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Bandgeschichte

Die Toten Hosen: Die Düsseldorfer Punk-Institution im Portrait

Düsseldorf

Sie zählen zu den beliebtesten und bekanntesten deutschsprachigen Bands: Die Toten Hosen. Wir stellen die Düsseldorfer vor.

Von Sohrab Dabir und Sven Haverkamp

Die Toten Hosen in aktueller Besetzung. V.l.n.r.: Michael "Breiti" Breitkopf, Andreas "Kuddel" von Holst, Andreas "Campino" Frege, Vom Ritchie und Andreas Meurer. Foto: Gregor Fischer/dpa
  • Die Toten Hosen gründeten sich 1982 und bestanden in ihrer Anfangszeit aus sechs Mitgliedern.
  • Die Düsseldorfer kommen aus der Punk-Szene und machen – bis auf einige Ausnahmen – deutschsprachige Musik.
  • Bis Juni 2022 hat die Band 17 Studioalben, acht Konzertmitschnitte sowie sieben Kompilationen veröffentlicht.
  • Instagram: dietotenhosen_official
    Homepage: dietotenhosen.de

Die Anfänge von "Die Toten Hosen"

1982 gilt als die Geburtsstunde einer der mittlerweile erfolgreichsten deutschen Bands der Geschichte. Die Düsseldorfer Andreas Frege (genannt Campino), Andreas von Holst (Kuddel genannt), Andreas Meurer, Trini Trimpop und Walter Hartung (Walter November genannt) gründeten "Die Toten Hosen". Am 10. April gaben sie ihr erstes Konzert im Schlachthof in Bremen, wurden vom Veranstalter jedoch noch als "Die Toten Hasen" angekündigt. Die erste Formation ging noch aus der Band "ZK" hervor, die aus Mitgliedern der danach gegründeten Toten Hosen bestand.

Im selben Jahr veröffentlichten Die Toten Hosen mit "Wir sind bereit" und "Reisefieber" ihre ersten Singles. Unter dem Motto "Roswitha kommt nicht, dafür aber Die Toten Hosen" ging es danach auf Deutschlandtour. Ihr erstes Auslandskonzert spielten die Hosen in Rom. Anschließend verließ Walter November aufgrund von Drogenproblemen die Band. Wie die Band selber schreibt, erwies sich November als "lernresistent" und schloss sich den Zeugen Jevohas an. Ersetzt wurde er durch Michael Breitkopf (Breiti), der gemeinsam mit Campino das Düsseldorfer Humboldt-Gymnasium besucht hatte und noch bis heute Teil der Band ist.

1983 bringen Die Toten Hosen mit "Opel Gang" ihr erstes Studioalbum heraus. Das Album macht die Düsseldorfer über Nacht deutschlandweit bekannt und wurde 2006 mit der Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. 1986 stieß Wolfgang Rohde zur Band, der bis 1999 am Schlagzeug sitzen sollte.

Neben dem bekannten "Jolly Roger" (dem Piraten-Symbol) ist bis heute ein Knochenadler das Logo der Band. Erstmals war es auf dem 1984er Album "Unter falscher Flagge" zu sehen. Den ersten Fernsehauftritt im Abendprogramm hatten die Hosen im Oktober 1984 in Alfred Bioleks Show "Bei Bio" im WDR. Ende des Jahres 1987 erschien das erste Live-Album "Bis zum bitteren Ende", das die Top 30 der deutschen und österreichischen Albumcharts erreichte.

Die Toten Hosen: Durchbruch mit "Hier kommt Alex"

Die 1988 veröffentlichte LP "Ein kleines bißchen Horrorschau", die unter anderem das Lied "Hier kommt Alex" beinhaltet, gilt als kommerzieller Durchbruch der Gruppe. Der Erfolg stieg und so schafften es Die Toten Hosen 1989, die Dortmunder Westfalenhalle mit 15.400 Zuschauern auszuverkaufen. Ein Jahr später spielten sie zweimal als Vorgruppe der Rolling Stones in Köln.

Kurz nach dem Mauerfall folgte unter anderem eine Fahrradtour durch die DDR, wobei Instrumente und Equipment in einem Begleitbus transportiert wurden. Im Sommer 1990 reisten die Hosen nach New York und nach Italien, wo sie nicht nur für den SWR3 von der Fußball-WM berichteten, sondern auch ihre berühmte Coverversion des Adriano-Celentano-Hits "Azzuro" herausbrachten. Das Doppelalbum "Auf dem Kreuzzug ins Glück" erreichte im selben Jahr mit über 500.000 Verkäufen Platinstatus und als erstes Album der Band Platz 1 der Charts.

1991 veröffentlichten Die Toten Hosen mit "Learning English Lesson One" ein Album, welches hauptsächlich Coverversionen englischer Punk-Songs enthält. Das Besondere: Bei den Aufnahmen war immer mindestens ein Mitglied der Originalbands mit im Studio.

1993 landete die Band mit dem Album "Kauf MICH!" wieder auf Platz 1 der Charts. Auf der Platte waren auch zwei der bekanntesten Songs der Toten Hosen zu finden: "Wünsch DIR was" und "Alles aus Liebe". Im selben Jahr folgte bereits das erste Best-Of-Album "Reich & sexy". 1994 befanden sich gleich drei Alben der Hosen in den deutschen Charts.

