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Ermittlungen eingeleitet

Polizei entdeckt über 100 gefälschte Impfausweise – Verdächtige festgenommen

Porta Westfalica

Bei einer Routinekontrolle eines Autos machten Polizisten im Kreis Minden einen außergewöhnlichen Fund. Nicht nur für die Festgenommenen wird dies Folgen haben.

Von Sohrab Dabir

Über 100 solcher gefälschter Impfpässe fand die Polizei in einem Auto. Foto: Polizei Minden-Lübbecke

Eine Routinekontrolle eines Autofahrers in Porta-Westfalica brachte am Montagabend (20. Dezember)  Ungewöhnliches zum Vorschein. Die Beamten stoppten den Fahrer gegen 21.50 Uhr in der Nähe eines Schnellrestaurants für eine Verkehrskontrolle. Da aus dem Auto Drogengeruch wahrgenommen wurde, führten die Polizisten beim 30-jährigen Fahrer einen Test durch, der positiv anschlug.

Als die Einsatzkräfte dann das Innere des Wagens genauer durchsuchten, stießen sie nicht nur auf eine kleinere Menge an Drogen, sondern auch auf 119 gefälschte Impfausweise. "Diese waren teilweise mit Namen, Stempeln eines Impfzentrums sowie Aufkleber samt Chargennummern versehen", berichtet die Polizei Minden-Lübbecke. Die beiden Männer wurden daraufhin festgenommen, jedoch aufgrund fehlender Haftgründe wieder freigelassen.

Gefälschte Impfpässe in Porta-Westfalica: Saftige Strafen drohen

Nicht nur die beiden Männer müssen sich demnächst einem Strafverfahren stellen. Durch die in den gefälschten Impfausweisen vorgefundenen Daten und Namen werden nun weitere Ermittlungen gegen die jeweiligen Personen eingeleitet. Wie die Polizei nach dem Vorfall in Porta-Westfalica berichtet, werden derzeit immer wieder unechte Ausweise entdeckt. "So landen aktuell durchschnittlich ein bis zwei derartige Verfahren pro Tag auf den Schreibtischen des zuständigen Kriminalkommissariats", heißt es.

Die Kriminellen verkaufen die Impfdokumente für etwa 150 bis 250 Euro pro Stück. Durch den Erwerb solcher unechter Ausweise erhoffen sich die Käufer wiederum, am öffentlichen Leben teilnehmen zu können, für das es mittlerweile einen 2G- oder 3G-Nachweis benötigt. Wie die Polizei weiter berichtet, scheinen die Täter das Fälschen von Impfpässen meist als Kavaliersdelikt zu betrachten. Jedoch droht den Betrügern laut § 276 des Strafgesetzbuches neben einer saftigen Geldstrafe auch eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.

Auch durch den Kauf von gefälschten Impfpässen macht man sich strafbar. Schon seit längerem sind gefälschte Impfausweise in Ostwestfalen im Umlauf. Oft sind die Fälschungen als solche jedoch nur schwer zu erkennen.

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