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Mehrere Feuer im Kreis Borken

Verbrannte Tiere und Schäden in Millionenhöhe – Polizei hat mögliche Zeugen im Visier

In Vreden und Ahaus im Kreis Borken hat es immer wieder gebrannt – hohe Sachschäden und verbrannte Tier waren die Folge. Die Ermittlungskommission hat am Tatort einen Kanister gefunden und zudem einige mögliche Zeugen im Visier.

Von Sohrab Dabir

Solch ein Kanister wurde beim Pkw-Brand in Vreden-Ammeloe am Tatort gefunden. Foto: KREISPOLIZEIBEHÖRDE BORKEN

Update vom Freitag (17. August), 13.56 Uhr: Drei Brände in einer Nacht

In der Nacht zu Donnerstag brannte es in Vreden gleich drei Mal. Betroffen waren eine Scheune, mehrere Strohballen und ein Auto an einem Wohnhaus. Bei den Feuern wurden keine Menschen verletzt, es entstand aber ein hoher Sachschaden. Alle weiteren Infos lesen Sie in diesem Artikel.

Update vom Mittwoch (8. August), 7.54 Uhr: Polizei hat Hinweise auf Zeugen

Die Ermittlungen rund um die Brände in Vreden und Ahaus im Kreis Borken dauern weiter an. Bei den vorsätzlich gelegten Feuer sind etliche Tiere verbrannt. Es entstanden zudem Schäden in Millionenhöhe. Die Polizei hat nun ein Vergleichsbild eines Zweikammerkanisters veröffentlicht. Ein solcher wurde bei dem Pkw-Brand in Vreden-Ammeloe am Tatort gefunden.

Brände in Vreden: Polizei sucht nach bestimmten Zeugen

Zudem hat die Ermittlungskommission "Vrene" Hinweise auf mögliche Zeugen, die eventuell wichtige Angaben machen könnten. Zum Brand in Vreden am 28. Juli gegen 0.35 Uhr sucht die Polizei nach zwei männlichen Jugendlichen. Sie sind zwischen 16 und 18 Jahre alt und haben blonde Haare. Die erste Person war mit einem orangefarbenen Oberteil und einer kurzen Hose bekleidet. Der andere Jugendliche trug ein türkisfarbenes Oberteil und eine kurze Hose. Beide waren während der Tatzeit auf einem Hollandrad unterwegs.

Auch beim anderen Brand in Vreden (Köckelwick 35) in der Nacht zu Montag (30. Juli) wurden Zeugen gegen 1 Uhr gesehen. Zwei junge Männer im Alter zwischen 16 und 20 Jahren standen mit ihren Fahrrädern unweit des Brandes und beobachteten das Feuer. Einer der beiden war laut Polizeiangaben ein südländischer Typ und hat schulterlanges Haar, einen langen Hals und einen auffällig langen Kopf. Zum Zeitpunkt trug er ein dunkles Oberteil und hatte einen Rucksack dabei.

Zeugen der Brände werden gebeten sich zu melden

Sein Begleiter sah mitteleuropäisch aus und hat dunkelblonde Haare. Er trug ein weißes Oberteil. Unabhängig von dieser Zeugenbeobachtung wurden zwei männliche Jugendliche, die auf Inlinern unterwegs waren, von einer Autofahrerin in Tatortnähe angesprochen. Diese, wie auch die anderen Zeugen, werden dringend gebeten, sich mit den Ermittlern unter der Rufnummer 02561/92 60 in Verbindung zu setzen.

Update vom Mittwoch (1. August), 17.10 Uhr: Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus

Experten der Kriminalpolizei haben am Dienstag (31. Juli) gemeinsam mit einem Diensthundeführer mit Spürhunden sowie einem Sachverständigen für Brandursachen die Ermittlungen an den vier Tatorten aufgenommen. Trotz noch ausstehender Labordergebnisse geht die Ermittlungskommission "Vrene" davon aus, dass die vier Brände in Vreden und Ahaus vorsätzlich gelegt wurden.

Die Polizei bittet dennoch weiter um Hinweise. Wer zu den Tatzeitpunkten verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen hat, wird gebeten sich unter der Telefonnummer 02561/92 60 zu melden.

Update vom Mittwoch (1. August), 7.02 Uhr: Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Da es in Vreden und Ahaus vermehrt zu Bränden kam, hat die Polizei eine Ermittlungskommission eingerichtet: Einige Feuer könnten in Verbindung miteinander stehen. Anhaltspunkte deuten außerdem auf Brandstiftung hin, berichtet die Polizei Borken.

Die Brandorte in Vreden-Köckelwick und Ahaus-Ottenstein (Hörstloe) werden nun von Experten der Polizei und einem Brandsachverständigen begutachtet und untersucht. Zeugen, die verdächtige Personen oder Fahrzeuge in Zusammenhang mit den Bränden beobachtet haben, sollen sich an die Ermittlungskommission wenden. Auch alle anderen Hinweise werden unter der Telefonnummer 02561/92 60 entgegengenommen.

