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LKA gibt Warnung heraus

Vorsicht! Erpresser haben es auf Ihre Nackfotos abgesehen – auch im Münsterland

Erpressung im Münsterland: Kriminelle verlangen per Mail Geld – ansonsten drohen sie mit der Veröffentlichung von intimen Aufnahmen.

Von Lea Sarah Wolfram

Erpresser verlangen derzeit Geld per Mail – ansonsten drohen sie mit der Veröffentlichung von intimen Aufnahmen. Foto: dpa

Münsterland – "Sextortion": Das ist eine Wortneuschöpfung aus den Wörtern "Sex" und "Extortion" ("Erpressung"). Es handelt sich dabei um eine Erpressermasche im Netz.

In E-Mails drohen Unbekannte damit, angebliche Nacktbilder oder -videos der Opfer zu veröffentlichen. Das Landeskriminalamt (LKA) in Nordrhein-Westfalen gab jetzt eine Warnung heraus, ebenso die Polizei Münster. Alleine in den vergangenen vier Wochen seien in der Domstadt 35 Fälle angezeigt worden. Die Dunkelziffer ist vermutlich noch höher.

Polizei Münster warnt vor Erpressermasche "Sextortion"

Die Täter beschaffen sich meist im Darknet persönliche Daten und Passwörter ihrer Opfer. Diese stammen oft aus vorherigen Hacker-Angriffen auf große Provider oder Online-Dienstleister. Die geklauten Daten werden dann den Opfern als angebliche Beweise dafür präsentiert, dass man ebenfalls über Nacktbilder und -videos verfüge.

Oder die Täter sorgen selbst für echtes Material: Sie nehmen dazu den direkten Kontakt zu ihren Opfern über soziale Medien auf. Dabei animieren sie sie dazu, sexuelle Handlungen in Videochats zu vollziehen – diese werden von den Kriminellen gefilmt und für die Erpressung genutzt. Dann verlangen sie Geld: Die Zahlung erfolgt immer über Payment-Dienste oder in einer Kryptowährung wie Bitcoins.

Auch im Münsterland werden Internetnutzer zu Opfern der Erpresser im Netz. Foto: Pexels

"Sextortion": Diese Maßnahmen empfehlen Polizei Münster und LKA NRW

Auch die Polizei Münster warnt die Bevölkerung vor den Betrügern im Netz. Derzeit sind vermehrt Betrugsversuche in der Domstadt gemeldet worden. Dabei gehen die Beamten von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus: "Viele Betroffene melden sich aus Scham nicht bei der Polizei."

Das LKA NRW gibt folgende Tipps zum Schutz gegen die Erpresser-Masche:

  • Gehen Sie nicht auf die Geldforderung der Erpresser ein.
  • Halten Sie das Betriebssystem und den Virenschutz auf ihrem PC aktuell.
  • Deaktivieren Sie ihre Webcam, wenn sie ungenutzt ist, oder kleben Sie sie ab.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Im Münsterland rufen immer wieder falsche Polizisten an: Opfer sind oft ältere Menschen. Außerdem warnt die Verbraucherzentrale NRW aktuell vor Betrügern, die es auf Sparkassen-Kunden abgesehen haben – auch das Münsterland ist betroffen.

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