1. www.hallo24.de
  2. >
  3. Region
  4. >
  5. Corona: Kinderärzte fordern Impfpflicht für bestimmte Berufe

  6. >

Coronavirus-Newsticker

Kinderärzte-Verband fordert Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen

+++ Die aktuellen Entwicklungen im Newsticker: Für bestimmte Berufsgruppen sollte es in Deutschland eine Impfpflicht geben, findet der Verband der Kinder- und Jugendärzte. +++

Bislang sind knapp 64 Prozent aller Bundesbürger vollständig gegen Corona geimpft. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet am Dienstag (28. September) deutschlandweit 9727 Neuinfektionen mit dem Coronavirus.
  • Die Inzidenz in Deutschland liegt bei 60,3.
  • In NRW werden 871 Neuinfektionen gemeldet.
  • Die NRW-weite Inzidenz liegt aktuell bei 55,6.

+++ Corona-Newsticker für Deutschland und NRW aktualisieren +++

Präsident des Kinderärzte-Verbandes für Impfpflicht bei manchen Berufsgruppen

Sollte die Regierung eine Impfpflicht für bestimmte Berufe erwägen? Dafür plädiert zumindest der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung".  "Wenn viele Beschäftigte in Kitas, Schulen und Kliniken Impfungen weiter verweigern, sollte der Gesetzgeber ernsthaft über eine Impfpflicht in diesen sensiblen Bereichen nachdenken", betonte Fischbach. 

"Wer mit vulnerablen Gruppen zu tun hat und die eigene Immunisierung ablehnt, hat seinen Verstand ausgeschaltet", so die drastischen Worte des Chefs des Kinderärzte-Verbandes. Neben der Politik sieht Fischbach auch Betriebsärzte von Kliniken in der Verantwortung. "Sie müssen aufklären und das medizinische Personal an seine Pflicht erinnern, kranken Menschen zu helfen und sie vor Ansteckungen zu schützen", sagt er weiter. Das Infektionsschutzgesetz biete zudem die Möglichkeit, Impfverweigerer zu entlassen. "Wenn es nach Monaten des Impfstoffüberschusses noch Ausbrüche in Pflegeheimen gibt, muss man die Zügel anziehen, und da darf Fachkräftemangel kein Gegenargument sein", so Thomas Fischbach weiter.

Mehrheit der Deutschen gegen Ende der Corona-Auflagen

In manchen Ländern sind sämtliche Corona-Auflagen mittlerweile aufgehoben worden. So zum Beispiel in Großbritannien, wo kürzlich der "Freedom Day" gefeiert wurde. Auch Dänemark hat die Maßnahmen dank einer Impfquote von 83 Prozent beendet. Sollte Deutschland die Maßnahmen ebenfalls beenden und zur Normalität vor Corona zurückkehren? Wenn es nach der Mehrheit der Bundesbürger geht, wäre dies verfrüht. 

Laut einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sind 61 Prozent der Befragten, dagegen, die Corona-Auflagen momentan zu beenden. 33 Prozent würden dies indes befürworten. In Deutschland sind bislang erst 63,7 Prozent aller Bürger vollständig geimpft. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass die Pandemie im Land im Frühjahr 2022 beendet ist.

Verdienstausfall für Ungeimpfte in Quarantäne

Die Gesundheitsminister der Länder hatten gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beschlossen, dass ungeimpfte Personen, die in Quarantäne müssen, keinen Verdienstausgleich mehr erhalten werden. Dadurch soll der Druck auf diejenigen weiter erhöht werden, die sich noch immer weigern, sich gegen Corona impfen zu lassen. Die Maßnahme stößt auf geteilte Meinungen. Arbeitnehmervertreter kritisieren diesen Schritt. "Es kann nicht sein, dass die Politik die Verantwortung für den Kampf gegen die Pandemie einfach bei den Beschäftigten ablädt", sagte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DBG), Reiner Hoffmann, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Der Verdienstausfall für Ungeimpfte würde auch bedeuten, so Hoffmann, dass Beschäftigte ihrem Arbeitgeber ihren Impfstatus offen legen müssten. Der DBG-Chef betonte, es sei eine der wichtigsten Errungenschaften der Arbeiterbewegung, dass Arbeitnehmer so wenig wie möglich von den Gesundheitsentscheidungen ihrer Beschäftigten wüssten. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund begrüßte die von Bund und Ländern beschlossene Maßnahme jedoch.

