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Deutschlands größte Drogerie-Kette: Alles über dm

Karlsruhe

Mit 62.000 Mitarbeitern ist dm die größte Drogeriemarkt-Kette Deutschlands (2019). Bei hallo24.de finden Sie alle Infos zu Angebot, Öffnungszeiten und der Geschichte des Konzerns.

Von Sven Haverkamp

Eine dm-Filiale. Foto: dm-drogerie markt GmbH + Co. KG
  • Name: dm (Drogeriemarkt)
  • Gegründet: 1973
  • Standort: Karlsruhe
  • Angestellte: 62.606 (2019/20)
  • Filialen: 3700 (2019)
  • Umsatz: 11,52 Mrd. (2019/20)

Die Drogerie-Kette dm ist mit rund 3.700 Filialen und 62.000 Mitarbeitern die größte ihrer Art in Deutschland. Bei uns erfahren Sie alles Wissenswerte über die Geschichte, das Sortiment und die Angebote von dm.

dm: Die Geschichte der Drogerie

Das erste Geschäft eröffnete der Unternehmensgründer Götz Werner 1973 in Karlsruhe. Neben dem Gesellschafter Werner gibt es seit 1974 mit Günther Lehmann in der Kommanditgesellschaft nur einen Mitgesellschafter. Anfang 1976 erfolgte der Markteintritt in Österreich. Aufgrund seiner Unternehmensgröße wurde dm-Deutschland mitbestimmungspflichtig und gründete im September 2002 einen Betriebsrat sowie im Frühjahr 2003 auch einen mitbestimmten Aufsichtsrat mit acht Arbeitnehmervertretern.

2008 übernahm Erich Harsch nach 27 Jahren Betriebszugehörigkeit die Geschäftsleitung und löste damit Werner ab, der in den Aufsichtsrat wechselte. Im August 2010 gab der Unternehmensgründer Werner bekannt, dass er seine Unternehmensanteile in eine gemeinnützige Stiftung eingebracht habe. Götz Werners Sohn Christoph wurde 2011 in die Geschäftsführung aufgenommen und ist seitdem für Marketing und das Online-Geschäft zuständig. 2020 löste er Erich Harsch als Leiter der Geschäftsführung von dm ab.

Im Juli 2019 bezog dm in Karlsruhe eine neue Firmenzentrale, Architekt war das Stuttgarter Büro "Lederer Ragnarsdóttir Oei". 2020 gewann dm mit der Lösung von Swisslog, einem Unternehmen für automatisierte Lösungen für Lagerhäuser, den Deutschen Logistikpreis der Bundesvereinigung Logistik.

Götz Werner der Menschenfreund: Die Philosophie hinter den dm-Drogerien

Der dm-Gründer Götz Werner ging in seinem Unternehmen zunächst den konventionellen Weg eines klassischen Discounter-Prinzips, wie es schon Aldi, Lidl und Co. vormachten. Das bedeutete etwa Selbstbedienung und hohe Rabatte aufgrund von Großeinkäufen. Mit steigender Expansion der Drogerie-Kette wurde Werner dieser Weg jedoch zu bürokratisch und schwerfällig. 

Also änderte er Anfang der 90er Jahre nach und nach die Organisationsstruktur des Filialnetzes. Die Filialen erhielten zunehmend mehr Selbstverantwortung und Eigenkontrolle. Heute bestimmen die dm-Filialen vor Ort selbst ihr Sortiment, ihre Dienstpläne, zum Teil die Vorgesetzten und sogar die Gehälter. Dieser Gestaltungsspielraum der Mitarbeiter bei Entscheidungen ist nach Ansicht von Analysten der Grund für konkurrenzfähige niedrige Preise bei vielen Produkten sowie eine hohe Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit.

Götz Werners besondere Art der Unternehmensführung bei dm erfuhr bundesweite Aufmerksamkeit. Die Umsetzung eines betont unautoritären Führungskonzepts, der sogenannten "dialogischen Führung", stützt sich auf Verständnis und Respekt. Werner zog in seinem Unternehmen den Dialog der Anweisung vor. Einen seltenen Weg zur Förderung der betrieblichen Zusammenarbeit ging Werner, indem er auf eine "Offenheit für Neues" bestand. Die Filialleiter von dm kamen anfangs nur schwer mit dieser Umstellung zurecht.

