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Flaschenwürfe, Böller und Verletzte

Randale-Touristen provozieren erneute Ausschreitungen am Aasee: „Das bereitet Sorgen“

Münster

Münster kommt derzeit nicht zur Ruhe. Erneut gab es am Wochenende schwere Randale am Aasee. Die Täter kommen zum Großteil aus dem Umland.

Von Sohrab Dabir

Am Aasee in Münster kam es am Wochenende zu schweren Ausschreitungen. Foto: dpa/Timo Gemmeke

Was ist denn im sonst so beschaulichen Münster los? Dies werden sich derzeit wohl viele Bürger der Stadt fragen. Zum dritten Mal innerhalb weniger Tage kam es am vergangenen Wochenende zu Ausschreitungen am Aasee. Dieses Mal nahm die Randale jedoch eine neue Dimension an.

Vergangene Woche hatte die Stadt Münster auf die Situation am Aasee reagiert und ein Glasverbot für die Abend- und Morgenstunden verhängt. In der Nacht zu Samstag (12. Juni) blieb es dort zunächst noch verhältnismäßig ruhig – mit der Zeit kippte die Stimmung dann erneut, wie die Polizei berichtet.

Aasee in Münster: Randalierer werfen Flaschen und Böller auf Polizisten

Unter den Hunderten vorwiegend friedlich feiernden Menschen am Aasee tummelten sich in der Nacht einige, hauptsächlich aus dem Umland und dem nördlichen Ruhrgebiet stammende Personen, die merklich auf Krawall aus waren. Einige der jungen Männer wurden bereits auf dem Weg nach Münster in den Blick genommen. „Einige erhielten unmittelbar Platzverweise für das gesamte Stadtgebiet und konnten gleich wieder umkehren“, erzählte Polizeipräsident Falk Schnabel.

Im Bereich der Bismarckallee tummelten sich knapp 250 Menschen und begannen Böller und Pyrotechnik auf die Beamten zu werfen. „Ein Mann widersetzte sich nach einem Körperverletzungsdelikt den Maßnahmen der Beamten und verletzte einen Polizisten leicht“, heißt es in einem Polizeibericht. Die Person wurde anschließend festgenommen. Auch Flaschen flogen auf die Einsatzkräfte der Stadt und Polizei Münster.

Stadt Münster in Sorge nach erneuter Randale am Aasee

Die Stadt Münster äußerte sich am Tag darauf zu den Vorfällen am Aasee. „Der Verlauf des Wochenendes am Aasee stellt die Zwischenstation einer Entwicklung dar, die uns weiterhin Entschlossenheit und vermutlich einen langen Atem abverlangen wird“, ist sich Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer sicher. Das hohe Aggressionspotential einiger „bereitet Sorgen“, fügte er an. Die bisher getroffenen Maßnahmen – Glasverbot, striktes Vorgehen gegen Ruhestörer, schnelles Einschreiten gegen Randalierer – habe sich bisher jedoch bezahlt gemacht, so Heuer weiter.

„Grundsätzliches Ziel ist es, auch ohne den großen Aufwand dieses Wochenendes zurück zu normalen Verhältnissen zu kommen. Weitere restriktive Maßnahmen auf diesem Weg sind nicht ausgeschlossen“, sagte der Ordnungsdezernent von Münster weiter. Denn die Randale vom Wochenende hatte sich teilweise abseits des Aasees in Münster, an dem es am Wochenende auch zu einer Messerattacke kam, verlagert. Eine Bushaltestelle an der Mecklenbecker Straße wurde von einer Gruppe junger Männer beschädigt, an der Adenauer Allee wurde eine Person in Gewahrsam genommen, nachdem sie die Versorgung eines Verletzten gestört und anschließend Widerstand gegen die Polizei geleistet hatte. Dabei wurde ein Beamter verletzt

Stadt und Polizei Münster beraten über Konsequenzen nach Krawall-Nacht

Die Beamten kontrollierten in der Nacht außerdem einige Fahrzeuge im Umkreis des Aasees. In einem Auto fanden sie eine Schusswaffe, eine Eisenstange und einen Totschläger vor. Zudem wurde ein Treffen der Poser-Szene, die sich in letzter Zeit mehrfach in Münster aufgehalten hat, an der Loddenheide aufgelöst. Die Bilanz der Randale-Nacht in der Domstadt: sechs Strafanzeigen, 78 Platzverweise sowie verletzte Polizisten. Es wurden Strafanzeigen wegen Körperverletzungsdelikten, Beleidigung, Widerstands, versuchter Gefangenenbefreiung, Sachbeschädigung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr angefertigt.

„Wir werden auch an den kommenden Wochenenden weiter verstärkt Präsenz zeigen“, kündigt Polizeipräsident Falk Schnabel an. Welche Konsequenzen die Ausschreitungen vom Wochenende haben, wollen Stadt und Polizei in den kommenden Tagen besprechen. Auch in Köln und Düsseldorf hatte es am Wochenende Ausschreitungen gegeben.

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