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Die Ermittlungen laufen

Fremdenhass? Erneuter Anschlag in Coesfeld – Staatsschutz ermittelt

Am vergangenen Wochenende stiegen Unbekannte in ein Lebensmittelgeschäft ein. Erst ermittelte die Polizei, jetzt übernimmt der Staatsschutz – denn dies ist nicht der erste Anschlag.

Von Lea Sarah Wolfram

Coesfeld – Als der Inhaber eines Geschäfts für orientalische Süßigkeiten vor seinem Laden stand, bemerkte er zuerst das Loch in der Eingangstür. Als er dann hineinging, stieg ihm ein stechender, übelriechender Geruch in die Nase. Er rief die Polizei. Die vermutet, dass es sich bei der Flüssigkeit um Buttersäure handelt.

Anschläge mit Buttersäure: Das sind die Folgen

Buttersäure verströmt einen starken, beißenden Geruch – eine Mischung aus ranziger Butter und Erbrochenem. Dabei reichen schon geringe Mengen aus, um den Geruch aus mehreren Metern wahrzunehmen. Für die Beseitigung müssen Experten ran, denn die Säure kann mit normalen Reinigern nicht entfernt werden – sie muss fachmännisch neutralisiert werden.

Wird Buttersäure eingeatmet, kann dies zu Erbrechen, Schwindel, Augenreizung, Reizung der Atemwege und Kopfschmerzen führen. Die Säure wird für Anschläge verwendet, weil sie billig, leicht zu beschaffen und äußerst effektiv ist: Schon wenige Tropfen reichen aus, um einen Raum komplett zu ruinieren.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich später in der Nähe: Auf ein Restaurant in Nordkirchen im Kreis Steinfurt wurde ebenfalls ein Anschlag mit Buttersäure verübt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Zweiter Buttersäure-Anschlag in Coesfeld – Der Staatsschutz schaltet sich ein

Die unbekannten Täter stiegen in der Nacht zwischen Samstagabend (21. Juli), 22 Uhr, und Sonntag (22. Juli,), 11.45 Uhr, in das Geschäft an der Letter Straße ein. Dort verschütteten sie die übelriechende Flüssigkeit. Dies ist bereits der zweite Anschlag mit Buttersäure innerhalb weniger Wochen: Anfang Juli wurde die gefährliche Flüssigkeit in einem Friseursalon in der Coesfelder Innenstadt vergossen.

Da sowohl der Inhaber des Salon als auch des Süßigkeitengeschäftes ausländischer Herkunft sind, kann ein politischer Hintergrund der Tat nicht ausgeschlossen werden. Der Staatsschutz hat deswegen die Ermittlungen übernommen. Hinweise nimmt die Polizei Münster unter der Rufnummer 0251/27 50 entgegen.

Ermittelt wird auch in der Domstadt wegen Volksverhetzung: Nach einem Vorfall in Münster ist der Staatsschutz eingeschaltet worden. Auch in diesem Fall ermittelt der Staatsschutz: Ein Jugendlicher aus Guinea wurde in Borken attackiert. Die Polizei sucht nach einem wichtigen Zeugen.

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