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Über 300 positive Fälle

Corona-Notbremse in Lippe: Stadt will Gottesdienst-Verbot – Land NRW sträubt sich

Die Stadt Lage strebt nach dem Corona-Ausbruch in der Baptistengemeinde ein Gottesdienstverbot an. Das Land NRW will da nicht mitziehen. Der Kreis Lippe greift zur Notbremse, angesichts steigender Zahlen.

Von Dario Teschner

Update: 29. März, 9.49 Uhr. Nach dem Corona-Ausbruch in der Baptistengemeinde lag die 7-Tage-Inzidenz in Lage am Sonntag (28. März) bei 750. Mindestens 322 Personen infizierten sich hier nachweislich mit dem Coronavirus und rund 1100 Gemeindemitglieder mussten sich in häusliche Quarantäne begeben. Inzwischen liegen die Testergebnisse weitestgehend vor: Fast jeder Dritte hat sich mit dem Virus SARS-CoV-2 angesteckt.

Aufgrund des Infektionsgeschehens sollen die Präsenzgottesdienste für alle Glaubensrichtungen in Lage bis zum 18. April ausgesetzt werden. Dies hatte der Rat der Stadt im Kreis Lippe bereits am vergangenen Freitag (26. März) mehrheitlich entschieden und stellte sich damit gegen die Staatskanzlei in Düsseldorf. Die hatte der Stadt offenbar verboten, alle Gottesdienste zu untersagen, berichtet der WDR. Die lippische Landeskirche hatte ihren evangelischen Gemeinden zuvor bereits empfohlen, auch an Ostern auf Online-Angebot auszuweichen.

Eine neue Allgemeinverfügung, die im Laufe der Woche erarbeitet wird, soll das Verbot von Präsenzgottesdiensten nun in Kraft setzen. Der Kreis Lippe greift zur Notbremse. Am Montag (29. März) lag der Inzidenzwert laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 214,7. Die Geschäfte müssen nun wieder schließen. Shopping per Click and Meet* könnte jedoch bereits ab Dienstag (30. März) wieder möglich sein, wenn es genug Corona-Schnelltests gibt. Dies müsse noch geprüft werden, berichtet Radio Lippe. Trotz hoher Fallzahlen habe das Land NRW nichts gegen ein Terminshopping mit Negativ-Tests.

Der Landrat des Kreises Lippe Dr. Axel Lehmann ärgerte sich dennoch über Armin Laschet (CDU). Der NRW-Ministerpräsident habe die neuen Regelungen sehr kurzfristig auf den Weg gebracht, so der Vorwurf. Die Schließungen der Geschäfte am Montag hätten andernfalls verhindert werden können. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte Laschet wegen seiner Öffnungsschritte* und forderte angesichts steigender Corona-Zahlen häterte Maßnahmen. Das Ordnungsamt in Lage überprüft derweil, ob die Quarantäne eingehalten wird. Wer gegen sie verstößt, muss mit einer Geldstrafe in Höfe von 25.000 Euro rechnen. Auch Bielefeld zog nun die „Notbremse“ und ab Dienstag gelten hier schärfere Corona-Regeln. Der Kreis Gütersloh zieht ebenfalls die „Notbremse“ mit Test-Option.

KreisLippe
Einwohner347.514 (31. Dezember 2019)
BundeslandNRW

Lippe: Über 300 Infizierte nach Corona-Ausbruch in Baptistengemeinde

Update: 26. März, 8.54 Uhr. 980 der rund 1100 Mitglieder einer Baptistengemeinde in Lage, die sich seit dem Wochenende (20./21. März) in Quarantäne befinden, wurde inzwischen auf das Coronavirus getestet. Bei 300 Personen war das Ergebnis positiv, wie der Kreis Lippe am Donnerstag (25. März) bestätigte. Unklar sei jedoch weiterhin, ob sie sich bei Präsenzgottesdiensten oder innerhalb der Familie mit dem Erreger angesteckt haben.

Der Corona-Ausbruch in Lage führte dazu, dass die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Lippe massiv gestiegen ist. Am Freitag liegt der Wert bei 229,9. Ab der 300er Marke droht eine nächtliche Ausgangssperre. Aufgrund des Infektionsgeschehens wird sich der Kreis Lippe vorerst nicht als Modellregion für einen Weg aus dem Lockdown bewerben. Die Städte Gütersloh und Paderborn und der Kreis Paderborn bewerben sich dagegen beim Land NRW für das Projekt, um beispielsweise Gastronomie und Kinos coronakonform wieder öffnen zu können.

