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Nach dem Tornado

Sensationstouristen sorgen für Entsetzen in Paderborn – doch keine Plünderungen

Paderborn

Die Aufräumarbeiten nach dem Tornado in Paderborn werden derzeit gestört von zahlreichen Gaffern. Ein Handwerker wurde zudem von einem Autofahrer verletzt.

Von Sohrab Dabir

Der Tornado hat in Paderborn für Zerstörung gesorgt. Für viele Sensationstouristen ein Grund, die Einsätze zu behindern. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Update: 15.20 Uhr. Die Polizei zieht den Zeugenaufruf nach der angeblichen Plünderung in einem Textilshop in Paderborn zurück. Wie die Beamten berichten, habe die Inhaberin des Geschäfts am Dienstag (24. Mai) mitgeteilt, dass der Kleiderständer mit den fehlenden Textilien im zweiten Geschoss des Wohn- und Geschäftshauses stand. Wie dieser dort hinkam, ist nicht bekannt.

Erstmeldung: 23. Mai. Die Folgen des verheerenden Tornados in Paderborn hat nicht nur die positiven Seiten der hilfsbereiten und spendenfreudigen Menschen hervorgebracht, sondern sorgt derzeit auch für viel Entsetzen bei Polizei und Geschädigten. Wie die Beamten berichten, haben unbelehrbare Schaulustige für einige Einsätze am Sonntag (22. Mai) im verwüsteten Ort gesorgt.

Die Einsatzkräfte in Paderborn sprechen von einem regelrechtem Sensationstourismus – dutzende Platzverweise seien bislang schon ausgerufen worden. So wurden im Riemekepark, im Paderquellgebiet und in anderen Bereichen, in denen der Tornado für Verwüstung gesorgt hat, Absperrungen von Passanten nicht beachtet und Flatterbänder der Einsatzkräfte zum Teil einfach abgerissen. Im Bereich des Dörener Feldes wurden sogar Security-Unternehmen beauftragt, Fremde von zerstörten Gebäuden fernzuhalten.

Plünderer nach Tornado in Paderborn unterwegs – Autofahrer fährt Arbeiter über Fuß

Da sich die Gaffer jedoch auch nicht an die Anweisungen der Wachmänner hielten, wurde die Polizei dazugerufen. "Auch Handwerker und geschädigte Hausbesitzer beschwerten sich mehrfach über Schaulustige, die Aufräum- und Reparaturarbeiten behinderten", berichten die Beamten. Zudem habe es bereits Plünderungen nach dem Tornado in Paderborn gegeben. So habe die Besitzerin eines Textilgeschäfts an der Westernmauer Anzeige erstattet, nachdem Unbekannte offenbar Kleidung im Wert von mehreren Tausend Euro im vom Sturm verwüsteten Laden geklaut hatten.

Eine Passantin habe der Frau mitgeteilt, dass die Tür zum Geschäft offen gestanden und sich einige Personen darin befunden haben. Daher sucht nun die Polizei nach Zeugen des Vorfalls –insbesondere nach der Passantin, die der Inhaberin den Hinweis gegeben hatte. Sie werden gebeten, sich bei der Polizei in Paderborn unter der Nummer 05251/30 60 zu melden. In einem anderen Fall ermitteln die Beamten gegen einen Autofahrer wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Dieser fuhr bedrohlich nah an einen Handwerker heran, der mit Reparaturen beschäftigt war, und beleidigte diesen daraufhin. Anschließend sei er über dessen Fuß gefahren und danach geflüchtet.

Weitere Unwetter am Montag möglich – Polizei Paderborn warnt vor Lebensgefahr

Derweil gingen die Arbeiten am Montag (23. Mai) weiter. In einigen Bereichen gebe es aufgrund des Tornados in Paderborn noch immer lebensgefährliche Bereiche. "Auch auf Privatgrundstücken müssen Bewohner vorsichtig sein, denn viele beschädigte Dächer sind noch nicht abgesichert", teilt die Polizei mit. Am Montagnachmittag könnte es im Kreis Paderborn erneut zu Gewittern und Unwettern kommen. Die Polizei bittet die Bürger daher, die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ernst zu nehmen – besonders in den Gebieten, die durch die Verwüstung durch den Tornado noch nicht sicher seien. Herabfallende Dachziegel und abbrechende Äste könnten für Lebensgefahr sorgen.

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