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Polizei warnt vor Betrügern

„Love-Scamming“: Frauen verlieren Zehntausende Euro

Sie glaubten an die große Liebe und wurden ausgenutzt: Zwei Frauen aus Rheine und Lengerich wurden zum Opfer von Betrügern. Diese nutzten eine perfide Masche.

Von Stefanie Masuch

Rheine/Lengerich – Im Kreis Steinfurt hat es zwei Fälle sogenannten „Love-Scammings“ (zu Deutsch: Liebesbetrug) gegeben. Zwei Frauen sind Betrügern zum Opfer gefallen, an die sie viel Geld verloren haben. Dazu nutzten die Täter eine perfide Masche und spielten mit den Gefühlen der Damen.

StadtRheine
Bevölkerung76.530
BundeslandNRW

„Love Scamming“ in Rheine: Betrüger manipulieren Opfer emotional

Die Frauen aus Lengerich (43) und Rheine (53) hatten sich unabhängig voneinander in Online-Partnerbörsen angemeldet. Die 43-Jährige hatte über das Portal einen Amerikaner kennengelernt, der sich seiner Aussage nach derzeit auf einer Hilfsmission in Afrika befände. Er sei Arzt, fürsorglicher Vater und sehr vermögend.

Das klang für die Frau aus dem Kreis Steinfurt zunächst zu gut, um wahr zu sein. Die beiden begannen, sich lange E-Mails zu schreiben und kamen sich emotional immer näher. Ähnlich erging es auch dem Opfer aus Rheine. Die Masche der Love-Scammer ist es, Frauen von sich abhängig zu machen, um an deren Geld zu kommen.

Rheine und Lengerich: Frauen verlieren Tausende Euro an Betrüger

Die Betrüger gehen damit immer nach ähnlichem Muster vor: Sie suchen ihre Opfer in Partnerbörsen oder in sozialen Netzwerken. Dabei haben sie es zumeist auf alleinstehende, finanziell gut situierte Frauen abgesehen. Wenn der Kontakt hergestellt ist, bauen sie eine Verbindung auf und überhäufen das Opfer mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit, wie die Polizei nach dem erneuten Vorfall in Rheine erklärt.

Sobald das Vertrauen erlangt ist, denken die Betrüger sich Geschichten aus, die ihre Opfer ihnen ohne zu zögern abkaufen. Im Fall der Frau aus Lengerich sollte eine Kiste mit Bargeld nach Deutschland transportiert werden, weil das Online-Paar sich in der Nähe von Rheine ein gemeinsames neues Leben auf bauen wollte. Dabei fielen jedoch horrende Transportkosten an, die vom Opfer beglichen werden sollten.

„Love-Scamming“: Opfer wenden sich an die Polizei Rheine

So zahlte die 43-Jährige über Wochen immer wieder vier- oder fünfstellige Beträge für angebliche Steuern, Zoll und sogar eine Verhinderung der Haft. Auch die Frau aus Rheine verlor einen hohen fünfstelligen Betrag. Beide Frauen hatten das Spiel ihrer Bekanntschaften irgendwann durchschaut und sich an die Polizei gewandt.

Da im Kreis Steinfurt immer wieder solche Fälle wie in Rheine geschehen, warnt die Polizei nun vor „Love-Scamming“. Die Beamten raten, niemals Geld an Personen zu überweisen, bei denen es sich lediglich um Internet-Bekanntschaften handelt und die man noch nie persönlich getroffen hat. „Stattdessen sollte man den Kontakt sofort abbrechen“, empfehlen die Polizisten.

Nach Vorfall in Rheine: So sollten Opfer von „Love-Scamming“ sich verhalten

Wenn es bereits zu einem persönlichen Austausch gekommen ist, wie in Rheine, so rät die Polizei, die Unterhaltung als Beweis zu sichern. Wer zum Opfer von „Love-Scamming“ geworden ist, solle in jedem Fall Anzeige erstatten, heißt es weiter. Zu einem ganz ähnlichen Fall ist es im Münsterland vor wenigen Monaten gekommen. Ein Mann aus dem Kreis Borken dachte, er hätte seine große Liebe kennengelernt. Die Frau entpuppte sich anschließend jedoch als Betrügerin.

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