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Kindesmissbrauch

Prozess gegen Adrian V. vor dem Abschluss: Plädoyers werden gehalten

Münster

Seit 46 Prozesstagen wird gegen Adrian V. und drei weitere Männer wegen schweren Kindesmissbrauchs verhandelt. Bald wird das Urteil gefällt.

Von Sohrab Dabir

Am Landgericht Münster wird bald das Urteil im Missbrauchsprozess gesprochen. Foto: dpa

Seit dem 12. November 2020 wird Adrian V. und drei weiteren Männern der Prozess gemacht. Sie sollen mehrere Kinder zum Teil schwer missbraucht haben. Die meisten Taten sollen sich in einer Gartenlaube in Münster-Kinderhaus abgespielt haben, dessen Besitzerin die Mutter des Hauptangeklagten war. Auch sie wurde angeklagt.

46 Prozesstage hat es seitdem gegeben. Jetzt nähert sich die Verhandlung dem Ende. Am heutigen Dienstag (15. Juni) werden am Landgericht Münster die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung gehalten. Die Verlesung der Plädoyers wird vermutlich mehrere Stunden dauern und zudem unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden – so wie der Großteil des Missbrauchs-Prozesses.

Missbrauch in Münster: Adrian V. und seine Mutter schweigen weiter

Neben Adrian V. und seiner Mutter sind noch Marco S. (36) aus Hannover, Enrico L. (43) aus Schorfheide und Tobias S. (31) aus Staufenberg angeklagt. Sie sollen insbesondere den Ziehsohn des Münsteraners sowie den damals fünfjährigen Sohn von Tobias S. über längere Zeit schwer misshandelt und gequält haben. Der Hauptangeklagte soll den damals neunjährigen knapp 50 Männern zum Missbrauch angeboten haben.

Der Angeklagte Enrico L. gestand vor wenigen Wochen am Landgericht Münster, noch mehr Jungen missbraucht zu haben als er ursprünglich gestanden hatte. Adrian V. und seine Mutter Carina schweigen noch immer zu den Vorwürfen. Die anderen Angeklagten haben bereits Geständnisse abgelegt, was sich auf ihre Urteile strafmildernd auswirken könnte.

Münster: 29 Missbrauchsopfer bislang identifiziert

Eine psychiatrische Gutachterin hatte am Landgericht Münster empfohlen, Adrian V. sowie Enrico L. und Tobias S. nach der Haft in Sicherungsverwahrung zu stecken. Sie befürchtet, dass die Männer nach Absitzen ihrer Strafe erneut Kinder missbrauchen könnten. Bislang 29 Opfer konnten im großen Missbrauchskomplex identifiziert werden. Nicht nur die Bürger der Stadt, vor allem auch die Opfer und deren Angehörigen hoffen, dass der Prozess bald beendet wird. Lesen Sie auch unseren Kommentar vor dem Urteil in Münster.

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