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Nur 750 Zuschauer in Bielefeld

"Völlig unverhältnismäßig": Kritik an Corona-Maßnahmen in der Bundesliga wächst

Bielefeld

Die unterschiedliche Auslegung der Corona-Regeln in den Bundesländern stößt im Profifußball auf immer mehr Unverständnis. Auch bei Arminia Bielefeld gibt es Kritik an den Maßnahmen.

Von Sohrab Dabir

Zu den Arminia-Spielen sind derzeit nur 750 Fans zugelassen. Foto: Friso Gentsch/dpa

750 Zuschauer sahen sich am vergangenen Spieltag die Partie zwischen Arminia Bielefeld und Greuther Fürth in der SchücoArena an. Wenn der DSC am kommenden Freitag (21. Januar) zu Eintracht Frankfurt reist, werden 1000 Fans die Partie live verfolgen können. Nur zwei Tage später werden ganze 15.000 Menschen den 1. FC Magdeburg gegen den TSV Havelse sehen. 

Sowohl die strikten Corona-Maßnahmen, die in einigen Bundesländern herrschen, als auch die unterschiedlichen Regelungen stoßen im Profifußball zunehmend auf Kritik. "Der Sport braucht seine Fans und ihre Emotionen – in den Stadien und in den Hallen", betonte Bayerns Vorstandschef Oliver Kahn, der es begrüßte, dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Rückkehr der Zuschauer in Aussicht gestellt hatte. Schärfer fiel die Kritik indes bei den Liga-Konkurrenten aus.

Nur 750 Zuschauer in NRW: Vereinsbossen geht die Geduld aus

Als "völlig unverhältnismäßig gegenüber Sport und Kultur" bezeichnete Eckhard Sauren, Vize-Präsident des 1. FC Köln, die Reduzierung der Zuschauer in den NRW-Stadien. "750 Zuschauer in einem 50.000er Stadion hat nichts mit sinnvollem Infektionsschutz zu tun", sagte er weiter und fügte an, dass die Fußballstadien keine Infektionsherde seien. "Wir haben früh für 2G geworben und Akzeptanz gefördert und jetzt verlieren wir aufgrund dieser Symbolpolitik 1,7 Millionen Euro in jedem Spiel mit 750 Zuschauern." Die Kritik und die Geduld bei den Vereinsbossen scheint sich so langsam dem Ende zu neigen.

In die ähnliche Kerbe schlug Stuttgarts Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger. Die Corona-Verordnungen würden Fakten ignorieren und den Profisport vor fast unlösbare Aufgaben stellen, so der ehemalige Nationalspieler. "Unsere Fans fehlen uns. Das Geschäftsmodell Profifußball kann auf Dauer gerade für Traditionsvereine ohne Zuschauer nicht funktionieren", ist sich Hitzlsperger sicher. Wenig Verständnis für die unterschiedliche Auslegung der Corona-Regeln in den Bundesländern zeigte auch Florian Krüger, Profi von Arminia Bielefeld.

"Das, was gerade gemacht wird ist Quatsch und unverständlich", kommentierte er die Tatsache, dass bei der Arminia nur 750 Fans ins Stadion dürften, bei seinem ehemaligen Verein Magdeburg hingegen 15.000. "Ich hoffe, dass eine einheitliche Lösung gefunden wird", lautet sein Appell. Am kommenden Montag (24. Januar) treffen sich Bund und Länder erneut zu einer Ministerpräsidentenkonferenz. Ob es dort neue Regelungen für den Fußball geben wird, bleibt abzuwarten.

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