1. www.hallo24.de
  2. >
  3. Region
  4. >
  5. Neubeckum: Er wollte fünf Menschen töten – Anklage gegen 49-Jährigen

  6. >

Elternhaus angezündet

Er wollte fünf Menschen töten: Anklage gegen 49-Jährigen

Neubeckum/Münster

Im April hatte ein Mann das Haus seiner Eltern angezündet, in dem sich unter anderem zwei zweijährige Kinder befanden. Nun wurde Anklage erhoben.

Von Sohrab Dabir

Ein 49-Jähriger muss sich unter anderem wegen versuchten Mordes verantworten. (Symbolbild) Foto: David-Wolfgang Ebener

Am Ostermontag dieses Jahres (18. April) kam es in Neubeckum zu einem folgenschweren Vorfall. Ein damals 48-Jähriger hatte das Haus seiner Eltern angezündet, in dem sich zu dem Zeitpunkt fünf Personen befanden. Neben dessen Bruder und den gemeinsamen Eltern auch die damals zweijährige Tochter sowie der Neffe (2) des Verdächtigen.

Nun hat die Staatsanwaltschaft Münster Anklage wegen des Verdachts des versuchten Mordes, der besonders schweren Brandstiftung mit versuchter Todesfolge und der gefährlichen Körperverletzung sowie der (fahrlässigen) Trunkenheit im Verkehr erhoben. In der Anklageschrift wurden jetzt weitere Details zum Vorfall in Neubeckum (Kreis Warendorf) bekannt.

Neubeckum: Mann zündet Elternhaus an und will Familie töten

So soll der Mann am besagten Abend gegen 20.30 Uhr an einer Tankstelle in Beckum zwölf Liter Benzin getankt und diesen in einen Behälter gefüllt haben. Damit sei er anschließend zum Elternhaus gefahren, mit dem Vorsatz, die Personen in dem Haus zu töten. Den Ermittlungen zufolge hatte der Beschuldigte seine Tochter nach einem Streit mit seiner damaligen Lebensgefährtin noch am selben Nachmittag in das Elternhaus nach Neubeckum gebracht.

Als der Mann schließlich am Haus angetroffen war, habe dessen Bruder die Tür geöffnet, woraufhin der Verdächtige knapp die Hälfte des mitgebrachten Benzins über die Eingangstür sowie auf seinen Bruder gekippt und angezündet habe. Der 40-Jährige sei sofort in Brand geraten, wälzte sich vor dem Haus auf dem Boden und zog seine Kleidung aus. Dadurch gelang es ihm laut Anklageschrift, das Feuer zu löschen. Dennoch erlitt der Mann erhebliche Verbrennungen an knapp 25 Prozent seiner Körperfläche und wurde bis Mai 2022 in einer Spezialklinik behandelt.

Versuchter Mord in Neubeckum: Motiv unklar

Der mittlerweile 49-Jährige sei daraufhin mit dem Auto seiner Eltern davon gefahren und wurde noch am selben Abend in seiner Beckumer Wohnung festgenommen. Zwar konnte die Feuerwehr den Brand löschen, dennoch war das Haus in Neubeckum unbewohnbar und musste aufwändig renoviert werden.

Das Motiv des Verdächtigen ist weiterhin unklar, da sich der Angeschuldigte bislang noch nicht geäußert habe. Bei seiner Festnahme im April habe er lediglich gesagt, dass der Vorfall "Privatsache" zwischen ihm und seinem Bruder sei. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Hintergründe der Tat im gemeinsamen Konflikt zwischen dem Beschuldigten, dessen Bruder und der Mutter der gemeinsamen Tochter liegen. 

Startseite
ANZEIGE