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Urteil in zweiter Instanz

Berufung nach sexuellem Missbrauch: Mildere Strafe für Psychologen

Ein Psychotherapeut aus Coesfeld stand am Dienstag (15. Januar) zum zweiten Mal wegen seiner Vergehen vor Gericht. Der Mann, der bereits wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde, hoffte in der Berufung auf einen Freispruch.

Von Stefanie Masuch

Sexueller Missbrauch an Patientinnen: Ein Psychologe stand am Dienstag vor dem Landgericht in Münster. Foto: Sohrab Dabir

Coesfeld/Münster – Bereits im Februar vergangenen Jahres musste sich ein 62-jähriger Psychotherapeut vor dem Gericht verantworten. Sexueller Missbrauch in 122 Fällen lautete die Anklage.

In Verhandlung vor dem Amtsgericht Coesfeld hatten sich zwei Frauen gemeldet, die unter anderem in Lüdinghausen von dem Mann behandelt wurden. Eine der Zeuginnen berichtete davon, wie der 62-Jährige während der vermeintlichen Psychoanalyse ihre Brüste massiert und ihre Hand in seinen Schritt geführt habe, wie die WN berichten.

Berufung nach Missbrauchs-Urteil: Mildere Strafe für Coesfelder

Der Angeklagte selbst hatte die Anschuldigungen damals von sich gewiesen und jeglichen Körperkontakt abgestritten. Trotzdem wurde er vom Gericht in Coesfeld für schuldig befunden und zu einer Strafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Zudem verhängte der Richter ein Berufsverbot von drei Jahren.

Der Verurteilte legte jedoch Berufung ein. Deshalb ging der Fall vor das Landgericht Münster, wo das Urteil gegen den Coesfelder noch einmal geprüft wurde. Dabei hoffte der Psychotherapeut auf einen Freispruch. Trotzdem fiel das Urteil dieses mal milder aus.

Der 62-Jährige ging in Berufung. Foto: picture alliance / dpa

Verteidigerin fordert Freispruch für Psychotherapeut aus Coesfeld

Das Landgericht Münster hielt eine Strafe von einem Jahr und zwei Monaten für angemessen. Außerdem wurde das Berufsverbot auf zwei Jahre verkürzt. Während die Anwälte der Opfer das Urteil des Amtsgerichts Coesfeld beibehalten wollten, forderte die Verteidigerin einen Freispruch.

Seit dem ersten Prozess haben zwei weitere Frauen angegeben, von dem Psychotherapeuten sexuell missbraucht worden zu sein. Diese würden nicht die Wahrheit sagen, so der Coesfelder. Seine Verteidigerin erklärte, dass sie davon ausgehe, dass die Frauen hinsichtlich ihrer Aussage manipuliert worden seien.

Vor dem Landgericht Münster wurde kürzlich der Prozess um einen Vater und dessen toten Sohn geführt. Er hatte zugegeben, sein Kind zu stark geschüttelt zu haben. In einem weiteren Fall schrieb die Mutter eines erstochenen Jungen einen emotionalen Brief an den Angeklagten.

Für Schlagzeilen sorgte auch ein Fall von sexueller Belästigung: Ein fremder Mann entblößte sich in Borken vor Mädchen im Grundschulalter – die Polizei hat Hinweise auf einen Serientäter. Kürzlich zeigte eine Mutter aus Steinfurt den Reitlehrer ihrer Tochter an: Gegen ihn wird nun wegen schweren sexuellen Missbrauchs ermittelt.

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