Pandemie-Lage

Corona-Neuinfektionen sprunghaft angestiegen – Münster drohen strengere Maßnahmen

Der Kampf gegen das Coronavirus geht weiter: in Münster gab es erneut einen Anstieg der Neuinfektionen. Der Grenzwert von 35 dürfte bald überschritten werden. Die aktuelle Lage in der Stadt im Überblick.

Von Lea Sarah Wolfram

Update: 26. Oktober: Wie bereits erwartet hat Münster am Samstag (24. Oktober) den ersten kritischen Grenzwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten und somit Gefährdungsstufe 1 erreicht. Doch mehr noch: Nur einen Tag später, am Sonntag (26. Oktober), wurde auch die kritische Grenze von 50 überschritten. In unserem neuen Newsticker erfahren Sie, welche strengen Corona-Maßnahmen nun im Risikogebiet Münster gelten.

Corona-Neuinfektionen angestiegen – Münster drohen strengere Maßnahmen

Update: 23. Oktober. Die Stadt Münster meldet am Freitag (23. Oktober) zwei weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus: Ein an Covid-19 erkrankter Mann (Jahrgang 1932) verstarb am Freitag nach einer intensivmedizinischen Betreuung in einem Krankenhaus in der Domstadt. Die Lunge des Verstorbenen war nicht vorgeschädigt, berichtet die Stadt. Zudem wurde bei einer verstorbenen Bewohnerin (Jahrgang 1923) des Friederike-Fliedner-Hauses eine Ansteckung mit dem Coronavirus nachgewiesen. Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) sprach den Angehörigen der Verstorbenen sein Beileid aus.

Damit steigt die Zahl der Todesfälle, die in Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus stehen, in der Domstadt auf 15 Fälle an. Zudem vermeldet die Stadt einen massiven Anstieg der Neuinfektionen: Am Freitag kommen 61 neue Fälle hinzu. 197 Menschen in Münster gelten derzeit als akut infiziert, 783 Menschen befinden sich derzeit in Quarantäne.

Den deutlichen Anstieg der Neuinfektionen betreffe vor allem jüngere Personen der 1980er und 1990er Jahrgänge, wie die Stadt Münster meldet. Zudem habe es „zahlreiche Infektionen bei der Deutschen Hochschule der Polizei gegeben“, heißt es weiter. Dabei seien allerdings Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet betroffen, weswegen eine Eingrenzung des Infektionsgeschehens schwierig sei.

Angesichts der sprunghaft angestiegenen Neuinfektionen mit dem Coronavirus droht nun auch Münster den 7-Tages-Inzidenzwert von 35 (Gefährdungsstufe 1) sehr bald zu erreichen, wie auch Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer ankündigt: „Ich gehe davon aus, dass der vom Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG) berechnete Inzidenz-Grenzwert von 35 zu Samstag deutlich überschritten wird.“ Sollte dies eintreffen, würden ab Montag (26. Oktober) um 0 Uhr strengere Regeln auf die Bewohner von Münster zukommen, welche durch die Corona-Schutzverordnung des Landes NRW festgeschrieben sind:

  • Veranstaltungen und Versammlungen sowie Kongresse mit mehr als 1.000 Personen sind unzulässig.
  • An Festen (ohnehin nur aus herausgehobenem Anlass) dürfen höchstens 25 Personen teilnehmen.
  • Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung besteht auch am Sitz- oder Stehplatz in geschlossenen Räumlichkeiten bei Konzerten und Aufführungen und sonstigen Veranstaltungen sowie als Zuschauer von Sportveranstaltungen
  • Bei Veranstaltungen muss immer ein Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen Personen gewährleistet sein.

Für Münster würden zudem zusätzliche Beschränkungen greifen, sollten die Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter steigen, wie Heuer ankündigt: „Steigen die Zahlen weiter, wird es weitere Verschärfungen geben, etwa eine Maskenpflicht in den Einkaufsstraßen. Dabei ist die Einhaltung der bekannten Schutzregeln die beste Antwort auf die derzeitige Entwicklung.“ Zudem appelliert der Krisenstabsleiter an die Mithilfe und die Vernunft der Bürger: „Die Mitarbeitenden der Stadt, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen werden ihren Beitrag leisten, dass niemand Angst vor den kommenden Wochen haben muss. Aber bitte ziehen auch Sie weiter mit.“ Am Freitag vermeldete das Robert Koch-Institut einen 7-Tages-Inzidenzwert für Münster von 32,4.

OrtMünster
Einwohner310.039
BundeslandNRW

Corona-Neuinfektionen: Fallzahlen in Münster weiterhin hoch

Update: 22. Oktober. Die Corona-Fallzahlen in Münster sind weiterhin hoch: Am Mittwoch (21. Oktober) wurden 25 Neuinfektionen gemeldet, am Donnerstag (22. Oktober) kamen nun 18 weitere Infektionsmeldungen hinzu. Derzeit gelten 155 Menschen in der Domstadt als akut mit Sars-CoV-2 infiziert. Seit Beginn der Pandemie verzeichnet Münster somit 1.384 labortechnisch bestätigte Corona-Fälle. Laut Robert-Koch-Institut liegt der 7-Tages-Inzidenzwert in der Stadt momentan bei 32,0.

