1. www.hallo24.de
  2. >
  3. Region
  4. >
  5. Lippstadt: Redner vergleicht Corona-Maßnahmen mit Judenverfolgung

  6. >

Rücktritt gefordert

Eklat bei Stolperstein-Verlegung: Redner vergleicht Corona-Maßnahmen mit Judenverfolgung

Lippstadt

Ein Künstler hat am Freitag Stolpersteine in Lippstadt verlegt. Anschließend verglich ein Redner die Judenverfolgung mit der 2G-Regel – und sorgte damit für Empörung.  

Von Sohrab Dabir

Corona-Leugner und Querdenker stellen oftmals perfide Vergleiche mit der Judenverfolgung auf. Foto: Boris Roessler

Im Rahmen einer feierlichen Verlegung mehrerer Stolpersteine in Lippstadt, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern sollen, ist es zu einem Eklat gekommen. Während seiner Rede verglich der Gastredner Alexander Kogan, Vorsitzender der jüdischen Kultusgemeinde Paderborn, die 2G-Maßnahmen mit der Judenverfolgung.

"Auschwitz ist nicht vom Himmel gefallen, das war ein Prozess", sagte Kogan in Lippstadt. Wer die Parallelen zu den derzeitigen Corona-Maßnahmen nicht sehen wollte, verschließe die Augen, sprach der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde. "Jetzt sind es die gleichen Methoden. Nur, dass diesmal die ganze Gesellschaft betroffen ist", sagte er weiter. Die Rede sorgte für viel Empörung – auch bei der jüdischen Kultusgemeinde in Bielefeld.

Nach Holocaust-Vergleich in Lippstadt: Jüdische Gemeinde fordert Kogans Rücktritt

"Dadurch wird der Massenmord an Millionen Juden verharmlost", zeigte sich deren Vorsitzende Irith Michelsohn entsetzt über die Worte von Alexander Kogan. Auch die Veranstalterin der Zeremonie, Beate Tietze-Feldkamp, zeigte sich gegenüber dem WDR empört über den Holocaust-Vergleich. "Jetzt kommen Leute, so wie er, der meint: weil er in einem Schuhgeschäft nicht einkaufen gehen kann, wenn er keinen Impfausweis vorzeigt, kann er sich mit diesen Opfern des Holocaust gleichsetzen – und das geht überhaupt nicht." 

Nach den Aussagen forderte der Landesverband der jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe Alexander Kogan dazu auf, von seinem Amt als Vorsitzender zurückzutreten. Die getätigten Äußerungen seien unerklärlich und untragbar. Auch der Künstler Gunter Demnig, der die Stolpersteine in Lippstadt am Freitag verlegt hatte, sprach von einer Respektlosigkeit, die er so bislang noch nicht erlebt habe. Kogan berief sich gegenüber dem WDR indes auf sein Recht auf Meinungsfreiheit.

Startseite
ANZEIGE