1. www.hallo24.de
  2. >
  3. Region
  4. >
  5. Steuerverschwendung: AfD-Politiker Dr. Michael Espendiller macht in Facebook-Post Stimmung gegen Arabischkurse im der Flüchtlingsarbeit in Münster

  6. >

Steuergelder würden verschleudert

AfD wettert gegen Arabischkurse in Havixbeck

"Ein Skandal" meint Dr. Michael Espendiller, Bundestagsabgeordneter der Alternative für Deutschland. Dass es bei solchen Ausrufen von AfD-Politikern mit ziemlicher Sicherheit "irgendwie um Flüchtlinge und Ausländer" geht, muss nicht groß erklärt werden: Espendiller ist empört darüber, dass der deutsche Staat Geld für Arabischkurse in Havixbeck beisteuert.

Von Lea Sarah Wolfram

Gemeinsames Lernen bei INCA plus in Havixbeck – ein Angebot, dessen Finanzierung dieser AfD-Politiker kritisch sieht. Foto: pixabay.com

Havixbeck – Das Förderprogramm, um das es geht: 500 Landinitiativen. Das Bundesamt für Ernährung und Landwirtschaft unterstützt damit "ehrenamtliches Engagement zur Integration von Flüchtlingen in ländlichen Regionen" durch finanzielle Hilfen. Auch die Gruppe INCA plus aus Havixbeck.

Hier würden Steuergelder verschwendet, lautet der Vorwurf des AfD-Abgeordneten Espendiller: Bei dem Angebot "Arabisch lernen mit Flüchtlingskindern" wird Kindern und Jugendlichen mit Flucht- und Migrationshintergrund beigebracht, die eigene Muttersprache Arabisch richtig zu lesen und zu schreiben. „Wenn man seine Muttersprache beherrscht, kann man eine andere Sprache leichter erlernen“, erklärt Majda Mchiche von INCA plus das Sprachangebot laut WN.

So griff Espendiller die Sprachförderung auf:

Auf die sehr reduzierte Frage, ob der Staat arabische Sprachkurse finanzieren soll, folgen sehr eindeutige Kommentare:

AfD reagiert auf AfD

Aus den eigenen Reihen wird Espendillers Post auch kommentiert:

Gabriele Walger-Demolsky, Landtagsabgeordnete der AfD, weist auch auf "Fit4Return" hin - ein Konzept der AfD-Fraktion Baden-Württemberg für "Remigration statt Integration". Und sie empfiehlt Espendiller nach ihren Anmerkungen noch: "Lesen Sie dazu auch das NRW Wahlprogramm der AfD." Interessante Anregung für den im Münsterland aufgewachsenen Politiker, der über die NRW-Landesliste in den Bundestag einzog.

Mehrsprachigkeit als Chance

Rund acht Prozent der Flüchtlinge seien Analphabeten, so lautete das Ergebnis einer Studie des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Die Betroffenen können ihre eigene Muttersprache also weder lesen noch schreiben. Dass so auch wichtige Ressourcen durch Mehrsprachigkeit, für die Menschen selbst und auch den Arbeitsmarkt, ohne Förderung brach liegen würden, dazu ist im Post des AfDlers nichts zu lesen.

Startseite
ANZEIGE