen können, wollte der Richter nichts hören.

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