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Urteil am Landgericht

Säugling geschüttelt: 33-Jähriger muss ins Gefängnis

Paderborn

Ein Mann hat 2020 ein fünf Monate altes Kind geschüttelt, das nun mit einer Behinderung leben muss. Jetzt wurde der Angeklagte verurteilt.

Von Sohrab Dabir

Das Landgericht in Paderborn hat einen 33-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung an einem Säugling verurteilt. (Symbolbild) Foto: Volker Hartmann/dpa

Seit Ende April stand ein Mann aus Paderborn vor Gericht: Ihm wurde vorgeworfen, an Fronleichnam 2020 das fünf Monate alte Kind seiner Lebensgefährtin geschüttelt zu haben. Der Junge erlitt dadurch ein Schädeltrauma und leidet seitdem an einer Störung der linken Körperhälfte. Hand und Bein kann das Kind nicht mehr richtig bewegen, auch das Sprach- und Sehvermögen ist eingeschränkt – eine Behinderung, mit der es ein Leben lang wird auskommen müssen.

Der mehrfach vorbestrafte 33-Jährige hatte sich in der Nacht um das schreiende Kind kümmern sollen und war damit allem Anschein nach überfordert. Daraufhin habe er den erst fünf Monate alten Jungen geschüttelt, lautete die Anklage. Am Morgen danach fiel der Mutter aus Paderborn das veränderte Verhalten ihres Kindes auf und suchte ein Krankenhaus auf, wo der Verdacht auf ein Schädeltrauma aufkam. Diese Einschätzung wurde am Tag der Urteilsverkündung durch ein Gutachten eines Rechtsmediziners der Universität Münster bestätigt. Das Kind werde kein selbstbestimmtes Leben mehr führen können, so die Einschätzung der Ärzte.

Urteil in Paderborn: 33-Jähriger sitzt bereits im Gefängnis

Der 33-Jährige, der aus Koblenz stammt und für seine Lebensgefährtin nach Paderborn gezogen war, wurde daher wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der Mann sitzt derzeit bereits eine Haftstrafe ab: 2018 hatte er den gemeinsamen Sohn seiner ehemaligen Partnerin durch festes Zupacken verletzt und ihm das Bein gebrochen. Dafür wurde er zu zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt.

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