1. www.hallo24.de
  2. >
  3. Region
  4. >
  5. 3G in Bus und Bahn: Für Fahrgäste gelten diese Corona-Regeln

  6. >

ÖPNV

3G in Bus und Bahn: Für Fahrgäste gelten diese Corona-Regeln

Ein Weg raus aus der vierten Corona-Welle soll über die 3G-Regel in Bus und Bahn führen. Für ÖPNV und Fernverkehr benötigen Ungeimpfte nun einen negativen Test.

Von Dario Teschner

In Bus und Bahn gilt neben der Maskenpflicht zukünftig auch die 3G-Regel (Symbolbild). Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Die Corona-Zahlen in Deutschland sind so hoch wie nie zuvor. In NRW beträgt die 7-Tage-Inzidenz am Freitag (19. November) 200,9. Damit liegt der Wert zwar noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (340,7), dennoch spitzt sich die Lage auch hier mehr und mehr zu. Um gegenzusteuern, haben sich Bund und Länder beim Corona-Gipfel am Donnerstag (18. November) auf neue Maßnahmen geeinigt, die dabei helfen sollen, die vierte Welle zu brechen. Dazu zählt auch die 3G-Regel in Bussen und Bahnen, die am Freitag (19. November) im Bundesrat ihre Zustimmung fand.

So soll die 3G-Regel in Bus und Bahn umgesetzt werden

Im öffentlichen Nah- und Fernverkehr wird bundesweit die 3G-Regel eingeführt. Bedeutet: Wer beispielsweise eine Reise mit der Bahn plant oder mit den Bus nehmen will, muss vor Fahrtantritt entweder geimpft, genesen oder getestet sein. Um den Bus oder den Zug in Zukunft weiter nutzen zu können, benötigen ungeimpfte Fahrgäste also einen negativen Corona-Test.

Bei Fahrtantritt darf die Testabnahme nicht länger als 24 Stunden zurückliegen. Der Testnachweis ist auf Verlangen vorzuzeigen. Darüber hinaus gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln weiterhin die Maskenpflicht für alle. 

Gilt 3G im ÖPNV auch für Schüler?

Nein. Die nun beschlossene Einigung von Bund und Ländern nimmt Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren von der 3G-Regelung in Bussen und Bahnen ausdrücklich aus. Der Grund: Schüler werden sowie regelmäßig in den Schulen auf das Coronavirus getestet. (Auch bei der 2G-Regel in NRW gelten für Kinder Ausnahmen.)

3G in Bus und Bahn: Wie wird die Corona-Regel kontrolliert?

Während bei der 3G-Regel am Arbeitsplatz eindeutig geklärt ist, wer die Kontrolle übernehmen soll, macht diese Frage den Bahnbetreibern besonders zu schaffen. Die Einhaltung der Corona-Regeln, dessen Einführung der Bundesrat am Freitag zugestimmt hat, lässt sich nach Angaben von Experten kaum überprüfen. Auch die Verkehrsminister der 16 Bundesländer scheinen sich darüber im Klaren zu sein, dass in den Bussen und Bahnen lediglich zufallsgesteuerte Kontrollen durchgeführt werden können.

Zunächst reagierten die Betreiber der öffentlichen Verkehrsmittel zurückhaltend auf die 3G-Regel im Nah- und Fernverkehr. Die Verantwortlichen bei der Deutschen Bahn möchten die Einführung der geplanten Maßnahme aber unterstützen. Das Unternehmen werde alles tun, um konstruktiv bei der Eindämmung der Coronavirus-Pandemie in Deutschland mitzuwirken, hieß es dazu bereits am Montag (15. November).

Einheitliche Regeln für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr und möglichst auch für die übrigen Verkehrsträger seien jedoch die Voraussetzung dafür, dass 3G hier auch funktioniere. Die Kontrolle müsse durch die zuständigen Behörden geregelt werden. Die Eisenbahner-Gewerkschaft EVG sieht die Bundespolizei in der Pflicht. Andreas Roßkopf, Vorsitzender des Bezirks Bundespolizei innerhalb der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht das genau andersherum, wie er dem RND verriet. 

Andreas Roßkopf, Vorsitzender des Bezirks Bundespolizei innerhalb der Gewerkschaft der Polizei (GdP)

Verstoß gegen 3G im ÖPNV: Welche Strafe droht?

Fahrgäste, die weder genesen noch vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind und keinen gültigen Test, Impf- oder Genesenen-Nachweis vorzeigen können, drohen Strafen. Wie genau die aussehen, steht allerdings noch nicht fest. Bußgelder, wie sie die EVG fordert, sowie ein Rauswurf an der nächsten Haltestelle wären beispielsweise denkbar. Bei Letzterem bleibt jedoch die Frage, wie sich diese Maßnahme mit der Beförderungspflicht, die im ÖPNV besteht, vereinbaren ließe.

"Hier bedarf es Konkretisierungen seitens des Gesetzgebers", mahnt die Rheinbahn. Die Beförderungsbedingungen im Nahverkehr müssten nach Auffassung des Unternehmens angepasst werden. Bislang würden sich diese an den Corona-Schutzverordnungen der jeweiligen Länder orientieren. Innerhalb der Branche sei man unsicher, ob man diese im Jahr 2021 noch flächendeckend umsetzen könne. Generell werden aber Verstöße gegen die geltenden Corona-Regeln in NRW deutlich teurer, denn die Bußgelder wurden erhöht.

Startseite
ANZEIGE