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NRW

Großeinsatz wegen Corona-Mutation in Hamm: Infizierter arbeitete im Münsterland

Eine Infektion mit der britischen Coronavirus-Mutation in Hamm hatte weitreichende Folgen: 140 Menschen mussten getestet werden, vier Wohnhäuser stehen unter Quarantäne.

Von Sohrab Dabir

Hamm/Münsterland – Der erste Fall einer Infektion mit der britischen Coronavirus-Mutation hat nun die NRW-Stadt Hamm erreicht. Personen aus zwei Haushalten haben sich mit der Variante infiziert. Daraufhin folgte ein bemerkenswerter Großeinsatz südlich des Münsterlandes.

Bei der infizierten Person handelte es sich um einen Bauarbeiter, der als Trockenbauer im Münsterland gearbeitet haben soll. Nachdem er Corona-Symptome gespürt hatte, ging er zum Arzt. Dieser stellte bei ihm eine Coronavirus-Infektion fest. Nachdem das Gesundheitsamt in Hamm über die Infektion informiert worden war, kam es in der Stadt zu dem Großeinsatz.

RegionMünsterland
Einwohner1,63 Mio
BundeslandNRW

Hamm: Polizei überwacht Gebäude nach Infektion mit Mutation

Eine Einsatzhundertschaft der Polizei sowie Vertreter verschiedener Behörden durchsuchten vier Wohnhäuser in Hamm nach potenziellen Kontaktpersonen des Infizierten. 145 Menschen sollen in den Gebäuden leben – sie alle wurden nun in Quarantäne gestellt, wie auch der wa* berichtet. Zwei weitere Personen aus dem Umfeld des im Münsterland tätigen Bauarbeiters sollen sich bis Dienstag (16. Februar) mit dem Coronavirus infiziert haben – ob sie ebenfalls die britische Mutation in sich tragen ist noch unklar.

„Anhand der Meldeadressen gehen wir von etwa 130 Personen aus, die heute zu testen sind. Alle Proben werden auch auf verschiedene Mutationen des Covid-Erregers untersucht“, sagte Jörg Mösgen, Rechtsdezernent der Stadt Hamm. Gegen 20 Uhr begann der Großeinsatz an den vier Wohnhäusern. Die Polizei überwachte in der Zeit die Ein- und Ausgänge, damit niemand die Gebäude verlässt. Mittlerweile werden diese von Mitarbeiter einer Sicherheits-Firma überwacht.

Nach Infektion mit Corona-Mutation: Verbreitung auch im Münsterland?

„Die britische Mutante des Coronavirus ist hochansteckend. Um die Ausbreitung zu verhindern, waren diese Maßnahmen das Gebot der Stunde“, begründete Marc Herter, Oberbürgermeister der Stadt Hamm, den Großeinsatz. Dieser sei im Interesse aller Bürger sowie der infizierten Personen geschehen. Am Dienstag zeigte sich der OB zuversichtlich, dass durch den Einsatz alle möglichen „Verbreitungswege abgeschnitten“, worden seien.

In welcher Stadt im Münsterland der Infizierte gearbeitet hat ist derzeit genauso unklar wie die Frage, ob er seine Kollegen angesteckt hat. Dies könnte im schlimmsten Fall zu einer weiteren Verbreitung der Corona-Mutation führen. Diese wurden neulich erst in Münster nachgewiesen. Die Stadt gilt aufgrund ihrer niedrigen Inzidenz als Vorbild im Kampf gegen das Virus. (*Wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

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