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Baumrettung in NRW

Lebensrettende Spende: Konzern verschenkt 180.000 Kubikmeter Wasser an Umweltschützer

Bei 36 Grad in der prallen Sonne leiden auch die Bäume. Besonders nach dem trockenen Frühjahr. Um die Pflanzen vor dem Verdursten zu schützen, werden aktuell nicht nur Anwohner aktiv – sondern auch Konzerne.

Von Lisa Fraszewski

Auch auf dem Gelsenwasser-Gelände an der Hauptverwaltung mit Betriebsdirektion in Gelsenkirchen erhalten die Bäume das notwendige Nass. Diese Aufgabe übernimmt Martin Teich, der sich um das Grünflächenmanagement kümmert. Foto: Gelsenwasser AG

Münsterland – Die aktuelle Hitzewelle bringt nicht nur den Hochsommer nach Deutschland, sondern auch viele Probleme mit sich. Viele Menschen kämpfen mit den heißen Temperaturen, Tiere drohen zu verdursten – und auch die Natur leidet. Denn nach dem trockenen Frühjahr können Bäume, Sträucher, Pflanzen und Hölzer ihren Wasserbedarf derzeit nicht mehr decken. Sie verwelken und gehen ein.

Doch die Bemühungen aus der Bevölkerung sind groß, das Verdursten der Bäume und Pflanzen – und natürlich auch das der Tiere – zu unterbinden. So sind in vielen Städten des Münsterlandes derzeit etliche Trinkschalen für Vögel zu sehen. Auch greifen einige Anwohner selber zur Gießkanne, um die Gewächse vor ihrer Haustür zu wässern.

Freiwillige Feuerwehr rückt zur Bewässerung aus

Diese Hilfe aus der Bevölkerung ist nicht zu unterschätzen. Doch auch größere Institutionen tragen ihren Teil zur Rettung der Pflanzen bei, beispielsweise die Freiwillige Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen (NRW). So waren die Einsatzkräfte am Dienstag (24. Juli) mit ihrem Wasserwerfer in Nottuln. Damit helfen sie den Städten und Gemeinden beim Gießen der Flora.

Wasser aus 1,2 Millionen Badewannen für die Baumrettung

Aber nicht nur Privatpersonen und Ehrenämtler haben die Notlage der Pflanzen erkannt. Auch einige Unternehmen bieten ihre Hilfe an, so zum Beispiel die Firma "Gelsenwasser" aus Gelsenkirchen: Die spenden derzeit 180.000 Kubikmeter für die Baumrettung in NRW. Das sind 1,2 Millionen Badewannen oder 48 Olympia-Schwimmbecken voller Wasser.

Lesen Sie dazu auch: Hitzewelle aus der Sahara – DWD warnt vor 36 Grad am Donnerstag

Insgesamt 40 Städte im nördlichen Ruhrgebiet, dem Münsterland und im Kreis Gütersloh profitieren von der Aktion. In dieser Region sind Altenberge, Ascheberg, Billerbeck, Drensteinfurt, Haltern am See, Havixbeck, Lüdinghausen, Nordkirchen, Olfen, Senden und Warendorf-Hoetmar von der Spende betroffen. Jede dieser Städte kann sich seit Mittwoch (25. Juli) 5000 Kubikmeter Wasser kostenlos abholen. "Das reicht pro Stadt für rund 50.000 Bewässerungen", erklärt Henning Deters, der Vorstandsvorsitzende von Gelsenwasser.

Zeit sparen: Wasser aus Hydranten ist sofort verfügbar

Das Wasser können die Umweltbetriebe direkt aus den Hydranten abziehen. "Dazu können die Kommunen die Standrohre einsetzen, die die Feuerwehren ohnehin für ihre Löscheinsätze vorrätig haben", sagt Deters weiter. In Lüdinghausen und Altenberge werden diese Werkzeuge sogar an die entsprechenden Beauftragten der Städte verliehen.

Mit Standrohren können die Umweltbetriebe das Wasser direkt aus den Hydranten holen (Symbolbild). Foto: dpa

Die Standrohre werden dann direkt an die Hydranten angeschlossen – und sind deshalb sofort einsatzfähig. Der Vorteil: "Das spart auch Zeit für die Helfer, da keine Bewässerungsfahrzeuge betankt und durch die Stadt gefahren werden müssen", so Deters. Sie können so gezielt da eingesetzt werden, wo das Nass fehlt.

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Auch 2019 müssen die Bäume in den Sommermonaten teils wochenlange Dürreperioden und Hitze erleiden. Deshalb bittet die Stadt Münster nun die Bewohner um Hilfe: Eine Aktion soll die Pflanzen vor dem Austrocknen schützen.

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