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Hier passieren die meisten Unfälle

Die gefährlichste Bahnstrecke Deutschlands liegt im Münsterland

Seit Jahren ereignen sich auf der Strecke zwischen Münster und Rheda-Wiedenbrück Unfälle - so viele, wie auf keiner anderen im Land.

Von Lea Sarah Wolfram

Auf dieser Strecke kollidieren immer wieder Autos und Züge. Foto: picture-alliance/ dpa

Münster/Telgte/Warendorf - Direkt neben der Bundesstraße 51 zwischen Münster und Telgte und der Bundesstraße 64 zwischen Telgte und Warendorf verläuft eine Bahnstrecke. Sie ist die gefährlichste Deutschlands: Immer wieder gibt es Unfälle, weil Züge und Autos miteinander kollidieren.

Vergangenen Dienstag (24. Juli) erst fuhr eine Eurobahn in einen PKW. Eine Frau wurde dabei schwer verletzt, wie msl24.de berichtete. 2017 ereigneten sich insgesamt sieben Unfälle auf der Strecke. Doch wieso kommt es immer wieder zu so vielen Zusammenstößen?

Gefahr durch unbeschrankte Bahnübergänge

Das Problem: Da die Bahngleise direkt neben zwei Bundesstraßen herführen, gibt es sehr viele Bahnübergänge. Und etliche sind nicht mit Lichtanlagen und Schranken gesichert: 54 unbeschrankte Bahnübergänge gibt es zwischen Münster und Rheda-Wiedenbrück. Um auf ihre Ankunft aufmerksam zu machen, hupen die Züge. Entsprechende Schilder an den jeweiligen Zufahrten weisen die Lokführer darauf hin, dass an dieser Stelle ein Signal ertönen muss.

Das brachte den Zügen auf der Strecke den Beinamen "Pängel Anton" ein: Dampflokomotiven mussten früher ebenfalls ein Signal von sich geben, wenn sie unbeschrankte Bahnübergänge passierten - das bezeichnete man als "pängeln". Ein anderer, weniger netter Beiname ist "Westfalentöter", der durch die vielen Unfälle aufkam. Vielen Anwohnern ist der Lärm, den das "pängeln" macht, schon lange ein Graus.

Neue Pläne für die Bahnstrecke

Bereits 2011 waren große Neuerungen geplant, um die Unfallgefahr auf der Strecke zu verringern. So sollten etliche unbeschrankte Bahnübergänge geschlossen werden. 2017 taten sich der Kreis Warendorf und Straßen.NRW mit Bahn und Bundespolizei zusammen und stellten Warnschilder auf, die auf Gefahrenstellen aufmerksam machen sollten. Und nun gibt die Bahn bekannt: Bis 2025 sollen alle unbeschrankten Bahnübergänge verschwunden sein. Das heißt: Kein Pängeln mehr. Und der Zug dürfte dann auch schneller fahren. Aber das Wichtigste: Die Strecke würde sehr viel sicherer werden.

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Doch die Anwohner an der B 64 haben natürlich auch ein Wörtchen mitzureden: Wenn 54 Übergänge gestrichen werden, müssen viele Anlieger Umwege in Kauf nehmen. Dazu kommen mögliche Umbaumaßnahmen, die zum Teil auf ihren privaten Grundstücken durchgeführt werden müssten. Die Angst vor einem Flächenverlust steht im Raum. Es bleibt also abzuwarten, wie es mit dem "Westfalentöter" in Zukunft weitergehen wird.

Zu einer Störung kam es neulich, als ein Mann in Greven sich unter einem Zug versteckte – und damit den kompletten Bahnverkehr lahm legte. Nun belangt ihn nicht nur die Polizei, sondern auch die Deutsche Bahn.

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