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Keine Straftat

Umweltverschmutzung: 39 Altreifen im Wald entsorgt – Geschäftsführer leistet Detektivarbeit

Illegale Entsorgung: Ein Jäger fand bei seinem Rundgang eine Ansammlung von alten Reifen im Wald. Doch statt der Polizei schaltete sich ein Firmenbesitzer aus dem Ruhrgebiet ein.

Von Stefanie Masuch

Reifen im Wald entsorgt: Ein Jäger machte einen erschreckenden Fund bei seinem Rundgang. (Symbolbild) Foto: picture alliance / Arno Burgi/dp

Raesfeld – Ein Jäger machte bei seinem Rundgang in Raesfeld eine erschreckende Entdeckung: Jemand hatten eine ganze Wagenladung von alten Reifen in die Erler Heide geworfen. Der Mann informierte daraufhin das Ordnungsamt.

Denn illegale Müllentsorgung ist nicht unbedingt ein Verbrechen und liegt damit nicht im Zuständigkeitsbereich der Polizei: "Erst wenn der Abfall ins Grundwasser eindringt, handelt es sich um eine Straftat. Das ist bei Altreifen allerdings nicht der Fall, weshalb es von unserer Seite aus keine weiteren Konsequenzen gibt", sagt Markus Hüls, Pressesprecher der Polizei Borken, zu dem Vorfall in Raesfeld.

Erste Spur: Firmenname auf entsorgten Reifen in Raesfeld entdeckt

Deshalb kümmerten sich sie Angestellten der Stadt Raesfeld um die Angelegenheit und nahmen sofort die Ermittlung auf: Sie fuhren in den Wald und begutachteten die Fundstelle. Dort fanden sie insgesamt 39 Altreifen, die dort zurückgelassen wurden. Einige davon war sogar noch eingepackt – und auf der Folie fanden die Beamten einen Firmennamen.

"Wie sich schnell herausstellte, war die Firma jedoch nicht der Verursacher des Müllberges", erzählt Markus Büsken, Leiter des Ordnungsamts in Raesfeld. Vermutlich sei eher ein Unterhändler für die Umweltverschmutzung zuständig.

Geschäftsführer reist aus Ruhrgebiet nach Raesfeld an

Der Geschäftsführer der Firma aus dem Ruhrgebiet fühlte sich dennoch persönlich für die Umweltverschmutzung verantwortlich – und fuhr kurzerhand nach Raesfeld. Dort lud er die Reifen ein, um sie anschließend fachgerecht zu entsorgen.

Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass Altreifen im Kreis Borken in der Natur entsorgt werden. Erst vor Kurzem gab es einen ganz ähnlichen Fall in Velen.

Nun will der Geschäftsführer sich darum kümmern, den Schuldigen zu finden. "Das ist ein bisschen Detektivarbeit", scherzt Büsken. Den Verantwortlichen erwartet dann ein Bußgeld. Dessen Höhe kann im Vorfeld nicht genau benannt werden, es hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Raesfeld: Zweiter Vorfall innerhalb weniger Tag – Zusammenhang möglich

Erst wenige Tage zuvor wurden bereits Altreifen an der B224 illegal entsorgt. Die Fundorte liegen nur rund 100 Meter Luftlinie voneinander entfernt. Ob ein Zusammenhang besteht, müsse noch geklärt werden: "Möglich wäre es", räumt Büsken ein.

Der Geschäftsführer der Reifenfirma will den Täter nun höchstpersönlich überführen. (Symbolbild) Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb

In Raesfeld kam es kürzlich zu einem Unfall: Ein Betrunkener verlor die Kontrolle über sein Auto und raste vor einen Baum. Ekelig wurde es vor Kurzem in derselben Stadt: Ein Autofahrer rotzte im Vorbeifahren einen 19-Jährigen an. Dieser nahm die Verfolgung auf.

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