Der bei dem Brand in Vreden-Köckelwick entstandene Sachschaden wird auf ca. 750.000 Euro geschätzt. Auch wenn ein Großteil der Rinderherde gerettet werden konnte, verendeten sieben Rinder bei dem Brand. Bei dem Brand in Vreden-Ammeloe verendeten zwei Pferde. Der Sachschaden soll nach ersten Schätzungen bei etwa 500.000 Euro liegen.

Erstmeldung

Vreden – Von Freitag bis Sonntag (27. bis 29. Juli) war die Feuerwehr im Dauereinsatz: Erst brannte ein Auto samt Carport, dann Stallungen und später auch noch ein ganzer Bauernhof.

Freitag (27. Juli), 23 Uhr: Feuerwehr löscht Autobrand in Vreden-Ammeloe

Am Freitag gegen 23 Uhr wurde die Feuerwehr nach Vreden-Ammeloe in die Straße Bree gerufen. Dort brannte ein Auto. Nachbarn hatten den Rauchgeruch bemerkt und Alarm geschlagen. Dank ihres schnellen Handelns konnten die Löschkräfte schnell eingreifen und verhindern, dass die Flammen auf das Wohnhaus überging. Da Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden kann, wurde die Kripo hinzugerufen.

In der Straße Bree in Vreden-Ammeloe brannte ein Auto. Foto: Screenshots Google Maps

Samstag (28. Juli), 00.38 Uhr: Brand einer Grünfläche in Gaxel bei Vreden

Kurze Zeit nach dem Autobrand in Ammeloe wurde eine Gruppe des Löschzuges Vreden-Stadt in die Bauernschaft Gaxel gerufen. Vor Ort war es aus bislang ungeklärter Ursache zu einem Brand gekommen: eine zehn mal zehn Meter große Grünfläche stand in Flammen.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte war das Feuer bereits weitestgehend von Anwohnern mit Sand gelöscht worden. Wegen der Hitzewelle bewässerten die Einsatzkräfte das betroffene und umliegende Gelände mit circa 1000 Liter Wasser.

Samstag (28. Juli), 00.44 Uhr: Großbrand in Vreden-Ammeloe in Scheune und Pferdestall

Kurz nachdem Einsatzkräfte das brennende Auto gelöscht hatten, folgte sogleich der nächste Einsatz: Die Feuerwehr rückte zu einem Großbrand nach Ammeloe aus. Dort standen eine Scheune mit Pferdestall, Schoppe und Tenne lichterloh in Flammen.

Es war zunächst unklar, ob sich im direkt angrenzenden Wohnhaus noch Personen befanden. Im Wohnhaus lebt eine vierköpfige Familie, von der nur ein Junge im Teenageralter zu Hause war.

Die Feuerwehr löschte einen Großbrand in Ammeloe. Foto: Kip-Pic

Er konnte sich gerade noch rechtzeitig aus dem Wohnhaus retten. Der Junge wurde Huckepack genommen und in Sicherheit gebracht, weil die Rasenfläche vor dem Haus auch schon brannte. Kurze Zeit später konnte er unversehrt von seiner erleichterten Familie in Empfang genommen werden.

Im Anschluss kümmerten sich der Rettungsdienst und die Nachbarn um die geschockten Familienmitglieder. Für zwei Pferde, die sich im Stall befanden, kam jedoch jede Hilfe zu spät: Sie verendeten im Feuer.

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Weil keine Personen mehr gefährdet und die Pferde nicht zu retten waren, konzentrierten sich die Einsatzkräfte darauf, die Ausbreitung des Brandes zu verhindern. Vor allem weil die Scheune direkt mit dem Wohnbereich verbunden ist, lag dieser Einsatzabschnitt besonders im Fokus.

Die Küche ist größtenteils zerstört worden, aber zumindest konnte der Großteil des Wohnhauses gehalten werden, sodass der Familie wenigstens ihre persönlichen Gegenstände erhalten bleiben. Dennoch ist der Wohnbereich zunächst wohl unbewohnbar.

Zwei Pferde konnten vor den Flammen nicht gerettet werden. Foto: Kip-Pic

Rund um die ganze Scheune bauten die Löschzüge C-Rohre auf, um von allen Seiten den Brand zu bekämpfen. Mehrere Trupps gingen unter Atemschutz zur Brandbekämpfung vor und kontrollierten den Wohnbereich. Die Drehleiter der Feuerwehr wurde in Stellung gebracht, damit der Brand auch von oben gelöscht werden konnte. Die Einsatzkräfte durften zu Beginn wegen der akuten Einsturzgefahr dem Gebäude nicht zu nahe kommen. Der Giebel der Scheune stürzte schließlich ein und fiel auf ein parkendes Auto.

