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Seit 1927

Rewe: Alle Infos über den Supermarkt-Riesen

Köln

Mit 140.000 Mitarbeitern ist Rewe der zweitgrößte Lebensmittelhändler in Deutschland. Alle Infos zu Angebot, Geschichte und Filialen der Supermarkt-Kette. 

Von Sven Haverkamp

Größter Edeka-Konkurrent in Deutschland: Rewe Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild
  • Rewe (Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften) wurde 1927 gegründet.
  • Die Supermarktkette gehört zur Rewe-Group und beschäftigt etwa 140.000 Mitarbeiter in 3600 Filialen in Deutschland.
  • Nach Edeka ist Rewe der zweitgrößte Lebensmittelhändler in Supermarktform in Deutschland. 

Wenn Kunden in Deutschland ihre Einkäufe nicht unbedingt in einem der großen Discounter wie Aldi, Lidl oder Penny machen wollen, gehen sie meist in einen Supermarkt. 

Und was Supermärkte angeht, gibt es nur zwei Ketten, die in ganz Deutschland nahezu überall vertreten sind: Edeka und Rewe. Während Edeka sich den Titel des größten Lebensmittelhändlers Deutschlands auf die Fahnen schreiben darf, muss sich Rewe mit Platz 2 zufrieden geben. 

Die Geschichte von Rewe

Die Geschichte von Rewe geht zurück auf den Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften, der sich ab 1927 vor allem um den Einkauf von Waren für seine Mitglieder kümmerte. Diese waren genossenschaftlich organisierte, aber weitgehend selbstständige Kaufleute. Nach der Expansion in den 1930er Jahren und dem Zusammenbruch während des Zweiten Weltkriegs nahm das Unternehmen im August 1945 seinen Geschäftsbetrieb wieder auf.

Durch Zukäufe kamen in den 1960er und 1970er Jahren immer neue Supermärkte und Marken unter das Dach von Rewe. Um die Zusammenarbeit der Tochtergesellschaften und Beteiligungen zu fördern, wurde 1972 die Organisationsstruktur reformiert. In seiner heutigen Form existiert die Vertriebslinie Rewe seit 2006 nach der Umstellung von über 2500 deutschen Supermärkten auf die Dachmarke. So verschwanden die angestammten Marken HL, Deutscher-Supermarkt, Minimal, Otto Mess, Petz und Stüssgen vom Markt. Die Konzernobergesellschaften der Rewe-Gruppe, die Rewe-Zentral-AG beziehungsweise die Rewe Zentralfinanz eG, treten seit 2006 unter dem Namen Rewe Group auf.

Mehr als nur Supermärkte: Die Struktur der Rewe-Group

Für den Ausbau des operativen Geschäfts entwickelte Rewe neue Formate, beispielsweise Rewe to go mit Fokus auf verzehrfertige Speisen. Das Konzept entwickelte Philipp Pauly, 2011 wurde der erste Rewe to go auf der Hohen Straße in Köln eröffnet. 2011 startete das Unternehmen mit einem Testlauf in Frankfurt am Main einen Lieferservice, der schrittweise auf Standorte in ganz Deutschland ausgedehnt wurde. 

In der Rewe-Group, einem international tätigen Handelskonzern, sind die Rewe-Supermärkte zwar das größte Standbein, jedoch bei weitem nicht das einzige. Zu der Gruppe gehören u.a auch Billa, Penny, Toom, DER Touristik Deutschland sowie ITS Reisen und Lekkerland. 2019 generierte die Gruppe einen Umsatz von 55,4 Mrd. Euro.

Die Rewe Group besteht aus zwei weitgehend unabhängigen Konzernen, deren Abschlüsse auf freiwilliger Basis zusammengefasst werden. Ihre Muttergesellschaften sind die Rewe-Zentral-Aktiengesellschaft und die Rewe-Zentralfinanz-Genossenschaft. Während sich die Rewe-Zentral-Aktiengesellschaft um zentrale Bereiche und den Großhandel kümmert, stellt die Rewe-Zentralfinanz-Genossenschaft die Finanzierung der gesamten Unternehmensgruppe sicher.

In den Satzungen beider Konzerngesellschaften ist als Geschäftszweck der Handel mit Waren aller Art sowie der Betrieb von Touristikgeschäften fest verankert. Die Rewe-Zentral-Aktiengesellschaft und die Rewe-Zentralfinanz-Genossenschaft bilden zusammen mit ihren Tochtergesellschaften, Beteiligungen und assoziierten sowie verbundenen Unternehmen die sogenannte Rewe-Handelsgruppe, deren größter Teil die Rewe Group ist. Vorstandsvorsitzender der Rewe-Group ist der Franzose Lionel Souque.

Alles für jeden: Das Rewe-Sortiment

Während Discounter wie Aldi viel Wert darauf legen, die Auswahl ihres Sortiments zu begrenzen, um nur schnell verkäufliche Artikel anzubieten, setzen Supermärkte wie Edeka und Rewe auf ein eine breite Auswahl, sodass Kunden alles finden, was sie suchen und noch mehr. In den Supermärkten finden Kunden sowohl Frischware (Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Molkereiprodukte), Grundnahrungsmittel, Feinkost, Non-Food Produkte, Tiefkühlkost und einiges mehr.

Zusätzlich bieten die Rewe to go-Märkte, die oft an Tankstellen und/oder Raststätten angegliedert sind, verzehrfertige Produkte an. Damit will man Fast-Food-Ketten Konkurrenz machen. 

Kritik an Rewe

Rewe wurde 2013 vorgeworfen, seine Angestellten zu überwachen und auszuspionieren. Ohne Zustimmung des Betriebsrates sollen Mitarbeiter in Penny- und Rewe-Filialen mit Kameras überwacht worden sein. Gleiche Vorwürfe gab es auch schon gegen Edeka, Aldi und Lidl. Die Rewe-Group räumte die Überwachung für die Jahre 2009 und 2010 ein und entließ die Verantwortlichen. Eine flächendeckende Bespitzelung sowie die Fortdauer der Überwachung 2013 wurde jedoch bestritten.

2014 wurde der Fall einer Mitarbeiterin bekannt, die in einem Rewe-Supermarkt in Bochum mehr als 1700 Stunden als Praktikantin gearbeitet hatte. Ihr wurde vom Arbeitsgericht Bonn eine Nachzahlung von 17.000 Euro zugesprochen. Die Rewe Group kritisierte das Verhalten des selbstständigen Einzelhändlers aus Bochum als Verstöße gegen Gesetze und soziale Standards und die „genossenschaftlichen Grundwerte“. Das Unternehmen beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit dem Inhaber. Das Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm hob das Gerichtsurteil des Arbeitsgerichts (ArbG) Bonn ein halbes Jahr später jedoch wieder auf und ließ keine weitere Revision zu.

Der Rewe-Metzgerei "Wilhelm Brandenburg", die wöchentlich etwa 1350 Tonnen Fleisch an die Supermärkte liefert, wird immer wieder mangelnde Hygiene vorgeworfen. Zuletzt deckte der Hessische Rundfunk eklatante Mängel auf.

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