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Stromausfall in der Region

Heute vor 15 Jahren: Als das Münsterland im Schneechaos versank

Es gilt als Jahrhundertereignis der Deutschen Wetter-Geschichte: Vor genau 15 Jahren brach im Münsterland das Schneechaos ein – mit weitreichenden Folgen. Ist so etwas erneut möglich?

Von Sohrab Dabir

Münsterland – Es ist ein Ereignis, an das sich die Menschen im Münsterland vermutlich ungern zurückerinnern. Vor genau 15 Jahren, am 25. November 2005, brach ein dramatisches Schneechaos in der Region ein. Dort, wo eher häufige Regenfälle an der Tagesordnung sind, fielen innerhalb von 24 Stunden 30 bis 50 Zentimeter schwerer Nassschnee.

Die Folgen waren verheerend: In der kompletten Region fiel der Strom aus. Hunderttausende Menschen waren tagelang ohne Strom. Besonders schlimm traf es die Stadt Ochtrup im Kreis Steinfurt. Alleine dort waren 40.000 Einwohner tagelang ohne Strom. Denn neben der Schneedecke wütete auch noch ein starker Wind im Münsterland.

EreignisSchneechaos
Jahr2005
RegionMünsterland

Schneechaos 2005 im Münsterland: 80 Strommaste umgekippt

Sorge bereitete den Einsatzkräften zudem, dass sich immer mehr Schnee auf den Stromleitungen gesammelt hatte. Einen zwei Zentimeter dicken Eismantel konnten diese ertragen – doch mittlerweile lagen bis zu 18 Zentimeter Schnee auf den Stromkabeln. Einen der ersten Einsätze im Münsterland gab es am 25. November 2005 in Vreden im Kreis Borken, als dort ein Erdseil an einem Strommast gerissen war. Diese elektrisch leitfähigen Seile werden oberhalb von Hochspannungs-Freileitungen zum Schutz gegen direkte Blitzeinschläge gespannt.

„Als ich von den Kollegen vor Ort die Info bekam, dass es eigentlich unmöglich war, dass das Erdseil reißt, bekam ich so langsam das Gefühl, dass etwas Großes passieren könnte“, erinnerte sich Stefan Schwindelbauer vom Krisenstab RWE zehn Jahre nach dem Schneechaos im Münsterland. Nachdem ein Strommast wie ein Streichholz umgeknickt war, wurde ein Dominoeffekt ausgelöst. Über 80 Maste brachen in der Folge in der Region ein.

Schneechaos im Münsterland von 2005 sorgte für Lebensgefahr für Autofahrer

Dies hatte auch für den Straßenverkehr verheerende Auswirkungen. Umgeknickte Strommasten und auf dem Boden hängende Seile bedeuteten Lebensgefahr für Autofahrer – besonders auf der A31 im Münsterland. Dort kam der Verkehr zum Erliegen und die Pkw- und Lkw-Fahrer waren im eiskalten Winter stundenlang in ihren Fahrzeugen gefangen.

Bis zu einer Woche dauerte es, bis alle Orte im Münsterland nach dem Schneechaos von 2005 wieder ans Stromnetz angeschlossen werden konnten. Seit dem verheerenden Vorfall von vor 15 Jahren wurde in Deutschland mehr Geld in den Katastrophenschutz gesteckt, um in Zukunft auf solche Wetterereignisse besser vorbereitet zu sein. „Grundsätzlich sind die Akteure in Bund und Länder sowie die kritischen Infrastrukturen 2020 besser aufgestellt, als dies noch 2011 der Fall war“, wird das Innenministerium auf Anfrage der ZDF-Sendung „frontal21“ zitiert.

Erneutes Schneechaos in diesem Jahr im Münsterland unwahrscheinlich

Gleichzeitig werden im Innenministerium jedoch Schwachstellen eingeräumt, die immernoch vorhanden sind – insbesondere bei der Notstromversorgung von kritischer Infrastruktur. Im Falle eines erneuten Blackouts wie im Münsterland 2005 hätten die Wasserwerke Probleme, Trinkwasser zu produzieren. Zumindest ist ein Schneechaos wie vor 15 Jahren in diesem Jahr nicht in Sicht.

Denn dafür müsste es neben Temperaturen um den Gefriergrad und einem Schneeeinbruch auch Regen geben. Doch Niederschläge sind bis in den kommenden Dezember hinein noch nicht in Sicht. Der November endet insgesamt als sehr trockener Monat. Bislang fielen nur knapp 24 Prozent des Niederschlagswertes vom Vorjahr. Auf ein weiteres Schneechaos können die Menschen im Münsterland vermutlich auch gut verzichten. Ein Schneechaos droht im Münsterland dafür im neuen Jahr.

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