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Angeklagter schwer krank

Angeklagt wegen hundertfachen Mordes: Neue Entscheidung im Prozess gegen ehemaligen KZ-Wächter

Der Prozess wurde auch im Ausland mit Spannung erwartet: Ein 95-Jähriger aus dem Kreis Borken wurde wegen Beihilfe zum hundertfachen Mord angeklagt und der Prozess zwischenzeitlich ausgesetzt. Jetzt gab es eine Entscheidung.

Von Sohrab Dabir

Im Konzentrationslager Stutthof soll der Angeklagte für den Mord an hunderten Menschen mitverantwortlich gewesen sein. Foto: Piotr Wittman

Update: 3. April. Borken/Münster – Der Fall sorgte international für Aufsehen: Ein 95-Jähriger aus dem Kreis Borken war wegen Beihilfe zum hundertfachen Mord am Landgericht Münster angeklagt. Zwischen 1942 und 1944 soll er in einem KZ in Stutthof (Polen) gearbeitet haben.

Der Prozess musste aufgrund des schlechten Gesundheitszustandes des Angeklagten im vergangenen Dezember abgebrochen werden. Jetzt gab es eine offizielle Entscheidung: Nach Anhörung der Prozessbeteiligten wird die Verhandlung gegen den Mann aus dem Kreis Borken nun endgültig eingestellt, "da aufgrund dauerhafter Verhandlungsunfähigkeit des Angeklagten ein Verfahrenshindernis besteht", heißt es in einer Mitteilung.

Der 95-Jährige musste in den vergangenen Monaten wiederholt in ein Krankenhaus eingeliefert und von Sachverständigen untersucht werden. Im Februar wurde das Ergebnis der Untersuchungen in einem medizinischen Gutachten veröffentlicht. Der Angeklagte leider an einer höhergradigen Niereninsuffizienz und einer schweren Herzerkrankung. Die Kammer geht davon aus, dass der Mann nicht mehr in der Lage ist, der Verhandlung zu folgen.

Borken: Wird Prozess gegen ehemaligen KZ-Wächter endgültig eingestellt?

Update: 25. Februar. Borken/Münster – Wochenlang war unklar, ob der Prozess gegen den gesundheitlich angeschlagenen 95-Jährigen weitergeführt werden konnte. Der Mann aus dem Kreis Borken sollte sich vor dem Landgericht Münster für seine Taten als Wächter im Konzentrationslager Stutthof verantworten – doch dazu wird es wahrscheinlich nicht mehr kommen.

Denn der Gesundheitszustand des Angeklagten sei weiterhin schlecht: Nachdem ein Arzt bereits im Dezember feststellte, dass der 95-Jährige nicht verhandlungsfähig sei, liegt das neue medizinische Gutachten vor: Demnach "liegen die Voraussetzungen einer Verhandlungsfähigkeit weiter nicht vor", heißt es in der Erklärung des Landgerichtes Münster.

"Insbesondere aufgrund einer schweren Herzerkrankung und damit einhergehenden [...] körperlichen und kognitiven Einschränkungen sei der Angeklagte nicht mehr in der Lage, einem Strafprozess in angemessenem Maße zu folgen", heißt es in der Erklärung des Landgerichtes Münster weiter.

Weil nicht mit einer Besserung des gesundheitlichen Zustandes des Angeklagten zu rechnen ist, beabsichtigt die Kammer deswegen, den Prozess gegen den 95-jährigen aus dem Kreis Borken einzustellen. Die endgültige Entscheidung darüber wird Mitte März erwartet. Bis dahin haben auch Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung die Gelegenheit, zu dem medizinischen Gutachten Stellung zu nehmen.

