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Corona

Eltern besorgt wegen "Durchseuchung" an NRW-Schulen

Wie können die Schüler im Unterricht bestmöglich vor einer Corona-Infektion geschützt werden? Diese Frage führt seitens vieler Eltern zu Kritik an der Regierung.

Von Sohrab Dabir

Zum Schulstart in Nordrhein-Westfalen stiegen landesweit auch die Inzidenzen. Ein Umstand, der sich nun in den Schulen bemerkbar macht: Zwar läuft der Unterricht erst seit zwölf Tagen wieder – bislang mussten jedoch bereits über 30.000 Kinder und Jugendliche in NRW in Quarantäne gesteckt werden. 

Die Elterninitiative Mobile Raumluftfilter NRW wirft der Regierung um Armin Laschet (CDU) deshalb vor, die Schüler nicht ausreichend vor Corona zu schützen und eine "Durchseuchung" der Kinder und Jugendlichen in Kauf zu nehmen. Franz-Josef Kahlen von der Elterninitiative fordert daher eine einheitliche Quarantäne-Regel für Schüler sowie eine Verkürzung der Isolation. Ähnliches hatten bereits Kita-Eltern in NRW gefordert.

Elterninitiative und Politiker nehmen NRW-Regierung in die Pflicht

Nach der Kritik an den Zuständen in den Kitas wächst nun auch der Unmut der Eltern der Schüler in NRW. Auch die Tatsache, dass Personen für 14 Tage in Quarantäne müssen, die im Klassenraum neben einem Infizierten gesessen haben, sorgt für Kritik. Zudem fordert die Elterninitiative, den Einsatz von mobilen Luftfilteranlagen auszuweiten. "Wir sind schon jetzt viel zu spät dran", mahnt Franz-Josef Kahlen gegenüber der NW. Erst kürzlich hatte die Bundesschülerkonferenz von der Regierung eine Milliarde Euro zusätzlich für die Anschaffung von Luftfiltern in Schulen gefordert.

Jochen Ott, stellvertretender Vorsitzender und Bildungsexperte der SPD-Fraktion, spricht hinsichtlich der Corona-Politik an den NRW-Schulen von "Chaos". Es fehle an einer klaren Strategie, wie die hohen Infektionszahlen in den Griff zu kriegen sind. "Sie haben auf Teufel komm raus die Normalität beschrieben und haben den Schulen auch gesagt, bitte tut so, als ob alles normal wäre", kritisiert Ott die Landesregierung scharf. Die Sozialdemokraten sprechen sich für drei PCR-Test in der Woche an Schulen aus. Zudem sei es sinnvoller, bei einem positiven Fall die komplette Klasse für fünf Tage in Quarantäne zu schicken und sie mit einem negativen PCR-Test zurückkehren zu lassen, als einzelne Schüler zwei Wochen lang zu isolieren. Zuvor hatte sich auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für einheitliche Quarantäne-Regeln in allen Bundesländern ausgesprochen.

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