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2G+ im Restaurant

Corona-Gipfel am Freitag: Das sind die MPK-Beschlüsse

Bund und Länder haben die Ergebnisser des Corona-Gipfels vorgestellt. Aufgrund der Omikron-Variante wurden die Corona-Regeln deutlich verschärft.

Von Sohrab Dabir und Dario Teschner

Die Ministerpräsidenten der Bundesländer sitzen am Konferenztisch zusammen. Zu den Hauptthemen der MPK zählt der Umgang mit der Pandemie. Foto: Oliver Berg/dpa-Pool/dpa

Update: 7. Januar, 17.10 Uhr. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Hendrik Wüst (CDU), Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz und Berlins regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey sind am Freitagnachmittag vor die Kameras getreten, um die Ergebnisse des Corona-Gipfels vorzustellen. Aufgrund der Omikron-Variante werden stark ansteigende Infektionszahlen in Deutschland erwartet. Deshalb haben sich Bund und Länder auf schärfere Maßnahmen geeinigt, die im Detail wie folgt aussehen: 

  • 2G+ in der Gastronomie: Flächendeckend werden die Corona-Regeln in Restaurants, Bars und Cafés verschärft. Geimpfte und Genesene müssen bei einem Besuch nun einen negativen Corona-Test vorlegen. Andernfalls wird ihnen kein Einlass mehr gewährt. Für Geboosterte soll dies nicht gelten. Sie sollen auch weiterhin ohne Corona-Test die Gastro besuchen können.
  • Quarantäne-Zeit wird verkürzt: Wer bereits eine Boosterimpfung erhalten hat, muss als Kontaktperson nicht mehr in Quarantäne. Darauf haben sich Bund und Länder bei der MPK geeinigt. Alle anderen können nach zehn Tagen die häusliche Isolation verlassen, wenn sie keine Symptome mehr haben. Mit einem PCR-Test oder offiziellen Schnelltest ist es zudem möglich, die Quarantäne-Zeit auf sieben Tage zu verkürzen.
  • Kontaktbeschränkungen: An den bisherigen Einschränkungen ändert sich nicht. Es gilt weiterhin: Für Geimpfte und Genesene sind private Treffen (drinnen und draußen) auf maximal zehn Personen beschränkt. Für Ungeimpfte sind Zusammenkünfte auf den eigenen Haushalt und maximal zwei Personen eines weiteren Haushalts beschränkt. Von den Regeln ausgenommen sind in beiden Fällen Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres. 

Olaf Scholz machte nach der MPK deutlich, dass man jetzt keine Entwarnung für das Gesundheitssystem aussprechen könne. Nach wie vor will der Bundeskanzler das Impfen und Boostern vorantreiben, um die Coronavirus-Pandemie in Deutschland einzudämmen. 

2G+ im Restaurant: Diese Maßnahmen plant die MPK

Erstmeldung: 7. Januar, 7.36 Uhr. Experten hatten es bereits vorhergesagt: Die Omikron-Welle scheint Deutschland nun erreicht zu haben. Am Freitag (7. Januar) vermeldete das Robert-Koch-Institut (RKI) über 56.000 Neuinfektionen, zudem steigt die Inzidenz erneut auf über 300. Nun will die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) neue Maßnahmen beschließen.

Unter anderem soll flächendeckend 2G+ in der Gastronomie eingeführt werden. Dies geht aus einer Beschlussvorlage zur bevorstehenden MPK hervor. Demnach dürften nur noch Personen ein Restaurant besuchen, die neben einer Impfung oder Genesung auch einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können. Diese Regel soll unabhängig von der lokalen Inzidenz gelten.

MPK-Beschlüsse: 2G+ soll nicht für geboosterte Menschen gelten

Ausgenommen von der 2G+-Regel sollen Menschen sein, die bereits ihre Booster-Impfung erhalten haben. Als Beginn für die neue Maßnahme ist der 15. Januar anvisiert – das Datum muss zwischen den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten sowie dem Kanzleramt jedoch noch diskutiert werden. Grund für die verschärfte Maßnahme in der Gastronomie sei laut Beschlussvorlage die Tatsache, dass beim Essen und Trinken Masken nicht dauerhaft getragen werden könnten und sich die Omikron-Variante so leichter übertragen ließe. 

Bund und Länder einigten sich zudem auf eine Änderung der Quarantäne-Regel. So sollen Infizierte nach einer Corona-Infektion die Isolation nach bereits zehn als statt bislang erst 14 Tagen verlassen können. Zudem sollen Kontaktpersonen, die bereits ihre Booster-Impfung erhalten haben, gänzlich von einer Quarantänepflicht ausgenommen werden. Selbiges soll auch für frisch Geimpfte und Genesene gelten.

Bundestag soll über Impfpflicht abstimmen

Die MPK will zudem beschließen, dass sich Infizierte bereits nach sieben Tagen Quarantäne per PCR-Test oder zertifiziertem Antigen-Test freitesten können. Dies soll vor allem Probleme in der kritischen Infrastruktur vermeiden. Das vorzeitige Freitesten durch einen negativen Test soll jedoch nur bei Menschen möglich sein, die mindestens 48 Stunden symptomfrei waren. Für Schülerinnen und Schüler sowie Kita-Kinder könnte die Quarantäne bereits nach fünf Tagen aufgehoben werden.

Derweil hält die Ampel-Koalition an den Plänen fest, die allgemeine Impfpflicht in Deutschland einzuführen. Diese soll womöglich im zweiten Quartal 2022 kommen. So soll der Bundestag demnächst ohne Fraktionszwang über die Impfpflicht abstimmen, wenn es nach Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) geht. Bei der MPK am Freitag soll jedoch noch nicht über die Impfpflicht debattiert werden. Die bevorstehenden Maßnahmen in der Übersicht:

  • 2G+ in der Gastronomie, außer für Menschen mit einer Booster-Impfung
  • Verkürzung der Quarantäne-Zeit
  • Kontaktbeschränkungen, insbesondere für ungeimpfte Menschen
  • Impfstatus: Als vollständig geimpft sollen nur noch Menschen mit drei Impfungen gelten
  • Über die Impfpflicht soll demnächst der Bundestag entscheiden
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