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Lkw-Fahrer drohten mit blockierten Autobahnen

Zu wenig Teilnehmer: Lkw-Demo auf Autobahnen abgesagt

NRW

Die hohen Preise für Benzin und Diesel belasten viele Transportunternehmen. Lkw-Fahrer in NRW planten eine große Demo. Doch daraus wurde nichts.

Von Dario Teschner und Sohrab Dabir

Update: 14.40 Uhr. Eigentlich wollten Lkw-Fahrer am Mittwoch den Verkehr auf der A3 und der A4 in NRW mit ihrem Protest gegen die hohen Spritpreise lahmlegen. Daraus wird jedoch nichts. Wie der WDR berichtet, wurde die Aktion auf den Autobahnen abgesagt, da von den 50 Lastwagen, die teilnehmen sollten, nur sieben erschienen. Stattdessen protestieren die Fahrer nun im Kölner Stadtgebiet.

Erstmeldung: 16. März, 11.45 Uhr. Wegen des Ukraine-Kriegs müssen Verkehrsteilnehmer in Deutschland an den Tankstellen aktuell tief in die Tasche greifen. Die Kosten für Benzin oder Diesel betragen inzwischen über 2,30 Euro pro Liter und befinden sich damit auf einem Rekordhoch. Vor allem Transportunternehmen stehen vor einer großen Herausforderung.

Um gegen die stark angestiegenen Spritpreise und die damit verbundenen Probleme für die Branche aufmerksam zu machen, wollen Lkw-Fahrer in NRW am Mittwoch ein Zeichen setzen. Im Rahmen einer großen Demo sollen am Mittwoch (16. März) offenbar mehrere Autobahnen mit Fahrzeugen blockiert werden.

NRW: Autobahnblockaden könnten für lange Staus sorgen

Nach WDR-Informationen gab es in Köln bereits einen ersten Vorgeschmack auf die geplante Demo, die für ein riesiges Verkehrschaos in ganz NRW sorgen könnte. Etwa 500 Lkw-Fahrer blockierten mit ihren Fahrzeugen die Straßen im Stadtteil Deutz, um gegen die hohen Spritpreise zu protestieren. Nun scheint die nächste Eskalationsstufe erreicht.

In ganz Nordrhein-Westfalen seien mehreren Medienberichten zufolge Blockaden geplant. Ab 14 Uhr wollen Lkw-Fahrer offenbar mehrere Autobahnen ansteuern und die Fahrbahnen mit ihren Lastern absperren. Davon betroffen sollen etwa die A1, A3, A4 und A61 sein. Die Demo könnte bis zu fünf Stunden dauern.

Lkw-Demo gegen hohe Spritpreise: Was fordern die Spediteure?

Nach Angaben der Spediteure bedrohen die gestiegenen Spritpreise die Existenzen vieler Unternehmen und würden ganze Familien zerstören. Wegen der hohen Kosten für Benzin und Diesel würden die Firmen kaum noch Gewinne einfahren. Sie fordern daher, dass der Dieselpreis auf 1,30 Euro gesenkt wird. Darüber hinaus müsse die CO₂-Steuer reduziert werden.

Die Autobahnblockaden sollen die Gesellschaft und vor allem die Regierung wachrütteln, heißt es seitens der aufgebrachten Lkw-Fahrer. Angesichts der geplanten Demo werden Erinnerungen wach. In Frankreich hatte es zuletzt ähnliche Proteste von Speditionen gegeben. Die Polizei Köln sei bereits informiert und bereite sich auf das drohende Chaos vor.

Preise für Diesel und Benzin stellt Unternehmen vor große Herausforderungen

Am Dienstag (15. März) hatte bereits der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) Alarm geschlagen. Das mittelständische Transport- und Logistikgewerbe kämpfe aktuell um seine Existenz, hieß es in einer Meldung. Man sei "mit Herausforderungen in einem bisher nicht gekannten Ausmaß konfrontiert". Mehrere Kostenfaktoren machten den Unternehmen das Leben schwer.

Von der Bundesregierung fordern die Spediteure nun schnelle und wirksame Gegenmaßnahmen, die zu einer deutlichen Entlastung bei den Dieselpreisen führen müssen. Des Weiteren soll die Politik einen "Krisengipfel Mittelstand" unter Leitung des Bundeswirtschaftsministeriums auf den Weg bringen. Eine erneute Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sowie ein Rettungsschirm werden ebenfalls angestrebt.

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