Der Prozess am Landgericht Münster gegen einen 95-jährigen Ex-KZ-Wächter wird vermutlich eingestellt. Foto: Sohrab Dabir

KZ-Prozess geplatzt: Angeklagter nicht verhandlungsfähig

Update: 13. Dezember. Nun ist es offiziell: Der Prozess am Landgericht Münster um den ehemaligen SS-Wachmann aus dem KZ Stutthof ist geplatzt. Die Gesundheit des Angeklagten habe sich laut des medizinischen Gutachters Dr. Tilmann Fey in den vergangenen Tagen arg verschlechtert. Der Mann sei schon Jahren herzkrank und leide zudem unter einer Nierenerkrankung. Er befindet sich derzeit in einem Krankenhaus.

Da es unwahrscheinlich sei, dass es dem 95-Jährigen in der nächsten Zeit gesundheitlich besser gehen wird, wurde der Prozess von der Kammer vorerst ausgesetzt. Im Januar will der Gutachter den Angeklagten erneut untersuchen. Dann soll neu entschieden werden, ob er sich wieder vor dem Landgericht verantworten muss.

Auch internationale Medien waren beim Prozess am Landgericht in Münster gegen den ehemaligen SS-Wachmann anwesend. Foto: Presseamt Stadt Münster / Tilman Roßmöller

Wird der Prozess neu aufgerollt? Oberstaatsanwalt skeptisch

Die Chance dass dies geschehen wird, sei jedoch verschwindend gering, betonte Oberstaatsanwalt Andreas Brendel. Er zeigte sich auch über den Beschluss, den Prozess auszusetzen, nicht enttäuscht: „Der Rechtsstaat sorgt dafür, das NS-Täter verfolgt werden, der Rechtsstaat sorgt auch dafür, dass Verhandlungen abgebrochen werden, wenn die Verhandlungsfähigkeit des Angeklagten nicht mehr gegeben ist“, wird er zitiert.

Der Angeklagte aus dem Kreis Borken soll zwischen 1942 und 1944 in einem KZ im polnischen Stutthof gearbeitet und für die Ermordung hunderter Menschen mitverantwortlich sein.

KZ-Prozess ausgesetzt – Zu krank für die Anklagebank?

Erstmeldung: 10. Dezember. Münster/Borken – Eigentlich sollte der Prozess in Münster um den 94-jährigen Angeklagten am Dienstag (11. Dezember) fortgeführt werden. Ihm wird hundertfache Beihilfe zum Mord vorgeworfen. Der Mann arbeitete während des zweiten Weltkriegs im KZ Stutthof. Doch der dritte Prozesstag muss ausgesetzt werden.

KZ-Prozess in Münster: Gesundheitszustand des Angeklagten muss erörtert werden

Wie die Pressestelle des Landgerichts Münster mitteilte, sei der Angeklagte "nach Einschätzung des medizinischen Sachverständigen vorübergehend nicht verhandlungsfähig". Der Termin am Donnerstag (13. Dezember) werde daher ohne den 94-Jährigen stattfinden. "Es ist beabsichtigt, den gesundheitlichen Zustand des Angeklagten zu erörtern, wobei der medizinische Sachverständige insoweit ein mündliches Gutachten erstatten wird", heißt es weiter.

Angeklagter am Landgericht Münster: Er will von Morden nichts mitbekommen haben

Der Mann aus dem Kreis Borken hatte sich im zweiten Verhandlungstag über seinen Anwalt geäußert und betont, dass der damals 18-Jährige von den systematischen Massentötungen nichts mitbekommen habe. Der ehemalige Wachmann soll Hundert Morde zwischen 1942 und 1944 ermöglicht haben, so die Anklage der Staatsanwaltschaft. Ob und wann der Prozess in Münster mit dem 94-Jährigen fortgeführt wird, ist unklar.

Happy End nach blutiger Attacke: Nachdem ein Wolf im Allwetterzoo Münster von seinem Rudel angegriffen wurde, reagierten die Verantwortlichen. Kürzlich fiel in der Domstadt außerdem das Urteil in einem dramatischen Prozess: Ein Mann tötete seine Frau und versenkte sie im Teich. Nun wurde er vor dem Landgericht Münster wegen Totschlags verurteilt.

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