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Interview über Münster

Spiegel-Chef über das Preußenstadion: "Hilfe, ist das hässlich"

Preußen Münster, Töttchen und der "Tatort": Der Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer ist gebürtiger Domstädter – und stellt im Interview sein Wissen über die Westfalenmetropole zur Schau. Er hat aber nicht nur Gutes über seine Heimatstadt zu sagen.

Von Lisa Fraszewski

Münster – In unregelmäßigen Abständen bringt Spiegel-Online die Reihe "1 Stadt, 21 Fragen". Dabei stellen Redakteure des Nachrichtenportals ihre Heimat- und Lieblingsstädte vor. Am Mittwoch (18. Juli) wurde das Interview mit dem gebürtigen Münsteraner und Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer erneut veröffentlicht.

Darin macht der Domstädter seinen Blick auf die Stadt deutlich. Als Buch würde am besten "Atemübungen" von Anne Tyler zu Münster passen, als Musik am ehesten die Band BAP. Doch nicht alle Themen sind so abstrakt gehalten, einige sogar sehr konkret – und die Antworten von Klaus Brinkbäumer offenbaren echtes Domstadt-Wissen.

Preußen Münster – Stolz und Schande zugleich

So fragte ihn sein Kollege beispielsweise, worauf die Bewohner der Domstadt wahnsinnig stolz seien – und wofür sie sich schämen würden. Klaus Brinkbäumer beantwortet das mit nur einem Thema: "Die Preußen waren Gründungsmitglied der Bundesliga. Doch sie stiegen im ersten Jahr ab und kehrten nie zurück." Damit trifft er tatsächlich einen wunden Punkt vieler Münsteraner.

Nicht nur zu der Mannschaft, auch zum Preußenstadion hat Klaus Brinkbäumer eine deutliche Meinung: "Hilfe, ist das hässlich. Und wenn ich dann noch an die gehässigen Fans denke. Man muss Liebe nicht immer erklären können."

Töttchen – Einzigartiges Ragout aus Innereien

Auch auf die Frage, was Touristen und Einwohner in Münster kaufen könnten, dass es sonst nirgendswo gäbe, hat er eine gute Antwort parat: "Töttchen. Das ist... wie soll man sagen? Ein Ragout aus Innereien vom Kalb mit Zwiebeln und Essig. Schmeckt wirklich, aber am besten mit viel Bier. Das Bier muss von Pinkus sein." Da werden ihm wohl viele Domstädter gerne zustimmen.

Münster – Die Heimat des katholischen Humors

Dieses Thema darf bei so einer Diskussion nicht fehlen: der Münster-"Tatort". Doch der Blick des Spiegel-Chefredakteurs auf Thiel und Boerne scheint wenig positiv zu sein. Im Gegenteil. Auf die Frage "Was ist das Seltsamste an dieser Stadt?" antwortete er mit "Dass sie Humor hat. Münster ist schwer katholisch und schwer konservativ und kann trotzdem lachen."

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Doch damit schließt er das Ermittlerduor explizit aus. Denn als sein Kollege ihn nachher fragt, wo es in Münster denn Prominente zu sehen gebe, lautet die Antwort: "Im fürchterlichen, fürchterlichen, fürchterlichen Münster-Tatort. Und nein, das ist nicht der Humor, den ich meinte."

Auf die finanzielle Unterstützung kann der SCP weiter hoffen: Von der Stadt soll Preußen Münster im kommenden Jahr 900.000 Euro erhalten.

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