"Es ist eine individuelle Entscheidung, sich trotz des bestehenden Angebotes nicht impfen zu lassen. Das bedeutet aber auch, dass die Konsequenzen dieser Entscheidung selbst zu tragen sind", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. Daher gebe es keinen Grund, wieso die Allgemeinheit die Kosten für die Entschädigungen tragen sollten. Ähnlich argumentiert auch der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery. Wer sich nicht impfen lassen möchte, müsse mit den Konsequenzen leben.

Herdenimmunität in Deutschland bald erreicht?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass die Corona-Pandemie spätestens im Frühjahr 2022 überwunden sein wird. Dann, so der Minister aus dem Münsterland, sei in Deutschland wohl die Herdenimmunität erreicht. "Wenn keine neue Virusvariante auftaucht, gegen die eine Impfung nicht schützt, was sehr unwahrscheinlich ist, dann haben wir die Pandemie im Frühjahr überwunden und können zur Normalität zurückkehren", sagt der Politiker der "Augsburger Allgemeinen".

Es sei nur die Frage, ob die Herdenimmunität durch Impfungen oder Ansteckungen erreicht werde. "Die Impfung ist definitiv der sicherere Weg dorthin. Und wenn ich auf die Krankenhäuser schaue, dann muss ich sagen: Es ist ein Weg, der nicht nur für einen selbst, sondern für viele andere auch, etwa für die Pflegekräfte, eine geringere Belastung bedeutet", so Jens Spahn weiter. Je höher die Impfquote, desto besser könnten auch Kinder, die sich noch nicht impfen lassen können, vor einer Corona-Ansteckung geschützt werden. 

Ärzte-Verband lehnt "Freedom Day" am 30. Oktober ab

Wann kehrt in Deutschland die Normalität zurück, die es vor Beginn der Corona-Pandemie gab? Wenn es nach Kassenärztechef Andreas Gassen geht, wäre der 30. Oktober 2021 der Stichtag, an dem sämtliche Beschränkungen fallen sollten. "Nach den Erfahrungen aus Großbritannien sollten wir auch den Mut haben zu machen, was auf der Insel geklappt hat", sagte er vor wenigen Tagen und forderte diesbezüglich eine klare Ansage der Bundesregierung.

Doch der Vorschlag Gassens stößt auf Kritik. "Ich finde es nicht kollegial, solche zusätzlichen Belastungen einfach zu ignorieren, weil man das Maskentragen leid ist", hielt Susanne Johna, Vorsitzende des Marbuger Bunds, dem Verband der deutschen Ärzte, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland dagegen. Derzeit sei die Impfquote "viel zu niedrig, um beispielsweise Maßnahmen wie die Maskenpflicht in Innenräumen aufzuheben", betonte sie weiter. 63,2 Prozent aller Bundesbürger sind bislang vollständig gegen Corona geimpft.

Auch CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel hielt den geforderten "Freedom Day" für Ende Oktober für "nicht hilfreich", angesichts der Tatsache, dass sich Deutschland derzeit mitten in der vierten Welle befindet. Jedoch rechnet er mit einer vollständigen Normalität ab März 2022. "Bis dahin müssen die Ungeimpften abwägen, was ihnen wichtig ist", betonte er gegenüber dem RND.

Biontech: Corona-Impfung für Kinder zwischen fünf und elf Jahren effektiv

Die Impfstoff-Hersteller Biontech und Pfizer haben Studienergebnisse zu ihrem Corona-Vakzin für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahre vorgelegt. Demnach sei der Impfstoff gut verträglich und rufe eine stabile Immunantwort hervor. Die Ergebnisse sollen nun der Europäischen Arzneimittelkommission (EMA) für das Zulassungsverfahren vorgelegt werden.

"Wir sind froh, dass wir vor dem Beginn der Wintersaison den Zulassungsbehörden die Daten für die Gruppe von Kindern im Schulalter vorlegen können", sagte laut Medien-Berichten der Biontech-Gründer Ugur Sahin. Wie bereits zuvor berichtet, könnten die Impfungen mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff bereits im Oktober angeboten werden.

In der Studie bekamen die insgesamt 2268 teilnehmenden Kinder zwischen fünf und elf Jahren eine verringerte Impfstoff-Dosis – nur ein Drittel der regulären Menge, laut der Unternehmen sind das zehn Mikrogramm. Die Erst- und Zweitimpfungen lagen drei Wochen auseinander. Die Nebenwirkungen seien vergleichbar gewesen mit denen älterer Studiengruppen.