Weitere Neuinfektionen in Münster: Doch es gibt auch gute Nachrichten

Update: 20. Oktober. Erneut hat es über das Wochenende einen starken Anstieg der Coronavirus-Infektionen gegeben. Wurden am vergangenen Freitag (16. Oktober) noch 119 bestätigte Fälle in Münster gemeldet, waren es am Montag (19. Oktober) bereits 157. Damit sind seit Beginn der Pandemie 1329 Personen an Covid-19 erkrankt.

Gute Nachrichten gibt es dennoch: Der Inzidenzwert ist leicht gesunken und liegt in der Stadt Münster mit 27,9 weiterhin unter dem Grenzwert von 35, dessen Überschreitung eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen zufolge hätte. Im Kreis Warendorf liegt dieser momentan bei 59,7, weswegen die Region seit dem vergangenen Wochenende als Risikogebiet gilt.

Wie die Stadt Münster mitteilt, lässt sich in der Domstadt kein zentraler Hotspot ausmachen. Vielmehr verteilen sich die Ansteckungen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 auf das gesamte Stadtgebiet.

Coronavirus: Grenzwert in Münster bald überschritten?

Update: 15. Oktober. 15 Coronavirus-Neuinfektionen vermeldet die Stadt Münster am Donnerstag (15. Oktober). Da innerhalb der vergangenen 24 Stunden 17 zuvor infizierte Personen wieder als gesund gelten, sank die Zahl der akut erkrankten von 128 auf 126. Insgesamt gab es im Stadtgebiet seit Beginn der Pandemie 1276 Fälle.

Weiterhin infizieren sich momentan hauptsächlich jüngere Menschen (90er und 2000er Jahrgänge). Dennoch registriert die Stadt Münster auch Covid-19-Erkrankungen bei älteren Personen, die potenziell zu Risikogruppen zählen. Derweil wurden nun aufgrund der Lage rund um das Coronavirus in NRW neue Maßnahmen eingeführt. Dadurch sollen vor allem Neuinfektionen durch Aufenthalte in Gastronomien vermieden werden.

Münster: Grenzwert bald überschritten? Einschränkungen drohen

Update: 14. Oktober. Erneut wurden innerhalb eines Tages Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Münster gemeldet. Von Dienstag auf Mittwoch (14. Oktober) wurde bei sechs weiteren Personen eine Infektion festgestellt. Derzeit sind 128 Personen aufgrund einer Covid-19-Erkrankung in Isolation.

Die Stadt Münster hat bereits jetzt weitere Einschränkungen festgelegt, die dann greifen, sobald der Inzidenzwert in der Domstadt die kritische Marke von 35 überschreiten sollte. „Die festgelegten zusätzlichen Maßnahmen dienen dem Ziel, den Anstieg der Infektionen in Münster zu begrenzen und somit dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung. Wenn Münster zusammenhält und jeder von uns seinen Beitrag leistet, werden wir die Pandemie erfolgreich bewältigen“, betonte Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer.

Folgende Maßnahmen werden ergriffen, falls der Grenzwert in Münster überschritten wird:

  • Es gilt ein grundsätzliches Verbot von Veranstaltungen und Versammlungen mit mehr als 1000 Personen.
  • Es wird die Pflicht zum Tragen einer Mund- und Gesichtsmaske angeordnet bei Konzerten, Aufführungen, Sportveranstaltungen und sonstigen Veranstaltungen – auch am Sitz- oder Stehplatz.
  • Alle Schüler der weiterführenden und berufsbildenden Schulen müssen (außer im Sportunterricht) eine Gesichtsmaske tragen, sollte der Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Personen nciht eingehalten werden können.
  • Beim Trainings- und Wettkampfbetrieb in geschlossenen Sportanlagen gilt für alle Personen (bis auf die Sportler) eine Maskenpflicht.

Coroanvirus: Starker Anstieg in Münster – Verschärfungen drohen

Update: 12. Oktober. Solch einen gewaltigen Anstieg der Infektionszahlen hat es in Münster länger nicht mehr gegeben. Seit vergangenem Freitag (9. Oktober) gab es in der Domstadt 38 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Momentan sind 142 Menschen in der Stadt an Covid-19 erkrankt.

Die Stadt Münster verortet den immensen Anstieg der Infektionszahlen im familiären beziehungsweise privaten Umfeld der Menschen. Zum Großteil seien Personen aus den 80er und 90er Jahrgängen getroffen, heißt es. Mit Sorge betrachtet Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer die derzeitige Lage. „Die Stadt Münster hat die Gesamtentwicklung und hier auch den sogenannten ,Inzidenzwert‘ sehr genau im Blick. Sollte der Wert ein kritisches Maß erreichen, reagiert der Krisenstab der Stadt kurzfristig mit Gegenmaßnahmen – wir sind vorbereitet“, sagte er in einem Statement.

