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Deutsche Bahn

Fünftägiger Bahnstreik ab Donnerstag – diese Rechte haben Reisende

Erneuter Streik bei der Deutschen Bahn: Für fünf Tage legen die Lokführer ihre Arbeit nieder. Was Bahnreisende jetzt wissen müssen.

Einmal mehr drohen Streiks bei der Deutschen Bahn: Die Lokführergewerkschaft GDL kündigte in ihren Tarifverhandlungen eine dritte Streikwelle an. Ab Mittwoch  soll zunächst der Güterverkehr lahmgelegt werden, ab Donnerstag früh ist auch der Personenverkehr betroffen. Die Ankündigung im Überblick:

  • Bahn-Streik im Güterverkehr ab Mittwoch (1. September), 17 Uhr
  • Bahn-Streik im Personenverkehr und der Infrastruktur ab Donnerstag (2. September), 2 Uhr
  • Die Streiks soll bis zum 7. September um 2 Uhr andauern

"Es ist eine der längsten Arbeitskampfmaßnahmen, die wir durchführen und zwar absichtlich", sagte GDL-Chef Claus Weselsky bei einer Pressekonferenz. Die bisherigen Angebote der Bahn seien "inhaltsleere Scheinofferten" gewesen, wie es in einer Meldung der GDL zum angekündigten Bahnstreik heißt. "Das einzige Mittel, den Konflikt zu lösen, ist die Vorlage eines verhandelbaren Angebots“, heißt es dort von Weselsky.

Pendler und Bahnreisende benötigen in den kommenden Tagen also erneut viel Geduld und starke Nerven, denn bis einschließlich kommenden Dienstag ist mit Verspätungen und Zugausfällen zu rechnen. Die Verbraucherzentrale (VZ) hat in einem Beitrag zusammengetragen, welche Rechte Bahnreisende in ebenejenen Fällen haben.

Zugausfälle bei der Deutschen Bahn: Was mache ich, wenn ich während des Bahnstreiks unterwegs bin?

Vor Ihrer Reise sollten Sie sich bei der Deutschen Bahn darüber informieren, welche Züge trotz des Streiks fahren, welche ausfallen und welche Alternativen angeboten werden. "Falls Sie mit Ihrer gebuchten Verbindung nicht ans Ziel kommen, sollten Sie Belege sammeln, bevor Sie die Reise abbrechen oder sich nach Alternativen umsehen", rät die VZ.

Das können zum einen Fotos der Anzeigetafeln oder Screenshots der entsprechenden Angaben auf den Internetseiten sein. Ansonsten können sich Bahnreisende von Mitarbeitern der Deutschen Bahn Verspätungsbescheinigungen ausstellen lassen. Diese am Bahnhof zu bekommen, könnte allerdings an einem Streiktag schwierig werden.

Verbraucherzentrale

Wie komme ich trotz Bahnstreik an mein Ziel?

Fernverkehr nutzen: Fällt die gebuchte oder geplante Verbindung aus, gibt es Alternativen für die Beförderung. In manchen Fällen gibt die Deutsche Bahn zum Beispiel die Züge des Fernverkehrs frei – dann dürfen Sie auch mit einem Nahverkehrsticket im IC oder ICE mitfahren. Einsteigen sollte man allerdings nicht eigenmächtig, sondern nur, wenn die Verbindungen explizit von der Bahn freigegeben wurden, denn auch hier kann es Einschränkungen geben.

Bus und Fernbus: Denkbar ist auch, dass die Deutsche Bahn im Streikfall mit eingesetzten Bussen den Transport der Bahnreisenden vom Bahnhof aus organisiert. Wenn Reisende im Vorfeld über einen Streik informiert sind, bietet es sich außerdem an, statt der Bahn auf einen Fernbus umzusteigen und die Reise entsprechend umzuplanen.

Taxi: Je nachdem, wie weit das Ziel entfernt ist, könnten Reisende auch ein Taxi nutzen. Allerdings wird beim Zugausfall nicht jede Fahrt von der Deutschen Bahn erstattet, wie die VZ hinweist:

Verbraucherzentrale

Auto: Wer mit dem eigenen Auto fährt, weil durch Streiks die Zugverbindung ausfällt, kann die Kosten nicht bei der Bahn erstattet bekommen. Zudem muss mit Staus gerechnet werden.

Hotel: Wer aufgrund von Streiks an einem Bahnhof strandet und auch durch Versuche der Deutschen Bahn nicht an sein Ziel transportiert werden kann, dem muss das Unternehmen eine Unterkunft stellen – ebenso wie den Transport zum Hotel und wieder zurück zum Bahnhof am nächsten Tag.

Reisende sollten sich jedoch unbedingt von der Bahn bestätigen lassen, dass wirklich keine Fahrt zum Ziel mehr angeboten werden kann, bevor sie auf eigene Faust ein Hotelzimmer buchen. Zudem sollte die Hotelrechnung unbedingt aufbewahrt werden, damit diese für die Erstattung später eingereicht werden kann.

Bahnreisenden drohen aufgrund von Streiks Zugausfälle und Verspätungen. Fahrgäste sollten sich zügig um eine Alternative bemühen. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Bahnstreik: Erstattung des Tickets bei Zugausfällen oder Reiseabbruch

Bei deutlichen Verspätungen oder Zugausfällen stehen Bahnreisenden Entschädigungen zu, die von der Dauer der Verspätung abhängen, wie die VZ informiert.

  • Mindestens eine Stunde später am Ziel angekommen: Entschädigung von 25 Prozent des Fahrpreises der Gesamtstrecke. (Bei Fahrten mit mehreren Zügen ist nur die Verspätung am letzten Ziel ausschlaggebend.)
  • Mindestens zwei Stunden später am Ziel angekommen: Entschädigung von 50 Prozent des Fahrpreises der Gesamtstrecke. (Bei Fahrten mit mehreren Zügen ist nur die Verspätung am letzten Ziel ausschlaggebend.)
  • Wenn Reisende absehen können, dass sie mindestens 60 Minuten später an ihrem Ziel ankommen werden, können Sie die Reise auch vorher abbrechen und sich den gesamten Ticketpreis erstatten lassen.
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