Biontech/Pfizer

Yvonne Gebauer: Schulen in NRW sind "sicherer Ort"

Die Schulen in NRW sind kein Treiber der Pandemie – das gehe aus Zahlen hervor, die Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstag (16. September) präsentierte. So sind unter anderem landesweit 90 Prozent aller Lehrerinnen und Lehrer vollständig gegen Corona geimpft. Beim Grundschul-Personal liegt die Impfquote sogar bei 93,3, an den weiterführenden Schulen sind es 89,6 Prozent.

Auch unter den Schülerinnen und Schülern sind mittlerweile viele gegen das Coronavirus immunisiert. So sind laut Angaben der NRW-Schulministerin 44,8 Prozent der zwölf- bis 17-Jährigen einmal, 29,5 Prozent bereits vollständig geimpft. Derzeit befinden sich fast 98 Prozent aller Schülerinnen und Schüler im Präsenzunterricht.

Wie Yvonne Gebauer betont, zeigten diese Zahlen sowie das Testkonzept, dass die Schulen in Nordrhein-Westfalen ein "sicherer Ort" seien. Dennoch soll in allen weiterführenden Klassen ab kommendem Montag (20. September) dreimal pro Woche gestet werden. Bislang waren nur zwei Corona-Test in der Woche vorgeschrieben.

Karl Lauterbach verteidigt 2G-Regeln nach Corona-Infektionen in Club

83 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus ist die bisherige Bilanz einer Disco-Nacht in einem Club in Münster – trotz freiwilliger 2G-Regelung der Betreiber. Auf der besagten Party soll nur nachweislich Geimpften oder Genesenen Zugang gewährt worden sein, nicht bloß negativ Getesteten. Dennoch infizierten sich zahlreiche Gäste mit dem Virus. Ist dies nun als Scheitern der 2G-Regeln zu werten?

Nein, sagt Gesundheitsexperte Karl Lauterbach klar. Der SPD-Politiker griff den Fall aus Münster auf und äußerte sich dazu auf Twitter. Demnach sei es den Impfungen zu verdanken, dass sich nicht noch mehr Menschen in dem Club angesteckt hätten. "Das Beispiel zeigt, dass Normalität erst mit viel höherer Impfquote denkbar ist", schreibt Lauterbach zudem.

Karl Lauterbach via Twitter

Der Mediziner sprach sich bereits vor einigen Wochen für die Verstärkte Einführung der 2G-Regel aus. Im Gespräch mit dem Business Insider forderte er den Einsatz unter anderem für Clubs: "Besonders bei Clubs, Restaurants und Kneipen, also dort, wo Superspreading-Ereignisse möglich sind, müssen wir strenger werden." Dies sei vor allem mit Hinblick auf die vierte Infektionswelle im Herbst wichtig, wie Lauterbach hinzufügt: "Anders kriegt man die Zahlen nicht nach unten.“

Derweil wird auch Preußen Münster die 2G-Regel schon bald im eigenen Stadion einführen. "Die Pandemie ist noch nicht vorbei, das Infektionsrisiko ist immer noch hoch. Aus Verantwortung gegenüber unseren Fans, aber auch gegenüber der Gesellschaft, werden wir deshalb in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden unserer Stadt die 2 G-Regel verpflichtend für alle Stadionbesucher einführen", kommentierte Vereinspräsident Christoph Strässer den neuen Weg, den der Regionalligist ab dem 26. September im Preußenstadion gehen will.

83 Corona-Infektionen nach Club-Nacht in Münster

Die Anzahl der Personen, die nach ihrem Club-Besuch am 3. September im Cuba Nova positiv auf Corona gestestet wurden, steigt weiter an. Laut Angaben der Stadt Münster sind mittlerweile 83 Besucher betroffen. 59 Impfnachweise seien bis Donnerstag (16. September) eingereicht worden – Hinweise auf mögliche Verstöße bei den Nachweisen gibt es bislang nicht, betont die Stadtverwaltung. Bei der Party in der Disko nahe des Bahnhofs wurde beim Einlass die 2G-Regel angewendet – es erhielten also nur Geimpfte und Genesene Zutritt.

