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Verband warnt vor Hamsterkäufen

Wieso in deutschen Supermärkten Sonnenblumenöl und Mehl knapp werden

Leere Regale im Supermarkt: Was wie ein Déjà-vu aus der Anfangszeit der Corona-Pandemie klingt, wiederholt sich jetzt erneut. Was ist der Hintergrund?

Von Sohrab Dabir

Der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland hatte gewarnt, dass Sonnenblumenöl wegen des Ukraine-Krieges schon bald Mangelware werden könne. Der Umstieg auf andere Speiseöle sei jedoch kein Problem. Foto: Arne Dedert/dpa

Vor knapp zwei Jahren fingen viele Deutsche an, Klopapier, Mehl und Hefe zu hamstern – aus Angst vor einer Verknappung, die sie durch diese Käufe jedoch selbst herbeiführten. Appelle der Regierung und Industrie schienen zu fruchten und die Regale füllten sich nach und nach wieder. Nun scheint das Phänomen erneut aufzutreten.

Grund ist diesmal nicht nur Corona, sondern vor allem der Krieg in der Ukraine, der bislang Hunderte Menschen das Leben gekostet und Millionen zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen hat. Die Ukraine und Russland sind die wichtigsten Exportländer was Sonnenblumenöl und auch Weizen angeht. 90 Prozent seines Bedarfs an Sonnenblumenöl deckt Deutschland durch Exporte ab.

Hamsterkäufe in Deutschland: Aus diesen Gründen wird Sonnenblumenöl knapp

Der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (Ovid) geht davon aus, dass die Vorräte in Deutschland nur noch wenige Wochen ausreichen. Lieferungen aus der Ukraine seien erstmal wegen Wladimir Putins Krieg nicht zu erwarten. "Da kommt jetzt nichts mehr", betont der Verband. Dennoch könnten die Kunden problemlos auf andere Speiseöle wie Rapsöl umsteigen – somit müssten in den Supermärkten die Regale nicht mehr leerstehen. Doch der Mangel an der Ware liegt nicht nur am Krieg.

Extremes Wetter in Nordamerika führt derzeit zu Ernteausfällen, aufgrund der momentan hohen Energiepreisen und der gestoppten Importe aus Russland ist zudem der Preis für Dünger gestiegen. Logistik-Probleme durch die Corona-Pandemie sowie die aktuell hohen Benzinpreise führen zu erhöhten Transportkosten. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) warnt jedoch vor unnötigen Hamsterkäufen bei Sonnenblumenöl und Mehl. Dies setze die Lieferketten unter Druck und die gesamte Lieferlogistik gerate aus dem Tritt.

Verbraucher werden gebeten, sich gegenüber ihren Mitmenschen solidarisch zu verhalten und nur haushaltsübliche Mengen einzukaufen, wie Verbandssprecher Christian Böttcher gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland erklärt. Bundesagrarminister Cem Özdemir sieht die Versorgung in Deutschland trotz allem als "gesichert" an.

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