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Vorschlag präzisiert

Tank-Zuschuss: So möchte Lindner Autofahrer entlasten

Das Tanken in Deutschland ist so teuer wie nie zuvor. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) möchte Verbraucher mit einem Sondermodell entlasten.

Von Dario Teschner

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) verteidigt seinen Vorschlag eines Tank-Rabatts gegen Kritik (Symbolbild). Foto: Kay Nietfeld/Sven Hoppe/dpa (Collage: hallo24.de)

Der Ukraine-Krieg treibt die Energiepreise immer weiter in die Höhe. Heizöl wird immer teurer und für einen Liter Benzin oder Diesel müssen die Verbraucher an der Tankstelle tief in die Tasche greifen.

Bundesfinanzminister Christian Lindner schließt eine zeitlich begrenzte Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent aus. Er möchte die Bürgerinnen und Bürger auf andere Weise entlasten. Doch wie genau soll dieser Tank-Rabatt aussehen?

Staatlicher Tank-Zuschuss: Lindner konkretisiert Vorschlag

Nach Angaben des Finanzministers sei es das Ziel, dass die Spritpreise unter zwei Euro fallen. Um dies zu erreichen, schlug Lindner vor, für drei Monate 40 Cent Zuschuss pro Liter Diesel oder Benzin zahlen zu wollen. Sein Vorschlag würde den Staat etwa 6,6 Milliarden Euro kosten.

Der Tank-Rabatt soll beim Bezahlen an der Tankstelle vom Gesamtbetrag abgezogen werden. Die Tankstellenbetreiber sollen im Nachgang die Quittung beim Finanzministerium einreichen können, um die für sie entstandenen Kosten ausgleichen zu können. "Es soll nicht jede Tankquittung individuell verwaltet werden. Das wäre abwegig", erklärte Lindner. Der FDP-Chef schlug vor, dass Tankstellen auf Basis der verkauften Kraftstoffmenge die Erstattung beim Staat beantragen könnten.

Energiegeld statt Tank-Rabatt? Grüne kritisieren FDP-Vorschlag

Nachbarland Frankreich strebt einen ähnlichen Weg an und möchte mit einem Rabatt von 15 Cent pro Liter dem Preisanstieg entgegenwirken. Unter anderem bei den Grünen stieß Lindners Vorschlag auf Kritik. Anstatt eines Tank-Rabatts schlugen Vertreter der Partei ein Energiegeld vor.

In den ARD-Tagesthemen begrüßte der Bundesfinanzminister diesen Vorschlag zwar, schränkte jedoch ein, dass ein Energiegeld eine komplizierte Gesetzgebung voraussetze. Wie genau der Tank-Rabatt am Ende aussehen wird, steht jetzt noch nicht fest. Angesichts der hohen Spritpreise drängen Verbraucher auf eine schnelle Entscheidung der Bundesregierung.

Spritpreise für Diesel und Super liegen weit über 2 Euro

Die Preise für Kraftstoff haben in Deutschland einen neuen Spitzenwert erreicht. Am Montagmorgen (14. März) lag der Diesel im Durchschnitt bei 2,311 Euro pro Liter. Super E5 kostete 2,253 Euro und Super E10 2,195 Euro. Seit Beginn des Krieges zwischen der Ukraine und Russland registrierte der ADAC beim Diesel einen Preisanstieg von rund 38 Prozent.

Vor allem der stark gestiegene Rohölpreis hat einen großen Anteil an dieser Entwicklung. Während ein Barrel der Sorte Brent am Monatsanfang noch für 105 Dollar zu haben war, kostete dieser am 9. März bereits 130 Dollar. Zeitweise sank der Preis der wichtigsten Ölsorte wieder auf unter 115 Dollar, doch wegen des Krieges und der damit verbundenen Sanktionen gibt es weiterhin starke Schwankungen.

Warum sind die Spritpreise aktuell so hoch?

Nicht nur die hohen Kosten beim Rohöl machen das Tanken in Deutschland derzeit so teuer wie nie zuvor. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erklärte die hohen Preise für Energie mit der wachsenden Angst der Verbraucher nach dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. "Und das alles, weil Angst vor Energieknappheit und Spekulationen die Preisspirale anheizen", machte der Vizekanzler in der ARD-Sendung Anne Will deutlich.

Nach ADAC-Angaben habe sich der Benzinpreis vom Rohölpreis und Dollar-Kurs entkoppelt. Im Vergleich zum Diesel wird Benzin erheblich stärker besteuert: Fast die Hälfte des Literpreises landet in der Staatskasse. Beim Diesel sind es hingegen zirka 40 Prozent.

Warum ist Diesel teurer als Benzin?

Der markante Preisanstieg beim Diesel ist nach Angaben der Bundesregierung vor allem auf das Verhalten einiger Hausbesitzer zurückzuführen. Aufgrund des Ukraine-Konflikts befürchten viele Menschen, die mit Öl heizen, Lieferengpässe. Sie füllen daher jetzt im Spätwinter ihre Tanks auf.

Hinzu kommt, dass mehrere Händler Öl aus Russland boykottieren. Dies sorgt für einen künstlichen Engpass. Diesel aus Russland sei auf dem deutschen Markt zwar vorhanden, doch der Kraftstoff sei nach Aussagen von Experten kaum zu vertreiben. Die hohen Spritpreise betreffen nicht nur Autofahrer. Vor allem die Transport- und Taxibranche steht vor großen Problemen. Sollte sich die Lage weiter zuspitzen, sei die Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft in Gefahr, teilte der Bundesverband Güterkraftverkehr mit.

So setzt sich der Spritpreis zusammen

Zu einem großen Anteil setzt sich der Preis für Diesel und Benzin aus Steuern und Abgaben zusammen. So beträgt etwa die Energie- beziehungsweise Mineralölsteuer pro Liter Superbenzin etwa 65,5 Cent. Beim Diesel sind es für dieselbe Menge rund 47 Cent. In der Theorie müsste Diesel somit rund 19 Cent günstiger sein als Benzin.

Doch die Realität sieht anders aus. Stark schwankende Preise bedingt durch den Ukraine-Krieg haben dafür gesorgt, dass Diesel aktuell teurer ist als Benzin. Seit 2022 kommt zudem der CO₂-Preis hinzu, der bei Super E10 fünf Cent und bei Diesel rund sechs Cent pro Liter ausmacht. Die gestiegenen Kosten für den Rohölpreis sowie die Weiterverarbeitung und der Transport zu den Tankstellen wird den Verbrauchern in Rechnung gestellt. Auf den Endbetrag kommen dann noch 19 Prozent Mehrwertsteuer.

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