80 Prozent der Deutschen für Privilegien für Geimpfte und Genesene

Seit vielen Wochen sind Veranstaltungen und andere Bereiche des öffentlichen Lebens von der 3G-Regel betroffen. Zugang erhält nur, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Auch die 2G-Regel, die Zutritt nur für Geimpften und Genesenen erlaubt, wird immer wieder diskutiert. Laut einer repräsentativen Umfrage des Hamburger Opaschowski Instituts für Zukunftsforschung (OIZ) befürworten 80 Prozent aller Deutschen, dass Genesene und vollständig Geimpfte Privilegien erhalten und für sie Kontaktbeschränkungen aufgehoben werden sollen. 

Von den 20 Prozent sind vor allem Jüngere und Singles gegen eine Besserstellung geimpfter und genesener Personen. Bei den 14- bis 24-Jährigen betrug die Ablehnung für solch eine Regel 25 Prozent. "Vielleicht verbergen sich hinter der stabilen 20-Prozent-Ablehnungsquote viele politisch Unzufriedene, die sich als Verlierer der Krise fühlen und Anlass zu sozialen Konflikten und Spannungen in der Gesellschaft geben", vermutet Zukunftsforscher Horst Opaschowski (80).

Weitere Infektionen nach Club-Besuch in Münster gemeldet

Die Zahl der Personen, die nach ihrem Besuch im Cuba Nova am 3. September positiv auf Corona getestet wurden, ist weiter angestiegen. Die Stadt Münster vermeldete am Dienstag (14. September), dass mittlerweile 72 Partygäste als infiziert gelten. 56 davon wohnen in Münster, die weiteren im Umland. Die betroffenen Personen weisen bislang nur milde Symptome auf beziehungsweise sind asymtomatisch.

Die Stadt Münster geht davon aus, noch weitere Ansteckungen gemeldet werden. Trotz 2G-Regel kam es in der Clubnacht in Münster zu einem größeren Corona-Ausbruch.

#Hierwirdgeimpft: Aktionswoche für Corona-Impfungen in ganz Deutschland

62,2 Prozent der Deutschen sind laut Bundesgesundheitsministerium mittlerweile vollständig gegen das Coronavirus geimpft (Stand: 12. September). Zu wenig für die sogenannte "Herdenimmunität", für die laut Modellierungen des Robert-Koch-Instituts eine Impfquote von 85 bis 90 Prozent nötig sei – auch für das Abflachen der vierten Welle müssen sich noch mehr Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus impfen lassen.

Mit einer "Impfaktionswoche" sollen nun Ungeimpfte noch vor dem Herbst mobilisiert werden: An vielen Stellen in ganz Deutschland werden den Bürgern niedrigschwellig, kostenlos und ohne Anmeldung Corona-Impfungen angeboten. Mit dem Hashtag #Hierwirdgeimpft wird im Internet auf die Impf-Orte aufmerksam gemacht. Eine Übersicht über die Anlaufstellen in dieser Aktionswoche wird auf einer Infoseite des Bundesgesundheitsministeriums bereitgestellt.

Biontech-Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige soll in wenigen Wochen bereitstehen

Schon bald soll auch für Fünf- bis Elfjährige ein Coronavirus-Impfstoff von Biontech bereitstehen. Dies kündigte Gründerin Özlem Türeci gegenüber dem Spiegel an: "Wir bereiten bereits die Produktion vor." Bereits Mitte Oktober könnten dann die ersten Kinder dieser Altersgruppe gegen das Coronavirus immunisiert werden.

Es handle sich dabei um denselben Wirkstoff wie bei dem bereits zugelassenen Impfstoff "Comirnaty", dieser werde jedoch weniger hoch dosiert und es müsse weniger abgefüllt werden, erklärte Türeci weiter. Die Produktion sei bereits in der Vorbereitung.

Auch die Studienergebnisse lägen bereits vor und müssten nur noch für das Zulassungsverfahren aufgearbeitet werden. In den kommenden Wochen würde dann weltweit die Zulassung beantragt. "Es sieht gut aus, alles läuft nach Plan", wird auch Biontech-Gründer Uğur Şahin zitiert. Bis Ende des Jahres erwarten die Forscher zudem Studiendaten zu Kindern ab sechs Monaten.

Neue Corona-Indikatoren zur Festlegung von Maßnahmen vorgestellt

Dass die Inzidenz als einziger Ratgeber zur Festlegung von Corona-Maßnahmen ausgedient hat, ist bereits seit längerem bekannt. Nun stellte der Bundestag im Rahmen einer Änderung des Infektionsschutzgesetzes endlich vor, an welchen Indikatoren man sich zukünftig orientieren will, wenn es um Einschränkungen und Lockerungen im Alltag geht. 