„Wir brauchen Tübingen überall“, hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kürzlich in einer Rede im Landtag gesagt. Das Land Nordrhein-Westfalen wählt nun fünf bis sechs Städte und Kreise aus, die Lockdown-Lockerungen testen sollen. Vorbild ist Tübingen, wo seit einer Woche probeweise negative Schnelltestergebnisse als Eintrittskarte für beispielsweise Restaurants oder Kinos dienen. Die Öffnungsprojekte sollen in NRW nach Ostern starten. Ziel sei es herauszufinden, inwieweit strikte Testkonzepte für einen normaleren Alltag sorgen könnten.

Lippe: Corona-Ausbruch in Baptistengemeinde in Lage – was passiert mit den Oster-Gottesdiensten?

Update: 24. März, 8.59 Uhr. Nachdem Bund und Länder darum gebeten hatten, sämtliche Präsenzgottesdienste zu Ostern abzusagen, möchte die katholische Kirche in Deutschland sich zunächst einmal beraten. Man sei von der Bitte überrascht worden, heißt es in einer Pressemitteilung der Lippischen Landeskirche (LLK). Ostern sei das wichtigste Fest für die Christen, deshalb stimme man sich nun mit anderen Kirchengemeinden ab.

Auch aus Detmold hieß es, dass die Bitte aus der Politik unerwartet kam. Wie die Lippische Landeskirche selbst zum Thema „Empfehlung von Präsenzgottesdiensten an Ostern“ steht, ging aus der Mitteilung der LLK nicht hervor. Nach dem Corona-Ausbruch in der Baptistengemeinde in Lage bleibt abzuwarten, wie sich das Infektionsgeschehen im Kreis Lippe weiter entwickle. Am Mittwoch stieg die Inzidenz auf 190,2.

Lippe: Infektionsketten nach Corona-Ausbruch in Lage weiterhin nicht nachvollziehbar

Update: 24. März, 8.32 Uhr. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der Baptistengemeinde im Kreis Lippe hat sich noch einmal erhöht und liegt nun schon bei 152. Die Inzidenz stieg auf 177,8. Bereits am Sonntag (21. März) hatte Lages Bürgermeister, Matthias Kalkreuter mit Gemeindevertretern gesprochen. Bis Gründonnerstag dürfen in der Gemeinde keine Gottesdienste stattfinden. Eine Hochzeit mit rund 200 Gästen wurde ebenfalls abgesagt.

Ab Montag (29. März) dürfen Kinder und Erwachsene, die Mitglied in der betroffenen Kirchengemeinde in Lage sind, wieder ihre Kitas und Schulen beziehungsweise ihren Arbeitsplatz aufsuchen. Voraussetzung dafür ist ein negativer Corona-Test. Auch Personen, die jetzt schon nachweisen können, dass sie sich nicht mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert haben, müssen bis Ende der Woche in häuslicher Quarantäne bleiben. Etwa 400 Tests wurden inzwischen durchgeführt. Es fehlen noch rund die Hälfte.

Erst wenn alle 1100 Gemeindemitglieder getestet wurden und das Infektionsgeschehen klar ist, könne die Quarantäne durch das Gesundheitsamt des Kreises Lippe aufgehoben werden, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung. Wo und wie sich die Mitglieder der Baptistengemeinde in Lage mit dem Coronavirus infiziert haben, bleibt weiterhin unklar. Das Ordnungsamt hatte in der letzten Zeit mehrfach Kontrollen in der Kirche durchgeführt, dabei gab es aber keine Beanstandungen, berichtete der WDR.

Lippe: Corona-Fälle in Baptistengemeinde in Lage steigen auf 120

Update: 23. März, 8.31 Uhr. Die positiven Corona-Fälle in der Baptistengemeinde in Lage haben sich von 90 auf 120 erhöht. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen hier noch deutlich steigen könnte, denn noch immer sind nicht alle verbliebenen 800 Tests ausgewertet. Die Ergebnisse werden wohl erst am Ende der Woche vorliegen. Seit dem Wochenende (20./21. März) befinden sich rund 1100 Menschen in häuslicher Quarantäne. Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Lippe liegt weiterhin bei 160.

