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Demo gegen Rechtspopulisten

Sonderparteitag der AfD in Münster: Breiter Protest angekündigt

Münster

Der Kreisverband der Alternative für Deutschland trifft sich am Samstag in Münster zum Sonderparteitag. Das Bündnis "Keinen Meter den Nazis" will diesen nicht ohne Protest stattfinden lassen.

Von Sohrab Dabir

Wie hier im April 2018 soll am Samstag in Münster gegen die AfD demonstriert werden – nur mit mehr Abstand. Foto: Lisa Fraszewski

Es hat allmählich Tradition: Kaum kündigt die rechte Alternative für Deutschland (AfD) in Münster eine Kundgebung oder einen Sonderparteitag an, so wie am bevorstehenden Samstag (3. Juli), formiert sich in der Domstadt breiter Protest gegen die Partei. So wird es auch vor der Stadthalle in Hiltrup sein.

Der AfD-Kreisverband will sich auf dem Sonderparteitag neu aufstellen. Der langjährige Kreissprecher Martin Schiller, der sich vor zwei Jahren nach einem Eklat in Münster einem Strafverfahren stellen musste, trat aus der Partei nach internen Querelen aus. Auch dessen Vize Alexander Leschik ist nicht mehr dabei. Zeit also, sich neu zu formieren.

Bündnis stellt sich in Münster erfolgloser AfD entgegen

Das Bündnis "Keinen Meter den Nazis" ruft daher zum Protest gegen den Sonderparteitag am Samstag in Hiltrup auf. "Nach wie vor gilt die AfD für zu viele Menschen als eine 'bürgerliche Partei' und nicht als die extrem rechte Partei, die sie eigentlich ist", betonte Bündnissprecher Carsten Peters im Vorfeld. Den Austritt der ehemaligen Führungsköpfe der Rechten sieht das münsteraner Bündnis vor allem machtpolitisch begründet. 

"Martin Schiller und Alexander Leschik haben beide jahrelang extrem rechte Politik gemacht und mitgetragen, ein Ausstieg aus diesen Kreisen und dieser Ideologie erfordert mehr als nur einen Parteiaustritt", sagt Liza Schulze-Boysen vom Bündnis "Keinen Meter den Nazis". Auch wenn die AfD in der Domstadt traditionell keine Erfolge erzielen kann – bei der Kommunalwahl in Münster 2020 erzielte sie nur 2,19 Prozent und verlor einen Sitz im Stadtrat – sei es weiterhin wichtig, sich der "treibenden Kraft des Rechtsrucks" zu stellen.

Anti-AfD-Protest in Münster: Bündnis bittet um Einhaltung der Corona-Regeln

Vor allem im Hinblick auf die bevorstehende Bundestagswahl im September gelte es, "die AfD so klein wie möglich zu machen und ihr überall, wo sie auftritt, entgegenzutreten", so das linke Bündnis. Die Organisatoren der Demonstration fordern die Münsteraner auf, sich um 9 Uhr vor der Stadthalle in Hiltrup (Westfalenstraße 197) zu treffen. "In Münster ist kein Platz für extrem rechte Organisationen – egal wie sehr sie sich in der Krise befinden", macht Carsten Peters klar.

Die Organisatoren bitten alle Teilnehmer darum, bei der Anreise nach Hiltrup möglichst auf öffentliche Verkehrsmittel zu verzichten und vor Ort die Corona-Regeln zu beachten – also einen Mundschutz zu tragen und Abstand zu halten. Wenn möglich, sollten Demonstranten vorab auch einen Schnelltest machen.

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