    Die neuen Corona-Indikatoren sind ein Zusammenspiel aus folgenden Angaben:

  • Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen (die bekannte 7-Tage-Inzidenz)
  • Verfügbare Kapazitäten der Intensivbetten
  • Zahl der geimpften Bürger

Die Schwellenwerte, die zu Maßnahmen führen, sollen die Länder festlegen können. Hintergrund ist, dass durch die immer weiter voranschreitende Durchimpfung der Bevölkerung ein hoher Inzidenzwert nicht mehr mit schweren Corona-Verläufen und ausgelasteten Intensivstationen einhergeht. 

Ostbeauftragter (CDU) der Regierung warnt vor starkem Anstieg der Corona-Inzidenzen

Marco Wanderwitz, Ostbeauftragter der Bundesregierung, befürchtet einen starken Anstieg der Corona-Fallzahlen im Osten des Landes. Dies sagte der CDU-Politiker im Gespräch mit der Funke-Medien-Gruppe. Wenn die Schulferien in den fünf "neuen Bundesländern" nun zu Ende gingen, würden die Inzidenzen nicht nur mit großer Sicherheit deutlich ansteigen, sondern auch die im Westen übersteigen, sagte Wanderwitz. Dies führt der Politiker darauf zurück, dass in den fünf Bundesländern – Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern – die Impfquote im Bundesvergleich niedriger sei.

    Die Zahl der vollständigen Impfungen nach Bundesländern in Prozent (Statista, Stand: 3. September 2021):

  • Bremen: 75,7
  • Saarland: 72
  • Schleswig-Holstein: 70,3
  • Nordrhein-Westfalen: 70
  • Hamburg: 69
  • Niedersachsen: 68,3
  • Rheinland-Pfalz: 66,9
  • Berlin: 65,4
  • Hessen: 65,2
  • Mecklenburg-Vorpommern: 63,6
  • Baden-Württemberg: 62,9
  • Bayern: 62,5
  • Sachsen-Anhalt: 61,2
  • Brandenburg: 59,4
  • Thüringen: 58,7
  • Sachsen: 55,5

"Die Impfbereitschaft könnte sich dann wieder erhöhen, wenn sich die Lage deutlich verschlechtert und strengere Maßnahmen für Ungeimpfte kommen. Ein Faktor könnte auch das Ende der kostenlosen Tests sein", sagte Wanderwitz und forderte stärkere Einschränkungen für Ungeimpfte. Andernfalls befürchte der Ostbeauftragte "ähnlich dramatische Verhältnisse haben wie im vergangenen Herbst".

Strengere Corona-Regeln bei Einreise in die Niederlande

Ab kommenden Montag (6. September) gelten für Menschen, die von Deutschland in die Niederlande einreisen wollen, strengere Corona-Regeln. Die sogenannte 3G-Regel tritt dann in Kraft. Jede Person benötigt fortan den Nachweis einer Impfung, eines negativen Tests oder der Genesung. Kinder unter 12 Jahren sind von dieser Maßnahme ausgenommen, wie das Außenministerium in Den Haag am Freitag (3. September) erklärte.

Für Flugreisende, die in die Niederlande einreisen wollen, gibt es außerdem noch eine weitere Auflage. Künftig müssen sie eine vollständig ausgefüllte Gesundheitserklärung dabei haben und auf Nachfrage vorzeigen können. Einheimische, die beispielsweise aus Deutschland in ihr Heimatland zurückkehren wollen, wird nahegelegt einen Corona-Schnelltest zu machen.

Ehepaar hat trotz Corona-Impfung offenbar keine Antikörper

Der Privatsender RTL hat über ein Ehepaar aus Österreich berichtet, das sich mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson gegen das Coronavirus impfen ließ. Die Eheleute glaubten, dass sie nun gut gegen einen schweren Verlauf der Lungenkrankheit Covid-19 geschützt seien. Um auf Nummer sich zu gehen, ließen sich die beiden Österreicher auf Antikörper testen. Doch mit diesem Ergebnis hatten sie wohl nicht gerechnet. 

Bei dem Mann wurde der Antikörper-Wert mit "8" angegeben und war damit viel zu gering. Die Frau erzielte ein noch schlechteres Ergebnis: Ihr Antikörper wurden nur mit dem Wert "1" angegeben. Es scheint, als habe die Corona-Impfung bei dem Paar aus Österreich ihre Wirkung verfehlt, obwohl beide deutliche Impfreaktionen wie Fieber hatten.