Die Toten Hosen gründen ihr eigenes Label "JKP"

Ende 1995 machten sich die Hosen "selbstständig". Mit Jochen Hülder († 2015) gründeten sie das Independent-Label "JKP" (Jochens kleine Plattenfirma), auf dem die Band bis heute ihre Platten veröffentlicht. 1996 erschien als erstes Release auf JKP das Album "Opium fürs Volk". Nicht nur das Album erreichte Platz 1, auch die Auskopplung "Zehn kleine Jägermeister" landete erstmals in der Bandgeschichte an der Spitze der Singlecharts.

Im selben Jahr traten Die Toten Hosen erstmals als Headliner bei "Rock am Ring" auf. Bis heute gelten diese Auftritte als legendär. Es folgten weitere Headliner-Shows in den Jahren 2000, 2004, 2008, 2012, 2015 und 2017.

1997 gab es ein großes Jubiläum zu feiern: Am 28. Juni 1997 spielte die Band im Düsseldorfer Rheinstadion ihr 1000. Konzert. Doch was eine große Feier hätte werden sollen, wurde zur Tragödie. Die 60.000 Zuschauer drängten sich dermaßen vor der Bühne, dass Campino mehrfach zur Besonnenheit aufrufen musste. Dennoch starb ein 16-jähriges Mädchen aus Holland im Gedränge. Zwar wurde die Show daraufhin unterbrochen, auf Anraten der Feuerwehr jedoch fortgesetzt, um eine Massenpanik zu verhindern. Danach sagten die Toten Hosen alle weiteren Konzerte ab und spielten fast zwei Jahre nicht mehr in Stadien.

1998 veröffentlichte die Band unter ihrem Pseudonym "Die Roten Rosen" mit "Wir warten auf's Christkind" ein Weihnachtsalbum, welches auf Platz 4 der Albumcharts landete. Es war das letzte Album, welches komplett mit Wolfang Rohde am Schlagzeug aufgenommen wurde. Wegen gesundheitlicher Probleme spielte er vom Nachfolger "Unsterblich" nur noch vier Stücke ein und gab die Schlagstöcke anschließend an den Briten Vom Ritchie ab, der bis heute Mitglied der Band ist.

Die Toten Hosen im neuen Jahrtausend: Pause und Unplugged

Im Sommer 2001 waren Die Toten Hosen Vorband bei den AC/DC-Konzerten in Deutschland. Von Februar bis Dezember 2002 reiste die Band durch Deutschland, Österreich und die Schweiz und gab über siebzig Konzerte in restlos ausverkauften Hallen und brachte das Album "Auswärtsspiel" heraus. In dem Jahr erschien mit "Reich & sexy II" auch das zweite Best-Of.

Nach einer kurzen Erholungspause 2003 erschien 2004 das 11. Studioalbum "Zurück zum Glück", welches wieder auf Platz 1 der Charts landete. Auf MTV wurde die 16-teilige Sendereihe "Friss oder stirb" ausgestrahlt, in der die Bandmitglieder Einblicke in ihr Leben geben, und die im Juni 2005 als Dreifach-DVD erschien. Im selben Jahr spielten die Toten Hosen ein viel beachtetes MTV-Unplugged-Konzert im Wiener Burgtheater.

2006 gab es weder Konzerte noch Proben. Campino machte in Brechts Dreigroschenoper im Berliner Admiralspalast einen Abstecher in die Schauspielerei. 2008 erschien "In aller Stille" mit der anschließenden restlos ausverkauften "Machmalauter"-Tour. Am 2. Mai 2009 folgte der erste Auftritt in Moskau. Ende 2011 erschien die nächste Best-Of-Kompilation "All die ganzen Jahre".

40 Jahre "Die Toten Hosen": Jubiläum und Corona

2012 erschien das Album "Ballast der Republik", welches einzeln oder in Kombination mit "Die Geister, die wir riefen" erhältlich war. Letzteres ist größtenteils ein Coveralbum zum 30-jährigen Jubiläum der Toten Hosen. "Ballast der Republik" belegte Platz 1 in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dies mag auch an der Auskopplung "Tage wie diese" liegen, welches zum Hit der Fußball-Europameisterschaft wurde und ebenfalls auf der 1 landete.

Es folgte eine ausgedehnte Tour, die im Oktober 2013 in Düsseldorf endete und mit 60 Konzerten vor über einer Million Zuschauern die bislang erfolgreichste der Band wurde. Während dieser Tour entstand das Live-Album "Krach der Republik".

Am 5. Mai 2017 erschien "Laune der Natur", das bislang letzte reguläre Studioalbum der Toten Hosen. Es belegte ebenfalls Platz 1 der Charts. Die Band lud am 12. Juli 2019 zu einer öffentlichen Probe und gab die beiden folgenden Tage zwei Akustikkonzerte in der Tonhalle Düsseldorf unter dem Motto "Mit Pauken und Trompeten". Das hieraus entstandene Tonmaterial wurde Ende Oktober 2019 als Live-Album "Alles ohne Strom" veröffentlicht. Die für das Jahr 2020 geplante gleichnamige Tour wurde, bedingt durch die Corona-Pandemie, ersatzlos abgesagt.

Ende des Jahres 2020 veröffentlichte die Band ein neues Studioalbum mit dem Titel: "Learning English Lesson Three: Mersey Beat!", das ausschließlich englische Coverversionen im britischen Mersey Sound enthält. 2022 feiern die Toten Hosen bereits ihr 40-jähriges Jubiläum und gehen erneut auf Tour.

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