Bund und Länder haben sich des Weiteren beim Corona-Gipfel am Montag (22. März)* für härtere Corona-Regeln* ausgesprochen. Sobald die Inzidenz drei Tage lang infolge über 100 liegt, sollen die Kreise und Städte die vereinbarte „Notbremse“ umsetzten. Für den Kreis Lippe bedeutet dies, dass der Einzelhandel ab der kommenden Woche wieder schließen muss. Sämtliche Öffnungsschritte müssen umgehend rückgängig gemacht werden. Die Menschen müssen sich in ganz Deutschland auf einen verschärften Oster-Lockdown einstellen, der mindestens bis zum 18. April andauern soll. Gründonnerstag und Ostersamstag wurden als zusätzliche Ruhetage definiert – mit schärferen Kontaktbeschränkungen und Verboten von Ansammlungen. Es besteht die Hoffnung, dass die Reduzierung von Kontakten über Ostern die Corona-Zahlen wieder nach unten drücken. Kitas und Schulen in NRW bleiben bis zu den Osterferien geöffnet. Während der Oster-Ruhepause sollen am Gründonnerstag auch Supermärkte nicht öffnen dürfen.

Lippe: Corona-Ausbruch in Baptistengemeinde in Lage (NRW)

Erstmeldung: 22. März. Etwa 1100 Mitglieder einer Freikirchengemeinde in Lage (NRW) befinden sich aktuell in Quarantäne. Bis zum Wochenende (20./21. März) wurden dort mindestens 90 Menschen, die der Baptistengemeinde angehören, positiv aus das Coronavirus* getestet. Die Zahl der Neuinfektionen könnte noch dramatisch steigen, denn bei rund 800 von ihnen steht das Testergebnis noch aus. Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Lippe stieg am Montag (22. März) auf 160.

Lippe: Corona-Fallzahlen werden nach Ausbruch in Kirchengemeinde noch deutlich steigen

Der Kreis Lippe weist nach dem Corona-Ausbruch in der Baptistengemeinde aktuell den höchsten Inzidenzwert in Ostwestfalen* auf. 150 aktive Fälle wurden allein aus Lage an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt. In Detmold sind es 150. Die Befürchtungen sind groß, dass die Fälle noch deutlich zunehmen könnten. Das Infektionsgeschehen sieht am Montag (22. März) wie folgt aus:

Stadt/Gemeinde im Kreis LippeAktive Corona-Fälle am Montag (22. März)
Augustdorf103
Bad Salzuflen132
Barntrup37
Blomberg19
Detmold155
Dörentrup1
Extertal24
Horn-Bad Meinberg17
Kalletal52
Lage150
Lemgo113
Leopoldshöhe42
Lügde8
Oerlinghausen39
Schieder-Schwalenberg44
Schlangen10

Im Verlauf des Tages wollen Landrat Axel Lehmann und das NRW-Gesundheitsministerium über mögliche Konsequenzen sprechen. In der gesamten Bundesrepublik ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt kontinuierlich gestiegen. Der Lockdown in Deutschland könnte bis zum 18. April verlängert werden und auch Ausgangssperren sind offenbar im Gespräch, berichtete msl24.de* am Montag (22. März).

Coronavirus im Kreis Lippe: 1.100 Menschen in Quarantäne

Ob sich die Mitglieder der Baptistengemeinde in Lage bei Präsenzgottesdiensten oder im Familienverbund mit dem Coronavirus infiziert haben, ist nach Angaben der Kreisverwaltung in Lippe noch unklar. Der Krisenstab hatte nach dem Ausbruch rund 1100 Personen in häusliche Quarantäne geschickt. Die Kinder und Erwachsene dürfen am Montag keine Kita, Schule oder Arbeitsstelle aufsuchen.

Der Fall im Kreis Lippe ist nicht der erste Corona-Ausbruch innerhalb einer Kirchengemeinde. Im Mai 2020 wurden nach einem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt-Rödelheim 107 positive Corona-Fälle registriert*. Der Vorfall hatte damals deutschlandweit für Schlagzahlen gesorgt. Rechtliche Schritte gegen die Gemeinde wurden damals jedoch nicht eingeleitet. „Die nachweislichen Verstöße gegen Empfehlungen des Landes Hessen im Gottesdienst der Baptistengemeinde waren nicht justiziabel“, hieß es dazu von der Stadt Frankfurt. (*msl24.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.)

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