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Wildtiere im Garten

Igel gefunden? So können Sie den stacheligen Tieren helfen

Igel hatten es nicht leicht in diesem Sommer. Diese Auswirkungen machen sich bei den Tieren bemerkbar. Sie brauchen Hilfe. Doch nicht jede Hilfe, die der Mensch tätigt, ist auch gut.

Von Stefanie Masuch

Nicht jeder gefundene Igel braucht Hilfe. Foto: dpa

Münsterland – Der lange heiße Sommer diesen Jahres hat Igeln nicht gut getan: "Es hat weniger Würmer und Insekten gegeben, wodurch viele Tiere hungern mussten", sagt Beate Böckenholt. Sie ist Umweltberaterin bei der Stadt Münster und nimmt jetzt im Herbst wieder vermehrt Anfragen entgegen, die sich alle um das beliebte Stacheltier mit den Knopfaugen drehen.

Igel sind putzige Tiere und stehen unter Naturschutz. Foto: Pixabay

Ein schwieriges Jahr für Igel

Der Hunger und die Hitze hatten zur Folge, dass viele Igel sich erst später im Jahr fortgepflanzt haben, wodurch die Jungtiere teilweise früher die Nester fluchtartig verließen, um unterernährt und hungrig auf Futtersuche zu gehen.

Dabei fressen sie alles, was sie finden können: Ratten- und Mäusegift oder Dünger. "Naturnahe Gärten helfen Igeln sehr", erklärt Beate Böckenholt. Soll heißen: Gärten mit Unterschlüpfen, die nicht akribisch von Laub und Ästen gereinigt werden. Gartenbesitzer sollten ruhig Blätter- und Reisighaufen machen und diese über den Winter liegen lassen.

Igel gefunden? Dieses Futter ist geeignet

Regendichte Igelhäuser mit einem Eingang von zehn mal zehn Zentimetern seien eine große Hilfe. Zäune sollte nicht ganz auf den Boden reichen, sondern einen kleinen Durchschlupf bieten. Und bei Hecken sollte man darauf achten, einen kleinen Durchgang frei zu lassen. So kann das Tier von einem Garten zum anderen wandern.

Entdecken Gartenbesitzer einen offensichtlich hungrigen Igel bei sich, sollten sie ihm eine Schale mit Katzennassfutter hinstellen. "Bloß kein industrielles Futter", warnt die Umweltberaterin. "Das enthält zu viel Getreide. Igel sind Fleischfresser." Auch ungewürztes Rührei, gestocktes Ei oder Rindergehacktes liefern den Tieren die nötige Energie, die sie jetzt brauchen, um sich ein gutes Polster für den langen Winter anzufressen.

Hat man einen verletzten Igel im Garten, muss man wissen, an wen man sich wendet. Nicht alle Tierärzte sind igelkundig. Foto: privat

Diese Anzeichen zeigen, dass ein Igel Hilfe braucht

Bei gefundenen Igeln gilt: Ist das Tier tagsüber aktiv, stimmt etwas nicht. Wenn sie gesund sind, sind die stacheligen Vierbeiner nur nachts auf. Verletzte oder kranke Tiere erkennt man jedoch daran, dass sie tagsüber herumliegen, apathisch und ausgemergelt sind.

Hustet der Igel, deutet dies auf einen Parasiten hin. Zudem sind Tiere, die unter 500 Gramm wiegen, auf Hilfe angewiesen. Mit dem geringen Gewicht werden sie den Winter nicht überstehen. Auch im Spätherbst werden immer wieder Tiere gefunden, die deutlich weniger wiegen.

"Wir vermitteln auch Tierärzte", sagt Böckenholt. "Man muss nämlich wissen, das nicht jeder Tierarzt speziell für Wildtiere ausgebildet ist."

Rettung für gefundene Tiere: Igelhilfe Münsterland

Eine große Anlaufstelle sei seit einigen Jahren auch die Igelhilfe Münsterland, die besonders über die neuen Medien schnell reagieren kann und den kleinen Tierchen hilft. "Früher war es schwierig den Menschen eine Adresse im Münsterland zu nennen. Sie mussten nach Dortmund oder Osnabrück fahren", erinnert sich Böckenholt. Das sei vielen aber zu weit gewesen.

Die Igelhilfe Münsterland gibt es seit rund vier Jahren. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Päpplern. Die Mitglieder retten die kleinen Tierchen in ihrer Freizeit und mit den eigenen finanziellen Mitteln. Wer einen stachligen Vierbeiner findet, kann sich bei dem Verein melden: 0162/2 39 66 40 oder auf der Facebookseite.

Die Igelhilfe kümmert sich seit vier Jahren um kranke Tiere. Foto: Pixabay

Fragen zu gefundenen Igeln

Wer Fragen zu Igeln hat, erreicht die städtische Umwelberaterin Beate Böckenholt persönlich unter der Nummer 0251/4 92 67 67, montags von 14 bis 19 Uhr, dienstags bis donnerstags von 10 bis 13 Uhr und jeden dritten Samstag im Monat von 11 bis 17 Uhr im Stadtwerke CityShop, Salzstraße 21. Hier gibt es auch Infomaterial und eine Igel-Ausstellung (bis zum 17. November). (www.pro-igel.de).

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