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Kritik an Entscheidung der Länder

Gesundheitsminister beschließen Impfangebot für alle ab 12 Jahren

Seit Montag ist klar: Alle Menschen ab 12 Jahren dürfen sich bald gegen Corona impfen lassen. Damit setzt sich die Politik über die Empfehlung der Stiko hinweg, sagen Kritiker. 

Von Sven Haverkamp

Die Corona-Impfung für alle ab 12 ist beschlossen. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Die Impfbereitschaft der erwachsenen Zielgruppe sinkt kontinuierlich. Mittlwerweile werden Impfmuffel, wie jüngst in Thüringen geschehen, sogar mit gratis Bratwurst zur Immunisierung gelockt. 

Zeitgleich entbrennt jedoch die Diskussion um die Corona-Impfung von Kindern zwischen 12 und 17 Jahren. Bislang bleibt die Ständige Impfkommission (Stiko) bei ihrer Empfehlung, nur Kinder mit Vorerkrankungen zu impfen. Dennoch gaben die Länder am Montag (2. August) das "Go" für die Kampagne.

Corona-Impfung ab 12: Entscheidung gegen die Stiko?

Auch wenn die Entscheidung der Gesundheitsminister der Länder als eine gegen die Stiko gewertet werden könnte, herrscht zwischen der Kommission und den Gesundheitministern der Länder eine unerwartete Einigkeit. So sieht Thomas Mertens, Vorsitzender der Stiko, in der Entscheidung keinen Gegensatz zur Empfehlung: 

Thomas Mertens, Vorsitzender der Stiko

Auch Klaus Holetschek, Vorsitzender der Länder-Gesundheitsminister, sagte in den Tagesthemen, dass er in dem Angebot keine Entscheidung gegen die Empfehlung der Stiko sehe. Nach einer Aufklärung durch einen Arzt und mit der Einwilligung der Erziehungsberechtigten sei eine Impfung ab 12 bereits vorher möglich gewesen. Nun bestehe lediglich ein Angebot für alle Impfwilligen: "Wir machen ein Angebot - es ist keine Impfverpflichtung."

Impfung ab 12 Jahren: NRW-Gesundheitsminister Laumann verteidigt Entscheidung

Im WDR-Gespräch sagte auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), dass er keinen Widerspruch zur Empfehlung der Stiko erkennen könne. Dabei beruft er sich ebenfalls darauf, dass die Empfehlung, sich vor der Impfung ärztlich beraten zu lassen, weiterhin bestehe. Es könne sich lediglich nun jeder dazu entscheiden.

Als Fallbeispiel nannte Laumann Eltern, die für ihre Kinder ohne Vorerkrankungen kein Impfangebot fänden, da sich viele Haus- und Kinderärzte bislang auf die Stiko beriefen. Eine Hürde, die nun nicht mehr besteht.

Befürwortet die Impfung ab 12 Jahren: Karl-Josef Laumann (CDU), nordrhein-westfälischer Gesundheitsminister. Foto: Jonas Güttler/dpa

"Wahlkampfgetöse": Ärzteverband kritisiert Impf-Entscheidung

Doch nicht alle Experten sehen die Entscheidung im Einklang mit der Stiko-Empfehlung. Kritik kommt vor allem vom Deutschen Ärzteverband. Dessen Bundesvorsitzender, Ulrich Weigelt, hätte sich gewünscht, die Gesundheitsminister hätten eine Neubewertung der Imfpung ab 12 Jahren seitens der Stiko abgewartet, wie er dem Redaktions-Netzwerk Deutschland (RND) sagte:

Ulrich Weigelt, Bundesvorsitzender Deutscher Hausärzteverband

Die Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren sollen sowohl in den Arztpraxen, in den Impfzentren und bei anderen Impfangeboten durchgeführt werden. Verabreicht werden die Stoffe von Biontech und Moderna. 

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