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  5. Säure-Unfall in Borken-Gemen: Aus einem Kunststofftank laufen 600 Liter Ameisensäure aus. Polizei, Feuerwehr und Wasserbehörde im Einsatz.

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Gefährliche Substanz im Gewässer

Säure-Unfall in Borken: Welche gesundheitliche Folgen drohen?

Hunderte Liter ätzender Flüssigkeit traten auf einem landwirtschaftlichen Hof aus. Die Feuerwehr eilte zum Unfallort, doch die Säure hatte sich bereits ihren Weg gebahnt.

Von Lea Sarah Wolfram

Eine ätzende Substanz floss am Dienstag in einen Bach in Borken-Gemen. (Symbolbilder) Foto: pexel

Borken-Gemen – Ein 29-jähriger Arbeiter auf einem Hof wollte am Dienstag (3. Juli) gegen 16 Uhr mit einem Gabelstapler einen Kunststofftank versetzen – der Inhalt: 1000 Liter Ameisensäure. Dann passierte es: Der Tank stürzte herunter, brach auf und die Säure strömte literweise aus.

Säure gerät in Gewässer

Die Ameisensäure (55%) floss durch einen Abwasserkanal direkt in den angrenzenden Knüstingbach. Und das nicht zu knapp: Rund 600 Liter Säure traten aus dem Tank aus – wie viel davon letztlich im Bach landete, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden.

Der Landwirt, auf dessen Hof sich das Unglück ereignete, versuchte noch, die Flüssigkeit aufzuhalten, doch sie rann in großen Mengen in den Bach. Er verdünnte die Säure geistesgegenwärtig und saugte einige Liter mit einem Gerät ab, berichtete ein Sprecher der Feuerwehr Borken auf Anfrage von msl24.de.

Feuerwehr verdünnt die gefährliche Säure

Als die Einsatzkräfte der Feuerwehr eintrafen, wurden diese Maßnahmen fortgesetzt und verstärkt. Auch Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde wurden hinzugezogen. Ein PH-Test des Bachwassers zeigte schnell, dass die Säure in den Bach gelangt war. An den "Hotspots", an denen die Konzentration besonders hoch war, wurde die Säure mit tausenden Litern Wasser verdünnt, berichtet der Sprecher weiter. Die Polizei war auch vor Ort: Sie leitet ein Strafverfahren gegen den 29-jährigen Borkener ein.

Folgen für Mensch und Umwelt

Während des Einsatzes kamen erste tote Fische zum Vorschein, berichtete die Polizei Borken. Die klare, leichte und farblose Flüssigkeit ist wasserlöslich – deswegen kann sie nicht im Wasser ausgemacht und gezielt abgesaugt werden. Dies erschwert die Maßnahmen enorm.

Die gesundheitlichen Folgen für den Menschen können drastisch sein: Die ätzende Flüssigkeit reizt die Atemwege und Augen bei direktem Kontakt. Liegt die Konzentration der Säure über zehn Prozent, entstehen bei Hautkontakt schwere Verätzungen und Blasen.

Ameisensäure wird auf Bauernhöfen eingesetzt

Die Säure, die zum Beispiel von den namensgebenden Insekten produziert wird, wird in der Tierwirtschaft eingesetzt: Man setzt dem Trinkwasser der Tiere sehr geringe Mengen der ätzenden Substanz zu, um sie keimfrei zu halten. Auch in der Bienenzucht nutzen Imker sie zur Behandlung der Bienen gegen die Varroamilbe.

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