RTL-Medizinexperte Dr. Specht nahm zu dem Ergebnis des Antikörper-Tests Stellung: "Es gibt Menschen, bei denen die Impfung nicht anschlägt. Das kommt gar nicht so selten vor, auch bei anderen Impfungen". Die Masernimpfung werde aus diesem Grund zweimal verabreicht, ergänzte Specht. Er riet den Eheleuten sich erneut gegen Corona impfen zu lassen, und zwar mit einem mRNA-Impfstoff.

"Eine Impfauffrischung schade nicht und sei günstiger und weniger umständlich, als jeden Impfling nach der Impfung auf Antikörper zu testen", so der RTL-Medizinexperte. Doch beim Thema Drittimpfung gegen das Coronavirus gehen die Meinungen derzeit auseinander. Es wird darüber diskutiert ob, wer und vor allem wann eine Impfauffrischung nötig ist. Im Falle des Ehepaars könnte es auch sein, dass die Frau und der Mann Antikörper gebildet haben, sich diese aber nicht mit den gängigen Tests nachweisen lassen.

Eine Arzthelferin impft eine Patientin mit einer Spritze. (Symbolbild) Foto: Ole Spata/dpa

Inzidenz der Ungeimpften bis zu 14 Mal höher als die der Geimpften?

Die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, wird dank der Impfung drastisch reduziert. Dementsprechend werden die meisten Infektionen derzeit bei den Ungeimpften festgestellt. Dies geht aus den Zahlen hervor, die die Bundesländer zu Inzidenz und Impffortschritt veröffentlichten.

Laut aktueller Zahlen aus Bayern soll dort die Inzidenz der Ungeimpften etwa 14 Mal höher sein als die der Geimpften: Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) meldete 158,8 Neuinfektionen bei den Ungeimpften und 11,27 Neuinfektionen bei den Geimpften. Wie unter anderem NTV berichtet, soll die Corona-Inzidenz in Baden-Württemberg zwölfmal höher sein, in Schleswig-Holstein rund achtmal höher.

Da jedoch in den einzelnen Bundesländern zum Teil unterschiedliche Grundlagen für die Zahlen herangezogen wurden (die Tagesschau berichtete in einem Faktenfinder über das "Zahlenchaos" bei den Inzidenzwerten), sind diese Werte eher als Annäherungswerte zu betrachten. Die erwartete Grundtendenz wird dennoch bestätigt: Ungeimpfte haben ein deutlich höheres Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren.

Christian Drosten rechnet mit Kontaktbeschränkungen im Herbst

Erst am Mittwoch (1. September) hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) einen weiteren Lockdown für sein Bundesland ausgeschlossen – Virologe Christian Drosten glaubt jedoch, dass weitere Kontaktbeschränkungen folgen werden. Grundlage für seine Annahme sei eine Modellierung des Robert-Koch-Instituts (RKI) aus dem Juli, wie er gegenüber dem "Deutschlandfunk" erklärte. Demnach müssten im Oktober die Kontakte innerhalb der Bevölkerung um zehn, im November gar um 30 Prozent gesenkt werden.

Der Leiter der Virologie der Berliner Charité sagte weiterhin, dass der Übertragungsschutz vollständig geimpfter Personen nach einigen Monaten nachlasse. Des Weiteren zeigen Studien aus Großbritannien, dass die Delta-Variante zu einer weitaus größeren Hospitalisierungsrate führe. Der Weg aus dieser Situation sei lediglich die Impfung. "Wir müssen unbedingt gesamtgesellschaftlich an der Impfquote arbeiten", betonte Christian Drosten. Eine Impfquote von derzeit knapp 61 Prozent reiche nicht aus.

Derweil hält der Chef der Kassenärzte, Andreas Gassen, weitere Kontaktbeschränkungen für nicht notwendig. Er geht davon aus, dass die Impfquote im Frühjahr 2022 hoch genug sein werde, dass sämtliche Einschränkungen in Deutschland fallen werden

Folgen im Herbst weitere Kontaktbeschränkungen? Dies glaubt Virologe Christian Drosten. (Symbolbild)  Foto: Christoph Schmidt/dpa

Komplette Schulklasse in Senden in Quarantäne

Wegen eines oder mehrerer Corona-Fälle wurde nun für eine komplette 6. Klasse des Joseph-Haydn-Gymnasium in Senden Quarantäne angeordnet. Die Maßnahme gelte bereits seit Montag und dauere bis zum 8. September an, wie ein Pressesprecher der Stadt auf Nachfrage gegenüber den WN angab. Die Quarantäne der gesamten Sendener Schulklasse war entgegen der NRW-Regelung, bei der nur einzelne Schüler in Isolation geschickt werden sollen, nötig, wie es weiter heißt: Die 24 Schülerinnen und Schüler seien auf einem Schulausflug gewesen und hätten sich bei der Busfahrt alle ohne genügend Abstand zueinander befunden.

