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Vakzin von Biontech

Corona-Impfung für Kinder ab 5 Jahren – wichtige Infos für Eltern

Der erste Corona-Impfstoff für Kinder ab fünf Jahren erhält in der EU seine Zulassung. Die EMA hat dem Hersteller Pfizer/Biontech grünes Licht gegeben.

Von Dario Teschner

Die EMA empfiehlt den Corona-Impfstoff von Biontech für Kinder ab fünf Jahren (Symbolbild). Foto: Sven Hoppe/dpa

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat die Corona-Impfungen von Kindern weiter vorangetrieben. In der EU können bereits Fünfjährige zukünftig mit dem Wirkstoff von Biontech gegen Corona geimpft werden. Bisher galt die Empfehlung nur für Kinder ab zwölf Jahren.

Der zuständige EMA-Ausschuss empfahl nun eine Erweiterung der Zulassung des Corona-Impfstoffes. Die Europäische Kommission muss dem Vorhaben noch zustimmen. Die finale Entscheidung sei jedoch nur Formsache. 

Corona-Impfung für Kinder unter 12 Jahren: Gibt es eine Stiko-Empfehlung?

Nein. Bislang hat die Ständige Impfkommisson (Stiko) die Corona-Impfung für Kinder ab zwölf Jahren noch nicht empfohlen. Eine solche Empfehlung wird von den Verantwortlichen derzeit vorbereitet. Möglichst bis zum Start der Auslieferung des Kinder-Impfstoffs an die Länder, also voraussichtlich bis Ende Dezember, soll diese dann vorliegen. 

In anderen nicht EU-Ländern wie beispielsweise in den USA, Kanada oder Israel ist der Impfstoff von Biontech bereits für Fünf- bis Elfjährige zugelassen. Die Stiko hatte bei der EU-Zulassung des Corona-Impfstoffs für Kinder ab zwölf Jahren im Mai 2021 zunächst nur Impfungen von Jugendlichen mit Vorerkrankungen empfohlen. Im August wurde diese Einschränkung dann widerrufen und nun können sich alle Personen ab zwölf Jahren immunisieren lassen. 

Corona-Impfung: Gibt es für Kinder (5-11 Jahre) einen eigenen Wirkstoff?

Der Corona-Impfstoff von Biontech für Erwachsene beinhaltet 30 Mikrogramm mRNA. Die Variante, die für die Immunisierung bei Fünf- bis Elfjährigen zum Einsatz kommen soll, enthält nur rund zehn Mikrogramm. Um eine Verwechslung auszuschließen, sollen auf den Glasflaschen orangefarbene Kappen eingesetzt werden. Die Impfung gegen das Coronavirus soll wie bei den Erwachsenen in zwei Etappen erfolgen. Zwischen der Erst- und Zweitimpfung werden voraussichtlich drei Wochen liegen.

Deutschland stellt 2,4 Millionen Dosen für Corona-Impfung von Kindern bereit

Am Montag (22. November) erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), dass die gesamte EU die Lieferung des Kinder-Impfstoffs am 20. Dezember erhalte. Deutschland bekomme dann 2,4 Millionen Dosen auf einen Schlag, so der CDU-Politiker. Der Zeitplan wurde von Biontech bestätigt. Mit den bestellten Impfdosen können rund die Hälfte der in Deutschland lebenden Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren geimpft werden.

Ist eine Corona-Impfung bei Kindern auch ohne Stiko-Empfehlung möglich?

Dürfen Kinderärzte in Deutschland auch ohne eine Empfehlung der Stiko Kinder unter zwölf Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen? Diese Frage beschäftigt wohl vor allem viele Eltern. "Ja", verriet Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in der Tagesschau und erklärte, dass dies eine freie ärztliche Entscheidung sei.

Die Corona-Impfung bei Jüngeren bleibt dennoch ein Thema mit Diskussionsbedarf. Kinderarzt und Stiko-Mitglied Professor Fred Zepp äußerte sich dazu so: "Kinder gegen eine Infektionskrankheit zu impfen, die sie meist unkompliziert und ohne Komplikationen überstehen, sei immer eine schwierige Entscheidung".

Um beurteilen zu können, ob eine Immunisierung sinnvoll ist oder nicht, müsse man die Risiken einer SARS-CoV-2-Infektion den möglichen Risiken einer Impfung gegenüberstellen. Laut Zepp sind die Risiken einer Corona-Erkrankung größer. Unklar ist jedoch, wie viele Kinder sich überhaupt mit dem Erreger infizieren würden. 

Corona-Impfung bei Kindern: Welche Nebenwirkungen sind bisher bekannt? 

Der Corona-Impfstoffe können auch bei Kindern Nebenwirkungen hervorrufen. Das ist jedoch in den allermeisten Fällen kein Grund zur Panik, denn durch den Wirkstoff wird das Immunsystem angeregt. Junge Menschen haben im Vergleich zu Erwachsenen meist ein sehr aktives und lernfähiges Immunsystem, weshalb die Impfreaktionen bei Kindern stärker ausfallen können. Nach ein bis drei Tagen klingen diese in der Regel aber ab und selbst wenn keinerlei Nebenwirkungen auftreten, kann die Impfung trotzdem erfolgreich gewesen sein. Folgende Nebenwirkungen sind beispielsweise möglich: 

  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Rötung oder Schwellung
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Durchfall

Die hier aufgelisteten Nebenwirkungen traten laut einem Bericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) von Ende Oktober am häufigsten auf. Tendenziell fielen die Impfreaktionen nach der Zweitdosis etwas stärker aus. Selten sei es nach Angaben von Experten zu schweren Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung von jungen Menschen gekommen. Bekannt wurden fünf Todesfälle. Ein Fall betrifft dem Bericht zufolge ein 16-jähriges Mädchen, das im Zusammenhang mit einer Herzrhythmusstörung gestorben sein soll. Die Wahrscheinlichkeit, beispielsweise einer Herzmuskelentzündung wird als sehr gering eingestuft. 

Gibt es eine Corona-Impfpflicht für Kinder?

Nein. In Deutschland gibt es Stand heute (25. November 2021) weder eine Corona-Impfpflicht für Kinder, noch für Erwachsene. Kinder und Jugendliche können gemeinsam mit ihren Eltern darüber beraten, ob sie sich gegen das Coronavirus immunisieren lassen möchten oder nicht. Im Zweifelsfall sollte ein Arzt um Rat gebeten werden.

In Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) die 7-Tage-Inzidenz in der Altersgruppe der Fünf- bis 14-Jährigen derzeit mit über 880 (Stand: 25. November 2021) mit Abstand am höchsten, gefolgt von den 15- bis 34-Jährigen mit einer Inzidenz von 468. Der bundesweite Inzidenzwert stieg am Donnerstag auf 419,7 und erreichte damit einen neuen Höchststand. 

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