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Maßnahme nach Corona-Gipfel

Home-Office-Pflicht: Das gilt jetzt für Arbeitnehmer

Bundeskanzlerin Merkel hat nach dem jüngsten Corona-Gipfel eine Pflicht fürs Home-Office verkündet. Was das für Arbeitnehmer bedeutet, haben wir zusammengefasst.

Von Stefanie Masuch

Das Arbeiten von Zuhause aus praktizieren bereits viele Unternehmen seit Beginn der Coronavirus-Pandemie. In den Firmen, in denen Home-Office zwar möglich wäre, doch bislang noch nicht umgesetzt wurde, soll sich dies ändern. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte dies beim Corona-Gipfel am Dienstag (19. Januar) mit den Ministerpräsidenten der Länder beschlossen.

Home Office während der Corona-Pandemie: Wer stellt technische Geräte?

In der ersten Pandemie-Welle im April 2020 hatten laut Umfragen 27 Prozent der Arbeitnehmer im Home-Office gearbeitet. Derzeit sind es nur noch rund 14 Prozent. Dieser Wert soll wieder steigen. Gleichzeitig soll die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus sinken. Der erste Schritt in diese Richtung ist getan: Ab Februar können die Impfzentren in NRW, wie etwa das in Münster, genutzt werden. Zunächst ist jedoch nicht der arbeitende Teil der Bevölkerung dran: Senioren über 80 Jahren haben Vorrang.

Arbeitnehmer, die im Home-Office arbeiten, sind nicht dazu verpflichtet, eigene technische Geräte zu stellen. Grundsätzlich liegt die Bereitstellung sicherer Arbeitsmittel in der Zuständigkeit des Arbeitgebers – es kann jedoch eine betriebliche Vereinbarung über die Nutzung etwa des privaten Laptops getroffen werden. Das schreibt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales auf seiner Homepage.

Wenn das Home Office nicht möglich ist: Arbeitgeber muss FFP2-Masken stellen

Die neue Home-Office-Pflicht wird fünf Tage nach der Verkündigung in Kraft treten, gilt also ab Sonntag (24. Januar). So lange haben die Arbeitgeber noch Zeit, sich auf die Umstellung vorzubereiten. Die strengeren Maßnahmen wurden vor allem deshalb getroffen, weil die Regierung eine schnellere Ausbreitung des Coronavirus durch Mutationen befürchtet. Dies ist bereits in Großbritannien geschehen.

Überall dort, wo kein Home-Office möglich ist und das Zusammenarbeiten in Unternehmen nur auf engem Raum und ohne ausreichende Belüftung stattfinden kann, ist der Arbeitgeber verpflichtet, seinen Angestellten FFP2-Masken zur Verfügung zu stellen. Das Tragen der Masken bei der Arbeit ist jedoch an bestimmte Zeitregelungen geknüpft. So muss nach 75 Minuten Tragezeit eine Pause von 30 Minuten ohne Maske eingelegt werden.

So lange gilt die Home-Office-Pflicht während der Corona-Pandemie

Bis zum 15. März gilt die Pflicht zum Home-Office zunächst. Vorher schon steht der nächste Corona-Gipfel an, bei dem entschieden wird, wie es in Deutschland weitergeht. Maßgeblich entscheidend werden dafür die Entwicklungen der Zahlen sein. Bislang ist Münster in NRW die einzige Stadt mit einem Inzidenzwert von unter 50 und gilt damit nicht mehr als Risikogebiet.

Die Einhaltung der Home-Office-Pflicht wird von den kommunalen Aufsichtsbehörden kontrolliert. Wenn Arbeitgeber gegen die Umsetzung verstoßen, droht ein saftiges Bußgeld: 30.000 Euro werden dann fällig. Dies stehe jedoch nicht im Vordergrund, sagt Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Vielmehr gehe es darum, gemeinsam gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie vorzugehen.

Heil räumt außerdem ein, dass der Schritt zur Home-Office-Pflicht ein großer ist. „Diese Maßnahmen sind aber notwendig und deutlich weniger restriktiv als in anderen Bereichen der Gesellschaft“, wird er von der ARD weiter zitiert. Arbeitnehmer sind im Übrigen nicht dazu verpflichtet, das Angebot anzunehmen – der Arbeitgeber muss die Möglichkeit zum Home-Office jedoch da anbieten, wo es irgendwie möglich ist.

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