NRW-Regierung will an derzeitigen Corona-Maßnahmen für Schulen festhalten

Trotz weiter steigender Infektionszahlen und mittlerweile über 30.000 Schülern, die in NRW in Quarantäne sind, will die Landesregierung keine neuen Regeln einführen. "Unsere Schutzmaßnahmen greifen", sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch (1. September) im Düsseldorfer Landtag. Sie sei gegen weitere Maßnahmen, die das Recht auf Bildung weiter einschränken, sagte sie weiter. Zudem soll weiter am Präsenzunterricht festgehalten werden.

Zuvor hatte ein Elternverband aus NRW die "Durchseuchung" in den Klassenzimmern angeprangert und eine neue Quarantäne-Regel für die Schüler gefordert. Yvonne Gebauer halte es jedoch für "unrealistisch", dass angesichts des Präsenzunterrichts jede einzelne Corona-Infektion bei Schülern verhindert werden könne. Die steigenden Infektionszahlen seien absehbar gewesen, betont die FDP-Politikerin und stellt klar: "Unsere Schulen waren sicher und sind auch weiterhin sichere Orte."

Corona-Lage an NRW-Schulen – Elterninitiative zeigt sich besorgt

Einen "Kurs der Durchseuchung" würde die NRW-Landesregierung derzeit fahren – so lautet der Vorwurf der Elterninitiative Mobile Raumluftfilter NRW. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen würde ignoriert – stattdessen seien einheitliche Quarantäne-Regeln und eine Verkürzung der Quarantäne-Dauer nötig, wie die Initiative fordert. Zudem bedürfe es jetzt eines politischen Signals, dass Luftfilter in Schulen gewollt sind, sagt Franz-Josef Kahlen von der Elterninitiative. "Wir sind schon jetzt viel zu spät dran", fügt Kahlen hinzu und verweist darauf, dass zwischen einer Bestellung zum jetzigen Zeitpunkt und bis zur tatsächlichen Inbetriebnahme der Filteranlagen rund drei Monate vergehen würden. Mehr dazu:

Eltern fordern mildere Quarantäne-Regel für Kitas

Mildere Quarantäne-Maßnahmen fordern Eltern von Kita-Eltern von der NRW-Regierung. 14 Tage Quarantäne für alle Kontaktpersonen sind nicht verhältnismäßig", kritisierte der Landeselternbeirat (LEB) der Kindertageseinrichtungen in NRW am Dienstag (31. August). Bei einem Infektionsfall müsse überprüft werden, ob es nicht auch mildere Maßnahmen gebe – zum Beispiel Corona-Tests statt Quarantäne.

In den vergangenen vier Wochen, seitdem die Kitas in NRW wieder geöffnet haben, mussten zahlreiche Kinder aufgrund von Corona-Fällen in den Einrichtungen für 14 Tage in Isolation gesteckt werden. Für viele Eltern sind diese Quarantäne-Regeln unverhältnismäßig. Der Landeselternbeirat befürchtet verheerende Folgen für die Kinder durch soziale Isolation, zumal sie von einer Corona-Infektion kaum schwer betroffen seien.

Für Erzieherinnen und Erzieher sowie Eltern sieht die neue Corona-Betreuungsverordnung zudem vor, dass auch sie sich an die 3G-Regel halten müssen – sie also getestet, genesen oder geimpft sein müssen, wenn sie eine Kita betreten. Auch für Schülerinnen und Schüler hatten Verbände laschere Quarantäne-Regeln gefordert.

Schüler fordern eine Milliarde Euro für Luftfilter

Die Bundesschülerkonferenz fordert eine Milliarde Euro zusätzlich für die Anschaffung von Luftfiltern in Schulen. "Der Bund hat bislang ein Hilfspaket von 200 Millionen Euro für Luftfilter verabschiedet, diese Rechnung geht bei Weitem nicht auf", sagte Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wir fordern daher eine Milliarde Euro zusätzlich für die Anschaffung von Filtern." Das Geld solle dabei vor allem vom Bund kommen, um die Kommunen zu entlasten.

