1. www.hallo24.de
  2. >
  3. Region
  4. >
  5. Gütersloh: Arzt wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen

  6. >

Urteil gefallen

Patientinnen vergewaltigt: Arzt aus Gütersloh schuldig gesprochen

Bielefeld/Gütersloh

Im Fall eines Arztes, der in einem Krankenhaus mehrere Patientinnen vergewaltigt hat, ist ein Urteil am Landgericht Bielefeld gefallen.

Von Sven Haverkamp

Vor dem Landgericht Bielefeld fiel nun das Urteil gegen einen Arzt aus Gütersloh. Foto: Friso Gentsch/dpa

Dem früheren Arzt des Sankt-Elisabeth-Krankenhauses in Gütersloh, Nils T., wurde die Vergewaltigung mehrerer Patientinnen vorgeworfen. Dafür soll er sie entweder unter Medikamente gesetzt oder den Dämmerzustand nach einer Narkose ausgenutzt haben. 

Gütersloh: Erster Vergewaltigungsfall im Dezember 2020 bekannt

Mitte Dezember 2020 geriet der erste Vergewaltigungsverdacht an die Öffentlichkeit. Eine 36-jährige Frau, die als Patientin im Sankt-Elisabeth-Krankenhaus in Gütersloh behandelt worden war, informierte nach ihrer OP das Klinikpersonal und erhob gegen ihren damaligen Anästhesisten schwere Vorwürfe. Die Leitung der Klinik entschied sich dazu, die Polizei zu verständigen. Der verdächtige Nils T. wurde daraufhin verhaftet und saß seit dem 16. Dezember in Untersuchungshaft.

In der Folge des ersten Vorwurfes meldeten sich weitere Frauen, die ähnliche Erfahrungen mit dem Arzt gemacht hatten. Die Polizei Gütersloh startete daraufhin einen Aufruf an weitere Opfer, sich bei den Ermittlern zu melden

Vergewaltigung in Gütersloher Krankenhaus: Arzt verurteilt

Die Beweislast gegen Nils T. wurde zuletzt immer erdrückender. Die Ermittler entdeckten bei ihren Untersuchungen Speichelspuren einer Patientin in der Unterhose des Angeklagten. Außerdem fanden sie etwas Samenflüssigkeit, die dem Arzt zugeordnet werden konnte. Das Landeskriminalamt hat darüber hinaus auf der OP-Kleidung, die die Patientin getragen hatte, verdächtige DNA-Spuren des Arztes nachgewiesen.

Nun ist vor dem Landgericht Bielefeld das Urteil gegen den Arzt gefallen: Schuldig. Nils T. muss wegen Vergewaltigung für elf Jahre ins Gefängnis und erhält ein lebenslanges Berufsverbot. Zusätzlich muss er den Opfern ein Schmerzensgeld zahlen. Die Höhe ist unbekannt.

Startseite