Werner ist ein bekennender Anthroposoph und richtet seine Unternehmensphilosophie bei dm nach den Prinzipien von Persönlichkeitsentwicklung, Vertrauen und Kreativität aus. Prämien- und Bonussysteme betrachtet er als „permanentes Misstrauen“ gegenüber der Leistungsbereitschaft seiner Mitarbeiter. Dennoch wird am Ende eines jeden Tertials eine sogenannte „Tertialabschlusszahlung“ (in variabler Höhe) an diejenigen Mitarbeiter ausgezahlt, deren Filiale das geplante Ziel erreicht oder überschritten hat.

Die besondere Ausbildung bei dm

Eine Besonderheit stellt auch Götz Werners Ausbildungskonzept dar, das mehrere Auszeichnungen erhielt. Alle Auszubildenden (bei dm „Lernlinge“ genannt) absolvieren während ihrer Ausbildung zweimal ein achttägiges Theaterprojekt. Mit Unterstützung von Profis sollen sie dadurch "Team- und Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, zielgerichtetes wie situationsangemessenes und flexibles Handeln" einüben.

Ziel ist es, sie mit einem Geschäftsmodell vertraut zu machen, das sich als "lernendes Unternehmen" versteht, um auch unter sich ständig verändernden Marktbedingungen flexibel und effizient handeln zu können. Der passionierte Ruderer Werner veranschaulicht diese Situation mit einem "permanenten Wildwasser".

Das Markensortiment bei dm

Seit 1986 wurden bei dm Eigenmarken eingeführt. Balea wird zum Beispiel für Produkte der Körperpflege verwendet. Im Jahr 2008 gab es 21 dm-Marken mit insgesamt 2600 Produkten in fast allen Sortimentsbereichen im Angebot. Dieses Produktsegment erwirtschaftete 2004 etwa 30 Prozent des Gesamtumsatzes. Zwischen 2006 und Ende 2012 bot dm einen Bestell- und Abholservice für apothekenpflichtige Arzneimittel in Kooperation mit der niederländischen Versandapotheke Europa Apotheek Venlo an. 

Seit Januar 2013 besteht eine Kooperation mit der Schweizer Versandapotheke zur Rose AG. Einen immer breiteren Raum im Verkaufssortiment nahm die Bio-Abteilung ein. Hier wurden auch Produkte von Alnatura angeboten, dm war bis 2014 deren mit Abstand größter Handelspartner. 2015 entschied sich die Drogerie-Kette, die Eigenmarke "dmBio" einzuführen und deswegen nach und nach alle Alnatura-Produkte aus dem Angebot zu entfernen. Die Leistungen von dm gehen heute in fast alle Richtungen: 

  • Make-Up
  • Haare
  • Pflege & Parfum
  • Männerpflege
  • Gesundheit
  • Ernährung
  • Baby & Kind
  • Haushalt
  • Tier 
  • Foto

Größte Drogerie Deutschlands: dm und die Konkurrenz

In Deutschland ist dm seit 2010 die größte Drogeriemarktkette nach Umsatz. Zweiter war bis zur Insolvenz 2012 Schlecker, auf Platz drei folgte Rossmann. Nach der Zahl der Filialen führte Schlecker. Nachdem etwa dreißig Jahre lang eine informelle Marktaufteilung zwischen dem drittgrößten deutschen Drogerieunternehmen Rossmann und dm bestanden hatte, setzte etwa seit der Jahrtausendwende ein Verdrängungswettbewerb ein.

Während Rossmann bislang den Norden und Osten Deutschlands belieferte und dm den Süden, hat nun Rossmann mit Unterstützung des Hongkonger Konzerns Hutchison Whampoa seine Zurückhaltung aufgegeben. Im Gegenzug eröffnet dm zunehmend mehr Filialen im Norden, insbesondere in den Ballungsgebieten Hannover und Berlin. Nach Angaben des Unternehmens hatte 2007 jede dm-Filiale durchschnittlich 270.000 Euro Umsatz im Monat, Rossmann kam auf 150.000 Euro und Schlecker auf 45.000 Euro je Filiale.

2014 hält dm in Deutschland einen Marktanteil von 23 Prozent, 17,5 Prozent teilen sich die übrigen Drogeriemärkte. Mehr als ein Drittel der Drogerieartikel werden im Lebensmitteleinzelhandel verkauft, 27 Prozent bei Discountern. dm-Deutschland hat drei Verteilzentren in Waghäusel, Weilerswist und Wustermark.

Die Öffnungszeiten bei dm

Die Öffnungszeiten der einzelnen Filialen von dm variieren stark. Die meisten Drogerien öffnen jedoch zwischen 8 und 9 Uhr morgens und schließen zwischen 19 und 21 Uhr abends. Auf der dm-Homepage können Kunden Filialen in ihrer Nähe finden und so die lokalen Öffnungszeiten herausfinden.

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