Zudem drängt die Bundesschülerkonferenz auf ein flächendeckendes und unkompliziertes Impfangebot in Schulen, damit Schülerinnen und Schüler möglichst schnell wieder in den Normalzustand zurückkehren könnten. Eine Möglichkeit sieht Schramm zum Beispiel in Form von Impfmobilen. Zudem müsse stärker an Aufklärung gearbeitet werden, betont Schramm weiter: „Wir erleben noch immer viele Falschinformationen in diesem Bereich, die durch entsprechende Bildung ausgeräumt werden könnten."

Corona-Bestimmung zur Bundestagswahl: Maskenpflicht in NRW-Wahllokalen

Laut der neuen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW gilt bei der Bundestagswahl 2021 eine Maskenpflicht für Wahllokale. In der neusten Fassung vom 28. August sieht die Verordnung vor, dass "in Innenräumen, in denen mehrere Personen zusammentreffen, [...] einschließlich den Brief- und Urnenwahlräumen für die Bundestagswahl 2021 und deren Zuwegen innerhalb des Wahlgebäudes" das Tragen eines Mund-Nases-Schutzes vorgeschrieben ist. Dabei muss es sich mindestens um eine medizinische beziehungsweise um eine OP-Maske handeln.

Für die Wahlhelfer gilt die Maskenpflicht prinzipiell auch – allerdings sieht die Corona-Schutzverordnung eine Ausnahme vor: Mitglieder von Wahlvorständen müssen für die Bundestagswahl 2021 keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, "wenn das Tragen der Maske durch gleich wirksame Schutzmaßnahmen (Abtrennung des Sitzplatzes am Wahltisch durch Glas, Plexiglas oder ähnliches) ersetzt wird oder das jederzeitige Einhalten eines Mindestabstands von 1,5 Metern zu anderen Personen sichergestellt ist[.]"

Doch auch Maskenverweigerern soll die Wahl ohne das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung von den Wahlvorständen ermöglicht werden, wie es die Verordnung vorsieht. Geht dies aber nicht, ohne andere zu gefährden, dürfen Maskenverweigerer aus den Wahllokalen verwiesen werden:

Paragraf 3, Abschnitt 4 der Corona-Schutzverordnung von NRW

PCR-Tests für Ungeimpfte: Disko-Betreiber klagt gegen Corona-Bestimmung in NRW

Am Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster wird in einem Eilverfahren über die Klage eines Disko-Betreibers aus Hagen entschieden: Das Unternehmen hatte laut Angaben einer Sprecherin des OVG bereits am vergangenen Donnerstag den entsprechenden Antrag eingereicht (dpa berichtet). Die Klage richte sich gegen die PCR-Test-Regelung, die in der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen festgeschrieben ist.

Denn bei Diskobesuchen in NRW gilt nicht die gängige 3G-Regel, nach der Ungeimpfte mit einem negativen Schnelltest der Besuch gewährt werden darf. Statt eines einfachen Schnelltests wird hier ein (negativer) PCR-Test benötigt, der maximal 48 Stunden alt sein darf und teurer ist. 

Ausnahmen der 3G-Regel in NRW

Corona: Zahl der Covid-Patienten auf Intensivstationen steigt

Die Zahl der Intensiv-Patienten nimmt wieder zu: Erstmals seit dem 18. Juni liegen wieder über 1000 Menschen aufgrund ihrer Covid-19-Erkrankung auf den Intensivstationen in Deutschland. Dies geht aus dem DIVI-Register-Tagesreport vom Sonntag (29. August) hervor. Demnach wurden an diesem Tag 1008 Covid-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 485 von ihnen, das entspricht 48 Prozent, wurden beatmet.

Die niedrigste Zahl an Intensiv-Patienten wurde laut DIVI, der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, mit 354 Menschen am 22. Juli gemeldet. Den Höchststand gab es am 3. Januar: An diesem Tag wurden 5772 Menschen wegen einer Infektion mit dem Coronavirus intensivmedizinisch behandelt.

Wie die Tagesschau berichtet, sei zudem die Zahl der jüngeren Covid-Patienten auf den Intensivstationen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: Knapp jeder zehnte Covid-19-Patient, der derzeit behandelt wird, ist laut DIVI-Bericht vom 26. August 30 bis 39 Jahre alt, jeder fünfte 40 bis 49 Jahre. Besonders hoch sei die Zahl der Covid-19-Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden, in NRW und im Saarland.

Startseite