Die Löschwasserversorgung erwies sich als äußerst schwierig, da die Leitungen im Außenbereich wegen der anhaltenden Hitze nicht die gewünschte Menge Wasser führen und so ständig Probleme mit Druckschwankungen entstanden. Aus diesem Grund wurde auch die Brandweer Groenlo mit einem großen Tanklöschfahrzeug zur Einsatzstelle beordert. Umliegende Landwirte boten Hilfe mit wassergefüllten Güllefässern an, die auch teilweise in Anspruch genommen wurden.

Das Feuer hatte auf diesem Hof in Ammeloe gewütet. Foto: Feuerwehr Vreden

Nachdem das Feuer unter Kontrolle war, konnte nach und nach die Zahl der Einsatzkräfte reduziert werden. Ein Abrissunternehmer kam mit einem Bagger zur Einsatzstelle und begann damit, Teile der Scheune abzutragen, damit die Feuerwehr auch die letzten Glutnester ablöschen konnte. Das Brandgut wurde auseinandergezogen und abgelöscht. Diese Arbeiten zogen sich noch bis in die frühen Morgenstunden. Da auch bei diesem Brand die Ursache unklar ist, ermittelt die Kriminalpolizei. Der Sachschaden wird auf 500.000 Euro geschätzt.

der Wohnbereich bleibt erst einmal unbewohnbar. Foto: Feuerwehr Vreden

Samstag (28. Juli), 10 Uhr: Brand in Ammeloe glimmt wieder auf

Am Samstagmorgen wurde der Löschzug Ammeloe und eine Gruppe des Löschzuges Vreden-Stadt erneut zur Einsatzstelle aus der letzten Nacht in Ammeloe gerufen. Unter anderem im Bereich der zerstörten Küche und des gelagerten Strohs war das Feuer wieder leicht ausgebrochen und eine Rauchentwicklung war zu erkennen. Die Einsatzkräfte löschten alle übrigen Glutnester ab und kontrollierten die gesamte Einsatzstelle mittels Wärmebildkamera.

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Samstag (28. Juli), 21.58 Uhr: Wohnungsbrand am Markt in Vreden

Am Samstagabend wurden beide Löschzüge auf den Markt in Vreden gerufen. Gemeldet war ein Wohnungsbrand im ersten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses. Da zunächst nicht sicher war, ob und wie viele Personen sich noch im Gebäude befinden, wurden umgehend mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz in das Gebäude geschickt. In der verrauchten Brandwohnung selbst konnte eine schlafende Person durch die Einsatzkräfte gerettet werden. Diese wurde zur medizinischen Versorgung dem Rettungsdienst übergeben und später in ein umliegendes Krankenhaus transportiert.

Als Brandursache wurde vergessenes Essen auf dem Herd ausfindig gemacht. Nachdem das Essen nach draußen gebracht und gelöscht wurde, konnte mit umfassenden Belüftungsmaßnahmen begonnen werden. Anschließend konnten die Bewohner aus anderen Wohnungen des betroffenen Gebäudes diese wieder betreten.

Feuerwehreinsatz am Markt in Vreden. Foto: Feuerwehr Vreden

Sonntag (29. Juli), 00.42 Uhr: Lagerfeuer auf Gartenparty in Vreden

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde eine Gruppe des Löschzuges Vreden-Stadt auf die Oldenkotter Straße gerufen. Gemeldet war ein Feuer in einem Garten. Vor Ort angekommen konnte das Feuer schnell ausfindig gemacht werden: Bei einer Gartenparty wurde ein Lagerfeuer entzündet. Aufgrund der extremen Trockenheit wurden die Gastgeber angewiesen, das Feuer zu löschen. Dies erfolgte unverzüglich.

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Sonntag (29. Juli), 06.59 Uhr: Dritter Einsatz auf dem Hof in Ammeloe

Der Löschzug wurde erneut zur Einsatzstelle des Großbrandes in Ammeloe alarmiert – zum mittlerweile dritten mal. Wegen der aktuellen Trockenheit und Hitze ist es sehr schwierig, das Heu so abzulöschen, dass es nicht mehr zündet. Es wurde deswegen auseinander gezogen und auf der angrenzenden, zum Grundstück gehörenden Wiese ausgelegt und abgelöscht. Mittels Wärmebildkamera wurde auf weitere Glutnester kontrolliert.

Das trockene Heu entzündete sich immer wieder aufs Neue. Foto: Feuerwehr Vreden

Montag, (30. Juli), 1.33 Uhr: Brand auf Bauernhof in Vreden-Köckelwick

In den Vredener Bauernschaft Köckelwick brannte es auf einem landwirtschaftlichen Gehöft. Neben einem Stall, der bereits lichterloh in Flammen stand, ist das Feuer auch auf ein angrenzendes Wohnhaus übergegangen. Zwar konnte das Wohnhaus gerettet werden konnte, der Scheunentrackt jedoch nicht. Er brannte komplett nieder – und mit ihm sieben Kühe. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 750.000 Euro.

Im Sommer schlugen die Versorger Alarm: Das Trinkwasser in Vreden wurde knapp. Ein Unternehmen wandte sich mit einer Bitte an die Bewohner.

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