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Polizei ermittelt

Gefälschte Impfpässe im Münsterland aufgetaucht

Die Polizei Münster berichtet von mehreren gefälschten Impfpässen, die in der Region mittlerweile im Umlauf sind. Der Kampf gegen die Fälschungen ist nicht einfach.

Von Sohrab Dabir

Essen im Restaurant oder Konzertbesuche sind nach über eineinhalb Jahren der Pandemie mittlerweile in Teilen wieder möglich. Wer jedoch noch immer nicht gegen Corona geimpft ist, hat es oft schwer, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Vor allem, wenn beim Eintritt die 2G-Regel greift. Rigorose Impfgegner bringen daher seit längerem gefälschte Impfausweise in den Umlauf.   

Diese sind mittlerweile auch im Münsterland angekommen. Wie der WDR berichtet, sind seit Juni alleine im Kreis Warendorf bereits 15 Fake-Ausweise aufgetaucht. Auch in Münster sowie in den Kreisen Borken, Coesfeld und Steinfurt wurden gefälschte Impfpässe mit dem angeblichen Nachweis einer Corona-Impfung entdeckt.

Gefälschte Impfpässe im Münsterland: Apotheken schauen genau hin 

Die unechte gelben Impfausweise gibt es unter anderem in Telegram-Gruppen zu kaufen. Im verschlüsselten Messenger-Dienst halten sich besonders viele Querdenker und Impfgegner auf. Auf Bestellung kann jedem Interessierten dort ein gefälschter Impfpass erstellt werden. Kostenpunkt: Rund 150 Euro pro Pass. Dabei sind die Fälschungen vom Original oftmals kaum zu unterscheiden. Schaffen es die Betrüger, ihren gelben Pass in der Apotheke digitalisieren zu lassen, ist der Schwindel perfekt.

In den Apotheken begutachten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die gelben Ausweise daher besonders genau. "Man schaut, ob sie zusammengetackert wurden und überprüft auch die Wohnortnähe. Wenn jemand in Münster wohnt, aber in München geimpft wurde, hinterfragen wir das ganz stark", berichtet Pharmazeutin Friederike Hövelbernd gegenüber dem WDR. Im Zweifel werde die Digitalisierung dann abgelehnt. Absolute Sicherheit, ob es sich bei dem Ausweis um eine Fälschung handelt, gebe es erst, wenn der Arzt kontaktiert wird, bei dem die angebliche Impfung erfolgt sein soll.

Besonders perfide: Wie der WDR berichtet, arbeiten auch einige Ärzte gemeinsam mit den Fälschern zusammen und dokumentieren nie geschehene Corona-Impfungen. Auch in Gütersloh wurden dieser Tage 25 gefälschte Impfausweise entdeckt. 

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