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Vorfall im September

Messerstecherei nach Drogendeal: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Tecklenburg

100 Gramm Marihuana sollten auf einem Schulgelände in Tecklenburg gedealt werden. Das Treffen der fünf Personen artete aus, einer landete im Krankenhaus. Nun wurde Anklage erhoben.  

Von Sohrab Dabir

Im September kam es in Tecklenburg zu einer blutigen Auseinandersetzung. (Symbolbild) Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Vergangenen September kam es auf einem Schulgelände im Kreis Steinfurt zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung. Ein damals 20-Jähriger wurde bei dem Vorfall in Tecklenburg mit einem Messer schwer verletzt. Kurze Zeit später wurden zwei Personen festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft Münster hat nun Anklage gegen die zwei Männer erhoben. Der Vorwurf lautet gemeinschaftliches bewaffnetes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Nun wurden weitere Details zur Tat bekannt.

Tecklenburg: Käufer bezahlt Drogen nicht – 21-Jähriger sticht auf ihn ein

Am Abend des 20. September 2021 soll einer der Beteiligten den heute in U-Haft befindlichen 21-Jährigen kontaktiert und bei ihm 100 Gramm Marihuana bestellt haben. Der Kauf sollte am darauffolgenden Tag in Tecklenburg über die Bühne gehen. Bereits im Vorfeld soll der Zeuge vorgehabt haben, die Drogen nicht zu bezahlen. Am 21. September trafen sich die beiden Angeklagten, in Begleitung mit einer Freundin, dann mit zwei Personen auf dem Schulgelände. Zuvor habe sich der 21-Jährige noch ein Anglermesser eingesteckt, das sich im Auto befunden hatte.

Um 20 Uhr sollen sich die Beschuldigten samt ihrer Begleitung dann mit den beiden anderen Männern getroffen haben. Einer der Zeugen soll, nachdem er das Marihuana bekommen hatte, dann geflohen sein, ohne das abgemachte Geld zu bezahlen. Der 21-Jährige und seine Begleiter verfolgten den Mann anschließend und es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Im Zuge dessen soll der Angeklagte sein Messer gezückt und sein Gegenüber mit mehreren Stichen schwer verletzt haben. Lebensgefahr bestand jedoch keine.

Unterschiedliche Aussagen: Staatsanwaltschaft schließt Notwehr nicht aus

Der 23-Jährige, der ebenfalls verhaftet worden war, hat die Tatvorwürfe mittlerweile gestanden. So soll das spätere Opfer zu ihnen ins Auto gestiegen sein und die Drogen in Empfang genommen haben. Daraufhin habe er die Autotür aufgerissen und das Marihuana seinem Bekannten zugeworfen, der damit flüchtete. Danach soll es zu der Auseinandersetzung gekommen sein. Der 21-Jährige, der mit dem Messer zugestochen hatte, schweigt bisher zu den Anschuldigungen.

Was genau am Abend des 21. September in Tecklenburg geschehen ist, lässt sich laut Angaben der Staatsanwaltschaft Münster nach den bisherigen Ermittlungen noch immer nicht genau sagen. Jedoch lasse sich aufgrund der unterschiedlichen und unergiebigen Aussagen der Beteiligten nicht gänzlich ausschließen, dass der Angeklagte in Notwehr gehandelt haben könnte. Daher sei keine Anklage wegen versuchten Totschlags oder gefährlicher Körperverletzung erhoben worden.

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