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EM 2021

Streit um Regenbogenfarben: Arminia-Boss kritisiert UEFA scharf

Bielefeld/München

Die Stadt München wollte auch am Mittwoch beim Spiel der Deutschen gegen Ungarn ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz setzen. Die UEFA verbietet dies jedoch. Sehr zum Ärgernis des kaufmännischen Geschäftsführers von Arminia Bielefeld. 

Von Sohrab Dabir

Gegen Portugal leuchtete die Allianz-Arena in Regenbogenfarben. Foto: Tobias Hase/dpa/Symbolbild

"Respect" – mit diesem Slogan wirbt die Uefa und reist damit um die Welt, zeigt Fans und Spielern in den Stadien unübersehbar, wie wichtig ihr dieses Motto ist. Anscheinend. Denn ein klares Zeichen für Toleranz und Vielfalt hat sie jetzt verboten.  

Vor dem Spiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen Portugal (4:2) erstrahlte die Allianz-Arena in München in Regenbogenfarben. Torwart und Kapitän Manuel Neuer lief gegen den amtierenden Europameister mit einer regenbogenfarbenen Spielführerbinde auf. Die Uefa ermittelte kurz in diesem Fall, beurteilte die Geste Neuers letztlich jedoch als "Zeichen der Mannschaft für Vielfalt" und ließ die Ermittlungen fallen. Jetzt zog der Verband jedoch den Unmut auf sich.

Uefa verbietet Regenbogenfarben: Arminia Bielefeld kritisiert Entscheidung

Da die Stadt München das Stadion in der Landeshauptstadt am Mittwoch (23. Juni) erneut in Regenbogenfarben erleuchten lassen wollte, der Gegner aus Ungarn jedoch bekanntermaßen eine strenge Linie gegen Homosexuelle im eigenen Land fährt, sprach die Uefa ein Verbot aus. Der Spott, die Häme und die Kritik gegenüber dem Fußballverband sind enorm. Auch bei Arminia Bielefeld stößt die Entscheidung auf Unverständnis.

"Der DSC Arminia Bielefeld stellt sich stets gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Hass und fördert Toleranz, Respekt und Vielfalt – dazu zählt selbstverständlich auch das Recht auf die Selbstbestimmung und die persönliche Freiheit, so zu lieben, wie es einem gefällt", erklärte der kaufmännische Geschäftsführer Markus Rejek in einem Vereinsstatement. Der Einsatz gegen Homophobie und Ausgrenzung sei kein politisches Statement, worauf das Verbot der Uefa fußt, sondern vielmehr "unser aller Pflicht, die im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert ist", so der 52-Jährige.

Arminia Bielefeld wirft Uefa Scheinheiligkeit vor

In der Causa hätte sich der Boss von Arminia Bielefeld eine andere Haltung gewünscht – nämlich klare Kante zu zeigen. "Schließlich ist es die UEFA selbst, die mit ihren 'Respect'-Kampagnen die Vereine und Verbände auffordert, ein Zeichen zu setzen", verwies Markus Rejek auf die – in diesem Rahmen nun scheinheilig wirkende – Kampagne der Uefa. "Mit der Entscheidung, das Münchner Stadion nicht in den Regenbogenfarben leuchten zu lassen, schneidet sich die UEFA daher selbst ins Fleisch – und zwar auf Kosten einer guten Sache", endet das Statement des DSC-Geschäftsführers. 

Zuvor hatte Arminia Bielefeld bereits auf seinem Twitter-Kanal mit dem Bild der regenbogenfarbenen Eckfahne in der SchücoArena klare Kante gegen die Entscheidung der Uefa gezeigt. Doch nicht nur der europäische Verband, sondern auch der Deutsche-Fußball-Bund (DFB) steht in der Kritik. Dieser hatte der Stadt München dazu geraten, auf die Regenbogen-Beleuchtung der Allianz-Arena gegen Ungarn doch bitte zu verzichten. "Ich bin auch enttäuscht vom DFB, der trotz der überragenden Zustimmung aus der ganzen Republik sich nicht der in Lage sehen wollte, das Ergebnis zu beeinflussen", sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter.

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