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Unfall mit Anhänger

Kindstod in Kita – Verfahren findet vorläufiges Ende

Lemgo

Tragisch endete ein Unfall mit einem Anhänger in einer Kita in Lemgo. Wegen fahrlässiger Tötung ermittelte die Staatsanwaltschaft. Nun gibt es Ergebnisse.

Von Dario Teschner

Die Staatsanwaltschaft Detmold hat am Donnerstag (2. Juni) neue Einzelheiten zu dem Ermittlungsverfahren wegen eines tödlichen Unfalls in einer kirchlichen Kindertagesstätte in Lemgo-Lieme veröffentlicht. Man sei in diesem Fall zu einem vorläufigen Abschluss gekommen, gab die Behörde in einer Pressemitteilung bekannt.

Bei einem Unfall auf dem Kita-Gelände in Lemgo war ein kleiner Junge zu Tode gekommen, als er am 31. August 2021 gemeinsam mit anderen Kindern an der Kippfunktion eines abgestellten Anhängers gespielt hatte. Er geriet unter die Ladefläche, dich sich absenkte. Er verstarb schließlich an den Folgen seiner Verletzungen, die er sich dabei zugezogen hatte. Gegen die stellvertretende Kindergartenleiterin wurde nach dem Vorfall ermittelt.

Lemgo: Staatsanwaltschaft Detmold verhängt Geldauflage

Gegen die 46-Jährige, die neben den Leitungsaufgaben auch die Funktion als Bau- und Sicherheitsbeauftragte des Kindergartens innehatte, verhängte die Staatsanwaltschaft Detmold nach umfangreichen Ermittlungen eine Geldauflage von 4000 Euro. Die Frau hatte den Anhänger, mit dem Grünschnitt abtransportiert werden sollte, bestellt und auf dem Gelände des Kindergartens abstellen lassen.

Dadurch habe sie nach Auffassung der Staatsanwaltschaft eine generelle Gefahrenquelle geschaffen, die sie anschließend nicht ausreichend auf Gefahren für die Kinder überprüfte. "Sie hatte zwar eine Überprüfung des Anhängers im Hinblick auf Standort und Standfestigkeit vorgenommen, jedoch keine Maßnahmen ergriffen, um unbekannte Funktionen wie die Kippfunktion zu eruieren und diese auf Gefahren für die Kinder und Mitarbeiter der Kindertagesstätte zu überprüfen", heißt es seitens der Detmolder Staatsanwaltschaft.

Lemgo: Verfahren wegen fahrlässiger Tötung wird eingestellt

Aus den Unfallverhütungsvorschriften für Kindertageseinrichtungen (DGUV Vorschrift 82), die auch für die Lemgoer Kita in Lieme gilt, geht hervor, dass es kein Verbot gibt, einen Anhänger auf dem Außengelände des Kindergartens zu platzieren. Darüber hinaus gehen die Ermittler davon aus, dass die Beschuldigte weder leichtfertig noch vorsätzlich gehandelt habe. Aus Unwissen soll sie das Gefahrenpotential falsch eingeschätzt haben, weshalb die Staatsanwaltschaft Detmold eine Geldauflage für Tat und Schuld angemessen hielt.

Innerhalb von fünf Monaten muss die 46-Jährige 4000 Euro an das SOS-Kinderdorf Detmold überweisen. Ist dies erfolgt, wird das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen sie endgültig eingestellt. "Gegen zwei weitere Beschuldigte, den Pastor als Verantwortlichen der Kirchengemeinde und den Küster, der den Anhänger auf Anweisung auf dem Gelände abstellte, ist das Verfahren ohne Auflagen eingestellt worden", teilte Oberstaatsanwalt Ralf Vetter mit. Sie hätten sich lediglich auf die Gefahreneinschätzung der stellvertretenden Kindergartenleiterin und Sicherheitsbeauftragten verlassen.

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