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Anklage erhoben

Tödliche Messerattacke in Wohnheim: Kein religiöses oder politisches Motiv 

Greven/Münster

Ein 35-Jähriger wurde im Juli durch mehrere Messerstiche getötet. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Münster Anklage gegen den Beschuldigten erhoben. 

Von Sohrab Dabir

Das Landgericht Münster entscheidet jetzt über die Anklage gegen den 25-Jährigen aus Greven. (Symbolbild) Foto: dpa/Fabian Strauch (Symbolbild)

Ein Streit, der sich am 5. Juli dieses Jahres in einer kommunalen Unterkunft in Greven ereignet hatte, endete für einen 35-Jährigen tödlich. Gegen den zehn Jahre jüngeren Tatverdächtigen hat die Staatsanwaltschaft Münster nun Anklage wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und des Totschlags erhoben.

Nach Abschluss der Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Beschuldigte in der Unterkunft für Asylsuchende und Obdachlose in Greven zunächst mit zwei weiteren Männern (35 und 43) in einen verbalen Streit geraten sei. Nachdem sich die Parteien beruhigt hatten, gingen der 43-Jährige und der Angeklagte zunächst zurück auf ihre Zimmer. 

Greven: Angeklagter soll 35-Jährigen in den Hals gestochen haben

Nachdem der Beschuldigte den Mann aufgefordert hatte, vor die Unterkunft zu kommen, soll er diesen unvermittelt mit einem Messer angegriffen haben. Der 43-Jährige wurde durch mehrere Stichverletzungen schwer verletzt, so die Staatsanwaltschaft Münster. Als Reaktion auf diesen Messerangriff soll der 35-Jährige, der zuvor ebenfalls in dem Streit involviert war, versucht haben, beruhigend auf den Tatverdächtigen einzuwirken. Dieser soll jedoch sein Gegenüber ebenfalls unvermittelt angegriffen und mit dem Messer in dessen Hals und Oberkörper eingestochen haben.

Der 35-Jährige verstarb anhand der Folgen seiner Stichverletzungen noch vor Ort an der Unterkunft in Greven. Das andere Opfer erlitt lebensgefährliche Verletzungen, überlebte den Messerangriff jedoch. Der Tatverdächtige flüchtete nach der Attacke zunächst in ein angrenzendes Maisfeld, konnte von der Polizei wenig später gefasst werden. Seitdem befindet er sich in U-Haft.

Tödliche Messerattacke in Greven war nicht religiös motiviert

In seiner Vernehmung gestand der 25-Jährige die Tat, betonte jedoch, dass er von den beiden Männern zuvor beleidigt worden sei und sich lediglich gewehrt habe. Was das genaue Motiv des Beschuldigten ist, konnten die Ermittler bislang jedoch noch nicht klären. Sie schließen jedoch ein politisches sowie religiöses Motiv des Mannes aus. Zeugen sollen nach der Tat im Münsterland gegenüber der Polizei angegeben haben, dass der Angeklagte kurz vor dem Angriff "Allahu Akbar" gerufen haben soll.

Ob dies tatsächlich der Fall ist, konnte bislang noch nicht festgestellt werden. Unabhängig davon ist sich die Staatsanwaltschaft Münster sicher, dass der Ausruf, sollte er getätigt worden sein, keinen Zusammenhang zum möglichen Motiv darstellt. Auch die Auswertung des Handys des 25-Jährigen ergaben "keine Hinweise auf islamistische Bestrebungen des Angeschuldigten", heißt es Seitens der Ermittler. Diese gehen zudem davon aus, dass der Beschuldigte, der zum Tatzeitpunkt unter Marihuana- und Amphetamin-Einfluss gestanden hatte, uneingeschränkt schuldfähig gewesen ist.

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