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Coronavirus-Pandemie

„Absolut unsäglich“: Tönnies klagt gegen Rheda-Wiedenbrück und Kreis Gütersloh

Nachdem das Coronavirus bei Tönnies ausgebrochen war, musste das Unternehmen sein Werk schließen. Der Fleischkonzern klagte gegen den Kreis Gütersloh und die Stadt Rheda-Wiedenbrück.

Von Dario Teschner

Gütersloh – Im Sommer vergangenen Jahres hatten sich zahlreiche Tönnies-Mitarbeiter mit dem Coronavirus* infiziert. Nach dem massenhaften Ausbruch hatte der Kreis Gütersloh veranlasst, das Werk in Rheda-Wiedenbrück, in dem rund 6000 Beschäftigte tätig sind, vorsorglich zu schließen. Anschließend mussten strenge Hygienemaßnahmen umgesetzt werden, ehe das Unternehmen den Betrieb wieder aufnehmen durfte. Nun hat der Konzern von Teilinhaber Clemens Tönnies (64) gegen beide Verfügungen Klage eingereicht, berichtet der WDR am MIttwoch (21. April).

UnternehmenTönnies Holding
HauptsitzRheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh)
Gründung1971

Gütersloh: Tönnies könnte wegen coronabedingten Werksschließungen Entschädigungen fordern

Die beiden Klagen, die Tönnies beim Verwaltungsgericht geltend machen möchte, richten sich konkret gegen den Kreis Gütersloh sowie die Stadt Rheda-Wiedenbrück. Eine Begründung für dieses Vorgehen lieferte der Fleischkonzern bisher nicht. Möglicherweise möchte die Geschäftsführung einen finanziellen Ausgleich für die coronabedingten Schließungstage erwirken. Wie das Gericht mitteilte, stehe es dem Unternehmen frei, eine Entschädigung zu fordern.

Auf Nachfrage des WDR bestätigte ein Pressesprecher von Tönnies, dass die Klagen eingereicht wurden. Ob diese jedoch weiter verfolgt werden, sei noch völlig unklar. Im Sommer 2020 seien die Klagen bereits vorsorglich abgeschickt worden. Dabei soll es um die Einhaltung von Fristen gegangen sein. Wegen der Werksschließung sind beim Verwaltungsgericht Minden insgesamt rund 30 Klagen eingegangen.

Tönnies-Klage: Stadt Rheda-Wiedenbrück äußert sich

Der Bürgermeister der Stadt Rheda-Wiedenbrück, Theo Mettenborg (CDU), hat sich zu dem Rechtsstreit mit dem Fleischkonzern geäußert: „Die Stadt Rheda-Wiedenbrück sieht durch die Tönnies-Klage keine Risiken für ihren Haushalt“, erklärte der 50-Jährige bei der vergangenen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Mit seiner Stellungnahme antwortete der CDU-Politiker auf eine Anfrage der Grünen.

Nicht nur im Kreis Gütersloh in der Kritik: Clemens Tönnies. Foto: Ina Fassbender/dpa

Am Montag hatte deren Fraktionsvorsitzender Volker Brüggenjürgen gefragt, um wie viele Klagen es zwischen Stadt und Tönnies geht. Darüber hinaus wollte er wissen, wie wahrscheinlich ein Prozess ist und wie die Stadt Rheda-Wiedenbrück das Risiko eines solchen einschätzt. In diesem Zusammenhang fiel auch das Stichwort „Schadenersatzforderungen“. Die Tönnies-Klage habe für die Grünen auch eine moralische Dimension: „Wir finden es absolut unsäglich, dass Tönnies seine Heimatstadt verklagt“, so der Fraktionsvorsitzende Brüggenjürgen. Das Unternehmen habe einen Lockdown ausgelöst und dort 640 000 Einwohner aus den Kreisen Warendorf und Gütersloh hineingeschickt. Bundesweite Proteste gegen Tönnies aus dem Kreis Gütersloh warem die Folge. (*Owl24.de und msl24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA)

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