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Corona

Lauterbacht kritisiert NRW-Lockerungen und warnt vor "größerer Gefahrenlage" im Herbst

Münster/Berlin

Diskotheken dürfen wieder öffnen, Hochzeiten mit hunderten Personen sind auch zulässig. Ab Freitag gelten in NRW weitreichende Lockerungen. Karl Lauterbach sieht diesen Schritt kritisch.

Von Sohrab Dabir

Das Land NRW geht einen weiteren Lockerungsschritt: Ab kommendem Freitag (9. Juli) gilt in allen Städten und Regionen mit einer Inzidenz unter zehn die Inzidenzstufe 0. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kündigte ein "Leben wie vor Corona" an. 

Mit Eintreten der Inzidenzstufe 0 gelten in Städten wie Münster weitreichende Lockerungen. Die Maskenpflicht ist nur noch im ÖPNV, im Einzelhandel und in Arztpraxen vorgeschrieben, die Kontaktbeschränkungen werden aufgehoben. Konzerte und Diskos dürfen ebenfalls wieder stattfinden. SPD-Gesundheitsexperte Karl-Lauterbach kritisierte jedoch die am Dienstag (8. Juli) vorgestellten Lockerungen in NRW.

Karl Lauterbach kritisiert NRW-Lockerungen bei steigenden Fallzahlen

Der studierte Epidemiologe hält die Maßnahmen im bevölkerungsreichsten Bundesland für verfrüht. "Wir sind in einer Phase, in der die Fallzahlen wieder steigen und sich der Impffortschritt verlangsamt. Der Zeitpunkt der Lockerungen hat mich überrascht, ich hätte einen späteren Zeitpunkt besser gefunden", sagte er dem WDR2. Auch in Münster steigt die Inzidenz seit Tagen wieder leicht an.

Karl Lauterbach warnt vor den Folgen frühzeitiger Lockerungen wie nun in NRW. "Ich hätte mich gefreut, wenn wir mit dem Impfen weiter gewesen wären. Nun werden wir im Herbst eine größere Gefahrenlage haben", ist er sich sicher. Der SPD-Politiker riet trotz der weitreichenden Lockerungen zur Vorsicht und dazu, die in vielen Teilen aufgehobene Maskenpflicht zu ignorieren. "So viel wie möglich draußen machen und drinnen vorsichtig sein: Maske tragen und Abstand halten", so sein Rat an die Bürger.

NRW hält Lockerungen für gerechtfertigt – Diskos öffnen am Wochenende

Die am Tag zuvor vorgestellten Lockerungen hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann als "gerechtfertigt und verantwortbar" bezeichnet. "Wir wollen damit klarmachen, dass in allen Kreisen, in der die Inzidenz unter zehn liegt, Beschränkungen zurückgenommen werden, da wir sie nicht mehr begründen können", so seine Erklärung für die Maßnahmen in NRW. So öffnen am Wochenende beispielsweise auch in Bielefeld die Clubs und Diskotheken. Sollte die Inzidenz in einer Stadt oder in einem Kreis jedoch wieder über zehn steigen, greift die bisherige Corona-Schutzverordnung. Diese Lockerungen gelten nun jedoch vorerst ab Freitag:

  • Das Tragen einer Maske ist keine Pflicht mehr, sondern wird nur noch empfohlen. Ausnahmen gelten im ÖPNV, im Einzelhandel und Arztpraxen.
  • Die bislang geltenden Abstandsregeln sind nur noch eine Empfehlung. Es gibt keine Flächenbegrenzung im Einzelhandel mehr.
  • Keine Kontaktnachverfolgung bei Veranstaltungen bis zu 500 Teilnehmern. Clubs und Diskotheken dürfen mit Hygienekonzept wieder öffnen.
  • Sport kann ohne Beschränkung ausgeübt werden. In Museen, Restaurants, Wochenmärkten etc. herrscht keine Maskenpflicht mehr.
  • Musikfestivals sind wieder erlaubt.
  • Keine Beschränkungen für Messen und Märkte.
  • Keine Einschränkungen für Gastronomie, wenn es Abstände zwischen Tischen gibt.
  • Keine Maskenpflicht für Bedienpersonal, wenn Corona-Selbsttest alle 48 Stunden gemacht wird.
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