Sollte der Grenzwert von 35 oder 50 Neuansteckungen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten werden, werden in Münster neue Obergrenzen für die Teilnehmerzahl von Feiern festgesetzt. Zudem könnte es weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens geben. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatte bereits verschärfte Maßnahmen aufgrund der steigenden Coronavirus-Fälle angekündigt. Diese gelten ab sofort.

Die Eröffnung des mobilen Freizeitparks in Münster bezeichnet die Stadt indes als „unauffällig“. Das Hygiene- und Sicherheitskonzept sei von allen Beteiligten gut umgesetzt worden. Knapp 10.000 Gäste haben sich am Wochenende am Schlossplatz auf dem Send-Ersatz eingefunden. Derweil musste im Süden der Stadt ein Prostitutionsbetrieb aufgrund erheblicher Hygienemängel geschlossen werden.

Coronavirus: Zahlen in Münster steigen sprunghaft an

Update: 7. Oktober. Auch am Dienstag (6. Oktober) stieg die Zahl der Corona-Fälle in Münster weiter an. Die Stadtverwaltung bestätigte acht weitere Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag. Somit gelten derzeit 104 Personen im Stadtgebiet als infiziert. Seit Ausbruch der Pandemie sind bislang 1146 Menschen an Covid-19 erkrankt.

Derweil hat es an zwei Kitas in Münster bestätigte Coronavirus-Infektionen gegeben. Daraufhin wurde beschlossen, die Kita „Im Moorhook“ (Kinderhaus) sowie die städtische Einrichtung am Schulzentrum Wolbeck bis zum 16. Oktober (Freitag) zu schließen. Während sich aus der Kinderhauser Kita mehrere Mitarbeiter sowie 50 Kinder in Quarantäne befinden, ist in Wolbeck das komplette Team der Kindertagesstätte sowie eine ganze Kindergruppe betroffen, teilt die Stadtverwaltung mit. Es wird überprüft, ob eine Noteinrichtung für beide Kitas ab Donnerstag (8. Oktober) möglich ist.

Münster: Immer mehr Corona-Infizierte

Erstmeldung: 6. Oktober. Münster – Die Kurve der Neuinfektionen zeigt in der Domstadt seit Tagen steil nach oben. Seit vergangenem Freitag (2. Oktober) haben sich weitere 41 Personen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert, wie die Stadt mitteilt. Derzeit sind 121 Menschen an Covid-19 erkrankt.

Coronavirus in Münster: Sorge vor Entwicklung

In den vergangenen Tagen habe es einen gleichmäßigen Anstieg an Neuinfektionen gegeben, der über die gesamte Domstadt verteilt ist, so die Stadt Münster. Auffällig sei zudem, dass derzeit vor allem die 90er und 2000er Jahrgänge von Infektionen betroffen sind. Bei den neu erkrankten Personen handelt es sich meist um Kontaktpersonen der Kategorie I – also Personen aus einem gemeinsamen Haushalt, die aufgrund einer Coronavirus-Infektion von einer Quarantäne in die Isolation wechseln müssen.

Durch den starken Anstieg an Coronavirus-Erkrankungen sowie Kontaktpersonen, die sich in Quarantäne begeben müssen, entstehe für das Gesundheitsamt der Stadt Münster ein großer Aufwand in der Kontaktpersonenverfolgung. Wie die WN berichten, sind momentan knapp 600 Schüler in Quarantäne. Für Wolfgang Heuer, Leiter des Krisenstabs, ist die jüngste Entwicklung in der Domstadt besorgniserregend. „Auch wenn unser Gesundheitssystem gut gerüstet ist, betrachte ich die seit Wochen beständig ansteigende Infiziertenzahl mit Sorge. Sie ist grundsätzlich ein Zeichen dafür, dass die Schutzregeln nicht ausreichend beachtet werden.“

Münster: Krisenstabsleiter warnt vor Verschärfung der Maßnahmen

Daher rief er die Bürger der Stadt erneut dazu auf, die bekannten Hygiene- und Abstandsregeln konsequent einzuhalten – ob in der Schule, in der Gaststätte oder auf dem Sportgelände. Derzeit sei eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen in Münster zwar kein Thema. „Grundsätzlich müssen wir allerdings flexibel und auch bereit sein, an der ein oder anderen Stelle nachzujustieren“, betonte Heuer jedoch.

Trotz der derzeitigen Entwicklung hält Münster an seinem Weihnachtsmarkt in diesem Jahr fest. Dieser soll aufgrund der Corona-Pandemie jedoch in abgespeckter Form stattfinden. Die fünfte Jahreszeit wird hingegen ausfallen. Wie vergangene Woche bekannt wurde, wird es in Münster wegen des Coronavirus keinen Rosenmontagszug im kommenden Jahr geben.

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